„Ich kann frisch und unbefangen politisch beginnen“

Malsch (sl) – Als Rückkehrer in seine Heimat Malsch sieht Wolfgang Scharer ungenutzte Potenziale und will es als Bürgermeister besser machen. Dazu muss er am 13. Juni die Wahl gewinnen.

Für den Fall seiner Wahl will CDU-Kandidat Wolfgang Scharer für mehr Transparenz in Malsch sorgen. Foto: privat

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Für den Fall seiner Wahl will CDU-Kandidat Wolfgang Scharer für mehr Transparenz in Malsch sorgen. Foto: privat

Wolfgang Scharer (CDU) hat in Marburg und Köln studiert, war als Rechtsreferendar in Mainz tätig und als Anwalt in München. Doch er lässt keinen Zweifel daran, dass er „Mälscher“ ist. Auch wegen seiner Töchter, denen er die Großstadt nicht länger zumuten wollte, ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt, dessen Bürgermeister er am Wahlsonntag, 13. Juni, werden will. Zu seiner Motivation und seinen Zielen hat ihm BT-Redakteur Sebastian Linkenheil einige Fragen gestellt.

BT: Herr Scharer, Sie bewerben sich als kommunalpolitischer Quereinsteiger um das Amt des Bürgermeisters. Was ist Ihre Motivation?
Wolfgang Scharer: Ich bin von ganzem Herzen Mälscher. Seit ich nach Ausbildung und beruflichen Stationen in anderen Orten wieder zurück in Malsch bin, sehe ich einfach viele Dinge, die man deutlich besser machen könnte und muss. So zum Beispiel meine sehr enttäuschende Erfahrung beim Thema Kinderbetreuung für meine Töchter. Oder auch die ungenutzten Potenziale in der Ortsentwicklung oder bei unserem Beitrag zum Klimaschutz.

Das sind nur einige Punkte, die mich zur Kandidatur bewogen haben. Und um etwas zu bewegen, muss man nicht zwingend erst kommunalpolitische Erfahrung gesammelt haben. Dafür braucht man Ideen, Beharrlichkeit und die Fähigkeit zum Ausgleich der Interessen. Im Gegenteil kann ich frisch und unbefangen politisch beginnen.

„Bei vielen Entscheidungen wird die Bürgerschaft nicht mitgenommen“

BT: Sie betonen, dass Ihnen Bürgerdialog und Transparenz wichtig sind. Hapert es daran im Rathaus?
Scharer: Ich habe jedenfalls persönlich den Eindruck gewonnen, dass bei vielen Entscheidungen die Bürgerschaft nicht mitgenommen wird. Da sehe ich schon zu wenig Transparenz und vor allem auch ein fehlendes Angebot für Dialog. Das bestätigen mir auch unzählige Gespräche mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

BT: Klimaschutz ist eine globale Aufgabe, die uns alle angeht. Was würden Sie in Malsch tun und wie stehen Sie zur Windkraft?
Scharer: Definitiv. Und Klimaschutz fängt für mich vor unserer Haustür an. Eigentlich ja sogar hinter der sprichwörtlichen Haustüre. Wir können alle sehr viel beitragen. Zum Beispiel indem wir mal das Rad statt des Autos nehmen oder eben den Bus. Dafür braucht es aber bessere Fahrradwege und ein attraktives ÖPNV-Angebot. Bei der Windkraft bin ich zwiegespalten. Natürlich brauchen wir alternative Energieformen. Da kann aber auch Photovoltaik viel leisten oder kleinere dezentrale Windräder. Riesige Anlagen, die auch negativen Einfluss auf das Landschaftsbild haben, sind für mich nur die letzte Lösung.

BT: Sie kündigen ein Verkehrskonzept an – mit welchen Schwerpunkten?
Scharer: Beim Verkehr geht es mir um das Zusammenführen verschiedener Aspekte. Durchfahrtsverkehr muss begrenzt werden. Und wo erforderlich, muss man eben auch das Tempo verringern. Auf der anderen Seite muss es auch genug Parkflächen geben und ein lückenloses Radwegenetz. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer muss gewährleistet sein. Außerdem will ich, dass der ÖPNV für die Menschen in Malsch und seinen Ortsteilen attraktiver, also auch günstiger wird. Es kommen also viele Themen zusammen, für die man den Ausgleich erreichen muss.

BT: Wohnen wird immer teurer, gerade auch im Speckgürtel von Karlsruhe. Wie bleibt Malsch als Wohnort attraktiv und bezahlbar?
Scharer: Die Attraktivität fängt an bei genügend und sozialverträglichem Wohnraum. Und vor allem für Familien leistbaren Wohnraum. Hier brauchen wir das aktive und konsequente Engagement der Gemeinde im Zusammenhang mit ungenutzten ausgewiesenen Bauflächen und im Zusammenspiel mit Baugemeinschaften und Genossenschaften. Attraktivität bedeutet aber vor allem auch eine gute Nahversorgung, gute Kitas mit flexiblen Angeboten, und einer lebendigen Ortskultur.

„Es reicht nicht, ein Seniorenheim hochzuziehen“

BT: Finden Sie, dass in Malsch und den Ortsteilen genug für die Jungen und die Senioren gemacht wird?
Scharer: Besser geht immer, könnte man sagen. Aber ehrlich gesagt, reicht es eben nicht, einen Skateboardplatz einzurichten und ein Seniorenwohnheim hochzuziehen, das nicht mal ordentlich an das Bühngelände angeschlossen ist. Ich will Infrastrukturen stärken und vor allem auch Vereine und das Ehrenamt aktiv unterstützen. Denn gerade das Ehrenamt leistet für die Jungen und die Senioren besonders viel.

„Bin jemand, der die Ärmel hochkrempelt und dem man vertrauen kann“

BT: Wie würden Sie den Ortskern wiederbeleben und den Einzelhandel stärken?
Scharer: Wir haben streng genommen ja mehrere Ortskerne. Aber grundsätzlich wünsche ich mir, dass ein Ortskern zum Verweilen einlädt und nicht nur kalte Steinwüste ist. So bekommt man Leben in den Ort. Der Einzelhandel braucht aktive Unterstützung, zum Beispiel auch von einer Wirtschaftsförderung, und neue Konzepte, wie er sich besser hervorheben kann – ich denke da auch an Highlights im Rahmen von verkaufsoffenen Sonntagen mit Rahmenprogramm, Aktionen und Veranstaltungen das ganze Jahr durch.

BT: Warum sollten die Wählerinnen und Wähler Ihnen am Wahlsonntag Ihre Stimme geben?
Scharer: Ich mache den Menschen in meinem Heimatort ein Angebot für eine dialogorientierte und transparente Politik. Ich will zusammen mit der Bürgerschaft die Themen angehen, die für uns und die Zukunft unserer Kinder entscheidend sind. Warum sollte man mich wählen? Nun, ich denke, die Mälscher werden feststellen, dass ich jemand bin, der die Ärmel hochkrempelt und dem man vertrauen kann.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
1. Juni 2021, 14:26 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 33sec

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