Immer wieder Regelverstöße in Karlsruhe

Karlsruhe (win) – In der Fächerstadt hat die Polizei alle Hände voll zu tun, um größere Menschenansammlungen zu verhindern und Verwarnungen wegen Corona-Verstößen auszusprechen.

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Weihnachtlicher Marktplatz in Karlsruhe im Jahr 2018.  Foto: Uli Deck/dpa

© dpa

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Weihnachtlicher Marktplatz in Karlsruhe im Jahr 2018. Foto: Uli Deck/dpa

In mehr als 600 Fällen musste die Polizei allein am zurückliegenden Wochenende in der Karlsruher Innenstadt mündliche Verwarnungen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln aussprechen. Vereinzelt wurden auch – bei besonders hartnäckigen Fällen – Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Auch am bevorstehenden Wochenende wird mit größeren Problemen gerechnet.

Verzehr vor Ort nicht erlaubt

Eigentlich sind die Vorgaben ganz klar. Auf großen Schildern werden die Besucher des „Ersatz-Weihnachtsmarkts“ auf den zentralen Plätzen der Innenstadt, dem Marktplatz und dem Friedrichsplatz, auf die Maskenpflicht hingewiesen und auch darauf, dass der Verzehr von Speisen und Getränken vor Ort nicht erlaubt sei. „Alles to go“, steht geschrieben. Doch viele Besucher scheint das nicht sonderlich zu beeindrucken. So war der Marktplatz selbst am zurückliegenden Sonntag, trotz geschlossener Geschäfte, mit größeren Menschentrauben dicht bestückt. Wenn auch nicht so stark wie an den beiden vorhergehenden Tagen, wobei der Samstag laut Polizei den bisher größten Andrang gebracht hatte. Auch die verstärkte Polizeipräsenz hatte am Verhalten der Menschen zunächst nicht viel verändert, sodass schließlich schärfer und mit direkten Ansprachen eingeschritten werden musste.

Lautsprecherdurchsagen der Polizei

Auch am Mittwoch gab es in über 100 Fällen mündliche Ansprachen, nachdem sich auf dem Marktplatz und dem Friedrichsplatz erneut zu viele Menschen eingefunden hatten. Erneut versuchte deshalb die Polizei, mit Lautsprecherdurchsagen auf die Einhaltung der Corona-Regeln hinzuweisen.

Für Polizeisprecher Raphael Fiedler ist dies derzeit die beste Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen, denn die große Masse mache gezielte Kontrollen fast unmöglich. Erfreulich sei immerhin, dass den Aufforderungen der Polizei in der Regel Folge geleistet werde. Am Mittwoch habe sich beispielsweise der Friedrichsplatz nach solchen Durchsagen spürbar geleert – auch wenn der Effekt nicht von Dauer sei. Von allen Seiten würden ziemlich schnell neue Menschen nachrücken. „Das ist ein bisschen wie bei Sisyphos“, beschreibt Fiedlers Kollege Ralf Minet die Einsätze.

An Spitzentagen rund 20 Beamte im Einsatz

Insgesamt hat die Polizei auf den Innenstadtplätzen an den Spitzentagen inzwischen rund 20 bis 25 Beamte aus verschiedenen Revieren im Einsatz, mehr sei in der aktuellen Lage kaum möglich. Zusätzliche Kräfte würden beispielsweise durch die wöchentlichen „Querdenker“-Demos gebunden; hinzu kämen Einsätze auch außerhalb Baden-Württembergs. Außerdem bewege sich vieles um die Weihnachtsbuden herum im rechtlichen Graubereich. So liegt der Schwerpunkt derzeit auf Gruppen von mehr als fünf Besucherinnen und Besuchern, die sich an den einschlägigen Ständen mit Speisen und Getränken versorgen und anschließend zu dicht beisammenstehen. Fiedler erwartet, dass sich die Lage erst durch das vom Land geplante Alkoholverbot im Freien entspannt. Dieses ist frühestens Sonntag zu erwarten.

Die Polizei appelliert derweil auch an die Geschäftsleute, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Kundschaft bei Verstößen auch auf die Corona-Regeln hinzuweisen. Zumal für den Handel eine deutliche Verschärfung der Corona-Regeln noch vor Weihnachten fatal wäre.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.