Im Kampf gegen Legionellen

Walddorfhäslach (vo) – Berichte über Legionellen gibt es regelmäßig: Zuletzt waren in Mittelbaden Sporthallen betroffen. Die Legio GmbH hat sich auf die Bekämpfung der Bakterien spezialisiert.

Proben von Legionellen in einer Petrischale: Immer wieder kommt es zu Verunreinigungen in Wasserleitungen. Foto: Federico Gambarini/dpa

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Proben von Legionellen in einer Petrischale: Immer wieder kommt es zu Verunreinigungen in Wasserleitungen. Foto: Federico Gambarini/dpa

„Legionellen sind leider allgegenwärtig, sagt Christine Anderko. Sie ist Geschäftsführerin der Legio GmbH, einem Unternehmen, das bei Wasseraufbereitungstechnologien führend ist.

Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich die Firma aus dem schwäbischen Walddorfhäslach mit der Frage, wie eine hygienisch einwandfreie Wasserqualität sichergestellt werden kann. 1999 gründete Rainer Kaifel die Legio-Water GmbH. Der Ingenieur hatte zuvor bei Bosch gearbeitet und sich schon immer mit der Wasserproblematik befasst. Ursprünglich lag sein Schwerpunkt auf der Desinfektion von Rohrleitungen, dann entstand die Idee der sogenannten Ultrafiltration. Damit lassen sich schon am Hauseingang bei der Übernahme des Wassers vom Versorger eine Barriere beispielsweise gegen Bakterien einbauen.

„Viele glauben, reines Trinkwasser kommt bereits aus der Leitung. Das ist ein Irrtum“, sagt Christine Anderko, die sich seit 2012 die Geschäftsführung mit Kaifel teilt. Der Grund sei, dass die Versorger in der Regel reines Wasser nur bis zum Grundstück oder Hauseingang lieferten. „Oftmals sorgen aber veraltete oder schadhafte Hausleitungen auf dem berühmten letzten Meter dafür, das das Wasser aus dem Hahn alles andere als rein ist.“ Und dafür sei der Eigentümer selbst verantwortlich.

Sogar die US-Armee war Kunde

Mit seinen Ultrafiltrationsanlagen, die der Wasserleitung vorgeschaltet sind, kann Legio Bakterien, Pilze, Viren und kleinste Sedimente aus dem Wasser entfernen. Dabei reicht das Einsatzgebiet weit über das private Wohnhaus hinaus. Filtrationsanlagen von Legio haben bereits Trinkwasser für die Arbeiter von Erzminen in Chile gereinigt oder standen in Feldlagern von Soldaten der US-Armee in Afghanistan, wie Anderko berichtet. Hierzulande sind mit individuellen Lösungen zur Wasseraufbereitung insbesondere Krankenhäuser, Altenheime, Sporthallen und Schwimmbäder sowie Hotellerie/Gastronomie und die Öffentliche Verwaltung die Kunden des Unternehmens.

Mit der Gründung der Firma Legio.tools GmbH im Jahr 2012 haben die Schwaben ihren Ansatz der Wasserfiltration noch einmal deutlich erweitert. „Wir wollten das Wasser genau dort reinigen, wo es entnommen wird“, erkläutert Anderko. Das heißt, direkt am Hahn oder auch am Duschkopf. Um dies in der Praxis zu ermöglichen, wurde eine spezielle Membrantechnologie gegen Verunreinigungen entwickelt. „Das Filtermodul stammt aus den Niederlanden, das Gehäuse lassen wir von regionalen Firmen herstellen“, so die Geschäftsführerin.

Portfolio erweitert

Das kleine Unternehmen aus Walddorfhäslach wächst beständig. Zuletzt erzielte es mit 16 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als zwei Millionen Euro. „Natürlich hat uns die Corona-Krise getroffen“, berichtet die Geschäftsführerin. Nach einem starken Jahresbeginn ging der Umsatz im Sommer zurück. „Momentan liegen wir aber wieder über dem Vorjahr“, ist Anderko zuversichtlich, „am Geschäftsjahresende noch relativ gut auszuschauen“.

Als systemrelevantes Unternehmen und Anbieter von Medizinprodukten hat Legio sein Portfolio in der Corona-Pandemie mit Hand-Desinfektionsmitteln und einer speziellen Mund-Nasen-Schutzmaske in Form eines Halstuchs mit Gesundheit-Funktion erweitert. „Wir wollten etwas besonders machen, nicht nur eine einfache Stoffmaske“, sagt Anderko. Dabei herausgekommen ist ein Tuch mit einer textilen, wasserundurchlässigen Membran im Gesichtsbereich, die Bakterien und Viren zurückhält.

Christine Anderko. Foto: pr

Christine Anderko. Foto: pr

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Jürgen Volz

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Erstellt:
26. November 2020, 23:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

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