Im See und auf dem Merkur: Neue Spielorte für Philharmonie

Baden-Baden (sre) – Der neue Chefdirigent der Baden-Badener Philharmonie Heiko Mathias Förster will mit ungewöhnlichen Angeboten ein breiteres Publikum ansprechen.

Der Neue: Dirigent Heiko Mathias Förster will Akzente setzen. Foto: Bernd Kamleitner

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Der Neue: Dirigent Heiko Mathias Förster will Akzente setzen. Foto: Bernd Kamleitner

An den Klassikern festhalten und gleichzeitig mit frischen Ideen und ungewöhnlichen Spielorten ein breiteres Publikum ansprechen: Das will der neue Chefdirigent der Baden-Badener Philharmonie, Heiko Mathias Förster, erreichen. Das Programm für die Saison 2022/2023 hält dementsprechend einige Überraschungen bereit. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Das Ziel: In der neuen Saison solle „eine Mischung und ein Repertoire gefunden werden für alle Altersstufen“, machte Förster im gemeinderätlichen Hauptausschuss klar. Natürlich seien Besucher von Sinfoniekonzerten traditionell älter, aber Ziel müsse es sein, nicht nur Senioren, sondern zumindest auch die Altersgruppe zwischen 30 und 60 anzusprechen. Dieser Zielgruppe wolle man ebenso etwas bieten wie den Touristen, die nur kurz in der Stadt weilten und vielleicht spontan ein kulturelles Angebot annehmen wollten.

Natur-Idylle – und bald Bühne: Unter anderem ein Klassik-Picknick am Solmssee ist in der nächsten Saison geplant. Foto: Sarah Reith

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Natur-Idylle – und bald Bühne: Unter anderem ein Klassik-Picknick am Solmssee ist in der nächsten Saison geplant. Foto: Sarah Reith

Die Neuerungen: Um das zu erreichen, sind in der kommenden Saison gleich mehrere neue Formate geplant. Gleich zum Start steht ein neuer Spielort auf dem Programm: Am 11. September wird es ein Klassik-Picknick am Solmssee geben. Dabei soll direkt in dem idyllisch gelegenen See am Michaelsberg eine Bühne aufgebaut werden, die von den darüber gelegenen Wiesen gut zu sehen sein wird. Auch das Programm soll gezielt ein breiteres Publikum ansprechen: Gespielt werden Stücke aus Filmen wie „Harry Potter“ oder „Star Wars“ ebenso wie Klassiker aus den Abo-Konzerten. Die Sommerveranstaltungen im Jahr 2023 werden dann zusammengefasst zum „Klassiksommer Baden-Baden“ wie Orchestermanager Arndt Joosten erläuterte. Auch hier gibt es neue Spielorte, die für Attraktivität sorgen sollen – etwa mit Konzerten auf dem Merkur am 16. und 17. Juni 2023.

Die Solisten: Sein Ziel, neue Besuchergruppen anzusprechen, will Heiko Mathias Förster auch über das Engagement namhafter Solisten erreichen. Er habe auch aufgrund persönlicher Kontakte einige international erfolgreiche Musiker gewinnen können, betonte der Chefdirigent. Er nannte unter anderem den tschechischen Hornisten Radek Baborak („sicher einer der besten Hornisten der Welt“), den Schweizer Trompeter Giuliano Sommerhalder, die britische Violinistin Jennifer Pike und die amerikanische Pianistin Claire Huangci, die alle mit dem Baden-Badener Orchester musizieren werden.

Ticket-Verkauf noch schleppend

Die Finanzen: „Wir verkaufen immer noch schleppend Tickets“, berichtete Orchestermanager Arndt Joosten mit Blick auf die Folgen von Corona. Umso erfreulicher sei es, dass man die Kooperation mit dem Festspielhaus stark habe ausbauen können. Dort wird die Philharmonie mehrfach im Einsatz sein, unter anderem wird sie ihr Silvester-Konzert dort geben, Opernsänger Plácido Domingo begleiten sowie das Hamburg-Ballett von John Neumeier. Außerdem wird der Klangkörper wieder Auftritte in verschiedenen Städten wie München, Luzern und Aix en Provence absolvieren.

Die Klassiker: Trotz neuer Akzente werden die „Flaggschiffe“ beibehalten, betonte Joosten. Auch 2022/23 soll es acht Abokonzerte geben und Sonderkonzerte an verschiedenen Festtagen. Ebenfalls weiter geben wird es die Carl-Flesch-Akademie – allerdings mit einem anderem Konzept. Dafür will man künftig ins Kloster Lichtenthal gehen, „dort wird gewohnt und studiert“, machte Joosten Lust auf frischen Wind für die „ehrwürdige Akademie“. Die Rosen- und Wandelkonzerte sowie die Auftritte im Schloss Neuweier sind wieder vorgesehen. Auch an einem weiteren Publikumsliebling, der Philharmonischen Parknacht, wird nicht gerüttelt: Diese findet in diesem Jahr am 30. Juli statt, 2023 am 29. Juli.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
18. Mai 2022, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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