Impfen in der Aula wird geprüft

Stuttgart (bjhw) – Baden-Württembergs Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz wirbt für seine Idee, noch vor Weihnachten die Impfkampagne auch an Schulen auszuweiten.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke befürworte Impfungen „wo immer es möglich ist, auch an Schulen“. Foto: Fabian Sommer/dpa

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FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke befürworte Impfungen „wo immer es möglich ist, auch an Schulen“. Foto: Fabian Sommer/dpa

Weil Schulen „der zentrale Ort sind, an dem wir Kinder und Jugendliche erreichen“, wirbt Baden-Württembergs Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz für seine Idee, noch vor Weihnachten die Impfkampagne entsprechend auszuweiten. Seinen Parteifreund Robert Habeck, den künftigen Vizekanzler, weiß er an seiner Seite. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hingegen bleibt zurückhaltend und will die sogenannte Impf-Rallye erst einmal prüfen lassen.

Auf insgesamt wenig Gegenliebe stößt die bundesweit diskutierte Idee, die Schulen schon deutlich vor Weihnachten zu schließen. Er befürworte Impfungen „wo immer es möglich ist, auch an Schulen“, so FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, „aber eine Impfung nimmt etwa eine halbe Stunde in Anspruch und nicht eine ganze Woche“. Deshalb könne auch weiter unterrichtet werden. Immerhin haben sich Schulen schon selbst mit Impfvorbereitungen auf den Weg gemacht. „Ziel ist es, weitere Modellprojekte an Schulen zu schaffen“, sagt Schwarz, „denn wir sind überzeugt, dass die Zeit vor den Weihnachtsferien eine Chance bietet, um Kinder und Jugendliche zu impfen und ihren Gesundheitsschutz über die Ferien zu erhöhen“.

Ferien sollen nicht vorgezogen werden

Habeck lobt den Gedanken, in Aulen oder auf Parkplätzen, in Schulhöfen oder Sporthallen dank mobiler Impfteams und ansässiger Ärzte Kinder zu impfen, als vorbildlich. Der Grünen-Fraktion schwebt eine Aktion vom 20. bis 23 Dezember vor. Für die ebenfalls anvisierte Gruppe der 5- bis 11-Jährigen erteilte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) allerdings noch eine Absage. Es könne zunächst nur um die älteren Schüler an den weiterführenden Schulen gehen. Bei den unter Zwölfjährigen müssten ausführliche Aufklärungsgespräche mit den Eltern geführt werden, außerdem werde Impfstoff für die Jüngeren frühestens am 20. Dezember geliefert.

Weiterhin gemeinsam hochgehalten wird das Ziel, Schulen, anders als in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg, im Land nicht vorzeitig vor dem 24. Dezember zu schließen. Die Eltern- und Lehrerverbände sind ebenfalls gegen diese Verlängerung der Ferien.

„Wenn Jugendliche sich weiter treffen dürfen, ist ja nicht geholfen“, warnt Matthias Schneider, der Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, „sondern im Gegenteil, denn aktuell werden 1,5 Millionen Schüler regelmäßig getestet, das aber entfällt dann auch“.


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