Im Tunnel um Bad Bergzabern herum

Bad Bergzabern (vn) – Der Kurort in der Südpfalz ist Knotenpunkt mehrerer Bundesstraßen und deshalb einer erheblichen Verkehrsbelastung ausgesetzt. Ab 2026 soll sich das ändern.

Südwestlich soll Bad Bergzabern künftig umfahren werden können. Grafik: BT

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Südwestlich soll Bad Bergzabern künftig umfahren werden können. Grafik: BT

Kurbetrieb, Weinbau und Tourismus prägen das Städtchen Bad Bergzabern im Landkreis Südliche Weinstraße mit seinen knapp 8.300 Einwohnern. Zugleich ist es ein Knotenpunkt mehrerer Bundesstraßen, was regelmäßig eine erhebliche Verkehrsbelastung zur Folge hat. Abhilfe ist in Sicht: In Kürze beginnen die Bauarbeiten für eine langersehnte Ortsumfahrung. 2026 soll sie fertig sein.
Die neue Verbindung im Zuge der B427 wird 2.600 Meter lang sein und den überörtlichen Verkehr südwestlich um die Stadt herumführen. Sie beginnt unmittelbar an der Einmündung der L492 und knüpft im Süden an die B38 an. Rund 1.400 Meter der neuen B427 verlaufen in einem Tunnel. Parallel dazu verläuft ein Fluchtstollen.

Der Spatenstich ist schon eine Weile her. Im März 2017 war Landesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zu Gast. Er betonte damals: „Die neue Umgehungsstraße wird die Kurstadt Bad Bergzabern dann erheblich vom Durchgangsverkehr entlasten, die Sicherheit erhöhen und gleichzeitig die Wohnqualität der Anwohner verbessern.“

Das scheint dringend nötig, betrachtet man die vielen Einmündungen von Ortsstraßen, den Rad- und Fußgängerverkehr sowie parkende Fahrzeuge in Bad Bergzabern – und ebenso die teils dicht an die Straße reichenden Häuser.

Bund und Land investieren kräftig

Die vergangenen viereinhalb Jahre waren von Vorbereitungsarbeiten geprägt, wobei zuletzt relative Ruhe herrschte. Die Ausschreibungsunterlagen waren so komplex, dass der federführende Landesbetrieb Mobilität (LBM) Anfang 2020 eine Verschiebung des Tunnelanstichs ankündigte.

Mittlerweile rollen die Bagger. Die Baustelle wurde eingerichtet, der Voreinschnitt für den Tunnel erfolgte im Juli. Elmar Goerz vom LBM in Dahn, für Bau und Planung zuständig, ging gegenüber der Zeitung „Rheinpfalz“ vom Tunnelanstich im September, spätestens Anfang Oktober aus. Der Gesamtzeitplan soll trotz der Verzögerung eingehalten werden können, Ende 2026 soll die Ortsumgehung fertig sein.

Die Gesamtkosten werden vom LBM mit 61,8 Millionen Euro taxiert, die der Bund als Straßenbaulastträger bereitstellt. Ob und wie sich Kostensteigerungen bei öffentlichen Bauvorhaben und gestiegene Materialpreise auswirken werden, ist noch unklar.

Der Bund und das Land investieren übrigens kräftig in die Südpfalz: Seit einem Jahr ist die Ortsumgehung von Impflingen im Zuge der B38 fertig. Die Straße verbindet Bad Bergzabern mit Landau. Die Umgehung kostete den Bund 16 Millionen Euro. Und weiter nördlich gibt es laut Wissing eine tragfähige Variante für den weiteren Ausbau der B10 bei Annweiler und Birkweiler.

Ihr Autor

BT-Redakteur Volker Neuwald

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Erstellt:
17. August 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
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