Impfen bei der Tafel in Bühl

Bühl (urs) – „Piks to go“ bei der Bühler Tafel: Am Samstag konnten sich Impfwillige vor dem Bühler Tafelladen die Spritze setzen lassen. Die Einsatzgruppe ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Trotz Andrang läuft es reibungslos: Fünf Stunden lang ist das Team des Kreisimpfzentrums vor dem Bühler Tafelladen im Einsatz. Foto: Ursula Klöpfer

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Trotz Andrang läuft es reibungslos: Fünf Stunden lang ist das Team des Kreisimpfzentrums vor dem Bühler Tafelladen im Einsatz. Foto: Ursula Klöpfer

Anmelden. Aufklären. Ein Piks und ein Stempel ins Impfbuch. Pflaster drauf. 15 Minuten zur Beobachtung. Ein Stückchen Kuchen und ein Tässchen Kaffee dazu. Ein nettes Gespräch obendrein. Geschafft ist das Prozedere bei der Bühler Tafel.

So fix konnten sich die „Impfgäste“ (so liebevoll bezeichnete Sandra Hüsges, erste Vorsitzende der Bühler Tafel, die Impfwilligen) am Samstag von 10 Uhr bis 15 Uhr bei der Impfaktion des Kreisimpfzentrums direkt vor dem Bühler Tafelladen den Biontech-Impfstoff verabreichen lassen. Auch Ibrahim Altahan ist mit Mutter, Bruder und Schwester vor Ort. „Ich habe keine Angst vor Corona“, erklärt der Syrer mit fester Stimme. „Ich möchte aber auf keinen Fall, dass jemand aus meiner Familie diese Krankheit bekommt“, sagt der junge Mann und blickt dabei liebevoll auf seine Mutter. 2015 sei die Familie aus Syrien geflohen. Die deutsche Sprache? Ibrahim spricht sie nahezu fehlerfrei. Und sonst? Die Anfangszeit war schwer“, sagt der Schüler, der die achte Klasse besucht. „Doch jetzt ist die Familie sehr glücklich hier.“

Impfbereitschaft „nimmt etwas zu“

Wie die syrische Familie haben sich an diesem Tag viele Menschen eingefunden, um sich impfen zu lassen: ob zur Erstimpfung, Zweitimpfung oder sogar zum dritten Mal den Stich zu bekommen. „Wir haben sogar schon vor 10 Uhr angefangen, um die Schlange etwas zu reduzieren“, sagt der Leiter der Task Force des Kreisimpfzentrums, Dominik Zoller, und deutet lächelnd auf die Wartenden. „In den letzten Tagen haben wir festgestellt, dass die Impfbereitschaft wieder zunimmt.“

Die Stimmung vor dem Tafelladen ist locker und gelöst. Kinder spielen. Erwachsene unterhalten sich. Zur guten Stimmung tragen auch der heiße Kaffee und gespendete Kuchen bei. Auch das gesamte Impfteam ist gut drauf – routiniert, sehr freundlich und kompetent dazu. Es besteht neben Einsatzgruppenleiter Dominik Zoller, aus Dr. Ulrich Hoffmann aus Ottersweier, drei medizinischen Fachangestellten und zwei Damen des Kreisimpfzentrums.

28 Mal wir die Spritze an diesem Tag gesetzt. Foto: Ursula Klöpfer

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28 Mal wir die Spritze an diesem Tag gesetzt. Foto: Ursula Klöpfer

Direkt vor der Tür des Tafelladens ist sozusagen der „Check in“ errichtet, um sich für den „Piks to go“ anzumelden. Das Zelt daneben ist ein kleines Behandlungszimmer. Auch ein Ruheraum ist vorhanden. Hier zieht Krankenschwester Andrea Klebowski die Spritzen auf. Im Gespräch erzählt sie, dass sich immer mehr junge Menschen impfen lassen. 12-Jährige seien keine Seltenheit mehr. Im Beobachtungsbereich sitzen bereits die Schwestern Jennifer und Jessica Menzel. Wie war die Impfung? „Uns geht es gut“, lachen die beiden und fügen scherzend hinzu: „Bis jetzt.“ Kurze Zeit später gesellen sich auch Mutter und Bruder dazu. „Gleiches Leid für alle“, amüsiert sich die gut gelaunte Familie.

Mit Sonderaktionen auf allen Ebenen versuchen die Bundesländer derzeit die Impfbereitschaft zu steigern. Auch Sandra Hüsges, erste Vorsitzende der Bühler Tafel, hat im Vorfeld für den „Piks to go“ viel Werbung gemacht. „Wir haben jeden Kunden des Tafelladens angesprochen, um nach dem aktuellen Impfstatus zu fragen.“ Das Ergebnis war ernüchternd: „Wir haben festgestellt, dass etwas über 50 Prozent unserer Kunden geimpft sind.“

Sorge um Gesundheit der Mitarbeiter

So sei die Idee entstanden, direkt vor dem Tafelladen eine mobile Impfstelle einzurichten. Das Kreisimpfzentrum sagte spontan zu. Sandra Hüsges sorgt sich derzeit wieder bei erneut steigenden Corona-Fallzahlen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. „Ich fühle mich für die ehrenamtlichen Helfer und festangestellten Kollegen verantwortlich“, betont sie im Gespräch. Gründe, warum so viele Menschen noch nicht geimpft sind? Sandra Hüsges kann einige nennen: „Neben Ablehnung und Sprachbarrieren, sind oft auch fehlende oder fehlerhafte Informationen die Ursache.“

Am Samstag läuft jedoch alles super. „Wir sind sehr zufrieden“, ziehen Dominik Zoller und Sandra Hüsges am Ende des Tages Bilanz. Nach fünfstündiger Präsenz des Kreisimpfzentrums vor der Bühler Tafel sind 28 Personen immunisiert worden. Trotz der Ungewissheit im Vorfeld, wie groß der Andrang sein würde, habe der Ablauf reibungslos funktioniert. Auch die junge Frau, die gerade die Tafel verlässt, ist sichtlich froh. „Ich habe auf Facebook von der Aktion gelesen und dass man einfach so vorbeikommen kann.“ Ohne Wartezeit habe sie heute ihre Zweitimpfung bekommen.

Der Leiter des Einsatzteams, Dominik Zoller, weißt in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass man sich auch im Kreisimpfzehnrum Bühl in der Schwarzwaldhalle (Ludwig-Jahn Straße 6a) seit einiger Zeit täglich ohne Termin impfen lassen kann. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 14 bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 7 bis 14 Uhr.

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Erstellt:
6. September 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 15sec

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