„Ich mache das für Loffenau“

Loffenau (kie) – Elke Borscheid engagiert sich seit Jahren in Eigenregie ehrenamtlich. Aktionen für Kinder und Natur stehen dabei im Mittelpunkt.

Auch in Corona-Zeiten gehen Elke Borscheid die Ideen und die Energie nicht aus: Mit einer Girlande möchte sie in Loffenau für weihnachtliche Stimmung sorgen. Foto: Franziska Kiedaisch

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Auch in Corona-Zeiten gehen Elke Borscheid die Ideen und die Energie nicht aus: Mit einer Girlande möchte sie in Loffenau für weihnachtliche Stimmung sorgen. Foto: Franziska Kiedaisch

Elke Borscheid strahlt. Die Freude über all das Erlebte ist ihr beim Sprechen buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Seit elf Jahren führt die gebürtige Loffenauerin in Eigenregie ehrenamtlich umweltpädagogische und soziale Aktionen durch – und gewinnt damit auch selbst schöne Erinnerungen.

„Ehrenamt wird mit dem Herzen gemacht“, sagt sie und lacht schon wieder, die Hand auf der Brust, während sie aus Reisig und Misteln eine fünf Meter lange Girlande fertigt. Die ist für den Hirtenbrunnen in der Dorfmitte bestimmt, Borscheid möchte hier trotz Corona und fehlendem Weihnachtsmarkt „etwas Schönes“ machen. Damit sich die Menschen freuen – und sie sich mit ihnen.

„Ohne den Ulli geht es nicht“

Das sei ohnehin der größte Dank und eigentlicher Antrieb hinter all ihrem Engagement: „Mir liegt unser Dorfleben am Herzen.“ Das Schönste sei für sie, wenn Kinder und Erwachsene nachhaltig von ihren Angeboten profitierten. Ob Aktionen für Kinder oder das Gemeindeleben, die Arbeit im Gemeinde- oder Kirchengemeinderat der evangelischen Kirche, Organisation eines fFlüchtlings-Begegnungscafés oder neuerdings die Streuobstbörse: Elke Borscheid engagiert sich mit Herz und Seele für andere. „Ich mache das für Loffenau“, stellt sie bescheiden fest, „und nicht für mich“.

Und das, obwohl sie für die meisten Aktionen Urlaub von ihrem Beruf als Hauswirtschafterin nehmen muss. „Aber das lohnt sich immer“, sagt sie. Dabei ist ihre Naturverbundenheit unübersehbar; steht sie doch meist im Zentrum ihres Handelns. Vor allem beim Obst- und Gartenbauverein (OGV) Loffenau finden ihre Mitmachaktionen für Kinder statt. Dort gibt es ein sogenanntes „grünes Lehrzimmer“ – die Idee dazu hatte ihr Mann Ulli Borscheid, der jahrelang Vorsitzender des OGV war.

„Ohne den Ulli geht es nicht“, sagt Elke. „Wir sind einfach ein super Team.“ Die meisten Aktionen bereiteten sie gemeinsam vor. Tagelang sägte ihr Mann beispielsweise schon Rahmen für Insektenhotels oder Figuren aus Holz zurecht, um die Aktionen seiner Frau zu unterstützen.

Wichtig sei ihr vor allem, den Kleinsten klar zu machen, „wie wertvoll die Natur ist“. Jedes Jahr lädt sie deshalb Kinder zum Apfelpressen in die Loffenauer Kelter ein.

Heimisches Obst wird zu Gummibärchen

Die Keltermeister würden dabei auf ihren Lohn verzichten, berichtet Borscheid. „Das ist ja das Schöne hier. Eine Hand wäscht die andere.“

In diesem Jahr konnte sie trotz Corona noch die Aktion „Vom Korn zum Brot“ ausrichten, bei der die Grundschulkinder Ähren dreschen, Getreide mahlen und schließlich Brot backen konnten.

Es seien sogar schon Schulen anderer Gemeinden auf sie zugekommen, ob sie ihre umweltpädagogischen Aktionen auch bei ihnen anbieten wolle. „Das ist aber ein Bonbon für Loffenau. Und da bleibt es auch“, sagt die 58-Jährige dann aber.

Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde betont sie: „In Loffenau ehrenamtlich tätig zu sein, das ist nicht schwer, denn die Gemeinde ist dabei.“ Und wie sehr die Ortschaft vom Engagement und von der Energie Borscheids profitiert, zeigt sich auch bei der in diesem Jahr erstmalig umgesetzten Streuobstbörse: Wieder einmal in Eigenregie und in enger Abstimmung mit dem Rathaus hatte sie im vergangenen Jahr notiert, welche Bäume rund um Loffenau nicht abgeerntet wurden. Insgesamt 45 davon – größtenteils auf Gemeindegrundstücken – wurden dann in diesem Herbst interessierten Bürgern zur Ernte zugeteilt.

„Auf diese Weise konnten wir ganz viel Obst retten, das sonst verfault wäre“, sagt Bürgermeister Markus Burger. Von ihm haben Elke und Ulli Borscheid 2019 den Bürgerpreis verliehen bekommen, den die Gemeinde für ehrenamtliches Engagement vergibt. „Das ist natürlich ein Segen für uns, für so eine kleine Gemeinde“, beschreibt Burger den Wert des Engagements von Borscheid.

Und diese steckt bereits schon wieder in der konkreten Umsetzung der nächsten Idee: Aus dem Obstsaft dreier gemeindeeigener Bäume hat Borscheid auf eigene Kosten Gummibärchen herstellen lassen. Insgesamt 3.000 Tüten „Loffenauer Birnen-“ beziehungsweise „Apfelfrüchtchen“ lagern bei ihr nun im Keller .

Natürlich wird Elke Borscheid daran nichts verdienen. Sie wird die Gummibärchen vielmehr dem lokalen Einzelhandel zum Einkaufspreis anbieten. „Ich will, dass die Einzelhändler verdienen, nicht ich“, sagt sie – und lacht schon wieder.


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