Im Dialog mit Vogelschützern

Rastatt (ema) – Das Landratsamt hat sich mit den Rastatter Vogelschützern Pierre und Kevin Fingermann darüber ausgetauscht, wie deren Wildvogelauffangstation künftig fortgeführt werden kann.

Seit 28 Jahren betreibt Pierre Fingermann – mittlerweile mit Unterstützung seines Enkelsohns Kevin – die Vogelauffangstation. Foto: Egbert Mauderer

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Seit 28 Jahren betreibt Pierre Fingermann – mittlerweile mit Unterstützung seines Enkelsohns Kevin – die Vogelauffangstation. Foto: Egbert Mauderer

Das Treffen unter Moderation des Regierungspräsidiums Karlsruhe war auf Wunsch der beiden Vogelschützer und ihrer Anwälte initiiert worden und bildete den Abschluss eines Anhörungsverfahrens. Wie mehrfach berichtet, plant das Landratsamt, aufgrund wiederholt festgestellter Mängel weitere verwaltungsrechtliche Anordnungen zu erlassen. „Der konkrete Inhalt der Anordnung wird nun unter Einbindung der betroffenen Behörden des Landratsamts und unter Einbindung der Fachaufsichtsbehörden des Regierungspräsidiums Karlsruhe abschließend festgelegt“, erklärt Sozialdezernent Stefan Biehl. Ursprünglich wollte das Landratsamt für die Vogelauffangstation einen befristeten Aufnahmestopp bis Ende September verhängen. Vor einer Entscheidung wollte die Behörde aber zunächst das Gespräch abwarten. Deshalb herrschte in den vergangenen Wochen bei Fingermanns der übliche rege Betrieb zur Rettung von Wildvögeln. Klaus-Eckhard Walker, Rechtsbeistand von Pierre Fingermann, wertete das Treffen am Montag als „sehr konstruktiv“. Offene Fragen würden nach wie vor die Auswilderung der Tiere, deren Fütterung sowie die Gestaltung der Voliere betreffen. Es gehe nun um die Klärung, unter welchen Voraussetzungen die Station weiterbetrieben werden darf. Dass die Fingermanns dafür einen Verein gegründet haben, bezeichnet Walker als „gute Grundlage“.

Für den Rechtsanwalt steckt in dem Konflikt auch eine Grundsatzfrage. Der Landkreis müsse klären, inwieweit eine öffentliche Verantwortung für den Schutz verletzter Wildtiere bestehe. Walker zufolge habe sich die Welt verändert, die Lebensräume seien nicht mehr klar abgrenzbar, und auch das Bewusstsein in der Bevölkerung habe sich geändert. Die Gesetze würden auf diesen Wandel aber keine klaren Antworten geben. Aus Walkers Sicht müssten die kommunalpolitischen Gremien diskutieren, ob die Wildvogelstation eine öffentliche Aufgabe sei und damit entsprechend finanziell gefördert werden müsse.

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Erstellt:
29. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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