KSC-Neuzugang Wimmer: „Ich stehe voll im Training“

Karlsruhe (ket) – Kevin Wimmer soll beim Karlsruher SC die Lücke schließen, die die Verletzungen der Linksverteidiger Philip Heise und Dirk Carlson gerissen haben.

Kevin Wimmer auf dem Weg zu seinem ersten Training beim KSC.

© GES/Markus Gilliar

Kevin Wimmer auf dem Weg zu seinem ersten Training beim KSC.

Erstmals läutete die Alarmglocke, wenn auch noch ziemlich leise, Anfang Januar, gleich nach dem ersten Spiel im neuen Jahr. Bei den Würzburger Kickers begann der Karlsruher SC dieses, in der Startelf stand erstmals in der laufenden Saison der Linksverteidiger Dirk Carlson, vor allem deshalb, weil Linksverteidigerkollege Philip Heise gelb-rot-gesperrt fehlte.

Carlson, immerhin luxemburgischer Nationalspieler, wirkte selbst gegen den Tabellenletzten nicht wirklich sicher, später sah dann auch er die gelb-rote Karte. In den Tagen danach klagte Carlson zudem über Rückenprobleme, als deren Ursache schließlich ein Ermüdungsbruch im Kreuzbein samt eines wahrscheinlichen Ausfalls bis Saisonende diagnostiziert wurde.

Der KSC stand damit nur noch mit einem „gelernten Linksverteidiger“ da, wie das im Branchensprech so schön heißt. Die Alarmglocke läutete also deutlich lauter – und sollte noch lauter werden. Nur eine Woche später, beim 2:1-Sieg der Karlsruher in Bochum, verletzte sich nämlich auch Philip Heise. Der Stamm-Linksverteidiger zog sich zwar nur eine leichtere Form eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel zu, zwei, drei Spiele ausfallen wird jedoch auch er – mindestens.

Mit Eichner zusammen in Köln aktiv

Die restlichen 38 Minuten gegen Bochum sprang Jannis Rabold in die Bresche, erst 19 Jahre alt – und eigentlich gelernter Rechtsverteidiger. Der Youngster machte seine Sache zwar auch auf der anderen Seite richtig gut. Dass auf der Linksverteidigerposition plötzlich akuter Nachbesserungsbedarf entstanden war, sahen selbst die beim KSC fürs Finanzielle Verantwortlichen dennoch recht schnell ein. Bereits am Montag, dem letzten Tag der Wintertransfer-Periode, gab der KSC jedenfalls die Leihe von Kevin Wimmer bekannt. Der Deal hatte sich sogar schon in den Tagen zuvor angebahnt, noch vor Heises Verletzung.

„Er ruht in sich selbst, hat ein extrem gutes Aufbauspiel und ist zudem ein sehr robuster Spieler, der weiß, wie das Spiel funktioniert“, fasst Trainer Christian Eichner sein Wissen über den Neuen zusammen, das in diesem Fall Wissen aus erster Hand ist, bzw. erstem Fuß. Eichner spielte zu seinen aktiven Zeiten beim 1. FC Köln mit Wimmer zusammen, rund acht Jahre ist das jetzt her. Von der Domstadt aus wechselte der gebürtige Österreicher 2015 zu den Tottenham Hotspurs, die ihn zwei Jahre später für 20 Millionen Euro nach Stoke City, damals noch in der Premier League, weiterverkauften. Der Abstieg von Stoke im folgenden Jahr (2018) sollte auch für Wimmer zu einer Art Karrierebruch werden. Erst wurde er nach Hannover ausgeliehen (2018/19), danach zum Club Royal Excel Mouscron nach Belgien (2019/2020).

Einsatz gegen Regensburg am Sonntag offen

Nun hat er beim KSC angeheuert, nicht zuletzt auf Eichners Betreiben hin, aber auch, weil er es selbst als gute Lösung für sich sieht. Mit Stoke City hat er innerlich abgeschlossen, für alles andere ist er offen. „Ich glaube, dass es genau der richtige Schritt ist. Es sind hier alle Rahmenbedingungen geschaffen, damit ich Vollgas geben kann“, sagt der 28-Jährige, der sich auch ein längeres Verweilen in der Fächerstadt gut vorstellen kann.

Bereits am Freitag, noch bevor das Leihgeschäft endgültig in trockenen Tüchern war, war Wimmer von der Insel nach Karlsruhe gereist, am Mittwoch endete seine obligatorische Quarantäne. Gestern, nach einem erneuten Negativtest, stand er erstmals mit seinen neuen Mannschaftskameraden auf dem Trainingsplatz. Ob es für die Partie am Sonntag gegen Jahn Regensburg schon für einen Einsatz oder auch nur Kaderplatz reicht, werden die Eindrücke, die Wimmer bis dahin auf diesem hinterlässt, entscheiden. Er selbst fühlt sich ganz offenbar dafür bereit. „Ich stehe voll im Training, schließlich hatten wir ja auch in England keine Winterpause“, sagt der 28-Jährige voller Zuversicht.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
5. Februar 2021, 13:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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