Im Jogginganzug fürs Bruttoinlandsprodukt

Bühl (sga) – Thomas Frietsch aus Weitenung kommentiert die Homeoffice-Situation mit einem eigenen Song: „Homeoffizier“ heißt das Werk des 44-Jährigen, der sonst bei den Fastnachtern aktiv ist.

Will mit seinen Zeilen für gute Laune sorgen: Thomas Frietsch alias herr.beizi. Foto: Meisner

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Will mit seinen Zeilen für gute Laune sorgen: Thomas Frietsch alias herr.beizi. Foto: Meisner

Thomas Frietsch hat im vergangenen Jahr eine neue Berufsbezeichnung entdeckt: Homeoffizier. Und so ein Homeoffizier, der ist umgeben von Kaffeerändern und Keksresten, ackert von morgens bis abends am heimischem Computer – und wird hier und da mal vom Postboten und Kindergeschrei unterbrochen.

„Oder so ähnlich“, erzählt Frietsch mit einem Augenzwinkern. Denn ganz so ist es dann auch wieder nicht, spielt der Weitenunger unter dem Namen herr.beizi in seinem Song „Home Offizier“ doch auf all jene an, die pandemiebedingt seit Monaten ihrer Arbeit zuhause nachgehen müssen – vielleicht auch gerne mal im Jogginganzug, witzelt Frietsch in einer Zeile des Lieds.

Für die Mondglunkerle schon öfter gedichtet

Dabei ist er selbst gar kein Homeoffizier. Denn wenn Corona nicht gerade das Reisen verbietet, arbeitet der Songwriter am Baden-Airpark. Erfahrungen damit habe er allerdings trotzdem schon sammeln können – denn sowohl seine Frau als auch einige Freunde müssen seit Monaten ihrem Beruf von daheim aus nachgehen – so haben sich mit der Zeit viele Beobachtungen, Erzählungen bis hin zu Fantasien von und über Menschen im Homeoffice ergeben.

Und was wäre Frietsch für ein Fastnachter, wenn ihm auch zu so einem Thema nicht sofort ein paar passende Zeilen einfallen würden? Denn der Weitenunger ist bereits seit Jahren aktives Mitglied der Narrengesellschaft Mondglunkere Weitenung, „da schreibe ich hin und wieder ein, zwei Texte“. Allerdings immer zu Melodien von Liedern, die schon seit Jahren bekannt sind. An einen eigenen Song habe er sich dabei nie wirklich getraut.

Aufnahme in einem Tonstudio in Gaggenau

Doch dann kam Corona, und die Fastnachter durften nicht ihren Traditionen nachgehen. „Da habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen und einfach mal etwas geschrieben“, erinnert sich der 44-Jährige an den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 zurück. Zeit habe er ja mehr als genug gehabt. Und so entstanden mal hier, mal da ein paar Zeilen, die am Ende schließlich einen ganzen Song über den Homeoffizier ergaben, der sein Leben in den eigenen vier Wänden führt. „Er kommt nicht raus, hat seine täglichen Abläufe, vermisst es auszugehen, zu feiern und sich auszutoben. Er ist gefangen an seinem Homeoffice-Arbeitsplatz“, gibt der 44-Jährige den Text in seinen eigenen Worten wieder. Viele Menschen fänden sich bestimmt darin wieder und spürten auch die Sehnsucht nach mehr Freiheit.

Bei der Melodie gab es Unterstützung von einem Freund, der ihm eine Demoaufnahme bastelte. Und so machte sich der Weitenunger gemeinsam mit den Musikern Patrik Heid und Leon Kappenberger (Gitarre und Schlagzeug) auf den Weg ins Löwenherz, einem Tonstudio in Gaggenau. Das Ergebnis: „Mein erster eigener veröffentlichter Song. Das war komplettes Neuland für mich“, erzählt Frietsch. So eine professionelle Aufnahme habe er noch nie zuvor gemacht, „es hat sehr viel Spaß gemacht und mich musikalisch auf eine andere Ebene gebracht“.

An erster Stelle steht allerdings etwas ganz anderes: „Ein Song der Mut und Lust machen soll, nach dem Corona-Lockdown wieder rauszugehen und die Freiheit zu genießen“, das wolle er mit seinen Zeilen erreichen, die seit dem 26. März unter „Home Offizier, herr.beizi“ auf gängigen Musikplattformen zu finden sind. Sohn Noah jedenfalls tanzt dazu schon kräftig.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
8. April 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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