„Impfen to go“ auf dem Kaufland-Parkplatz

Rastatt (fuv) – Die Impfkampagne gegen Covid-19 in der Region geht neue Wege: Ein mobiles Impf-Team hat am Samstag seine Zelte auf einem Supermarkt- Parkplatz in Rastatt aufgeschlagen.

90 Erwachsene nehmen das Spontan-Angebot wahr; aber auch mit Impfgegnern bekommen es die Helfer zu tun. Foto: Frank Vetter

© fuv

90 Erwachsene nehmen das Spontan-Angebot wahr; aber auch mit Impfgegnern bekommen es die Helfer zu tun. Foto: Frank Vetter

Vier große Pagodenzelte, Stehtische, zwei Liegen, 15 Männer und Frauen: Ein mobiles Impf-Team des Kreisimpfzentrums (KIZ) Bühl hat am Samstag auf dem Parkplatz des Kaufland-Markts von 9 bis 20 Uhr „Impfen to go“ angeboten. 90 Erwachsene waren es am Ende, die sich mit dem Vakzin von Moderna gegen Covid-19 impfen ließen.
Zwei Ärzte, vier medizinische Fachangestellte (MFA) und Helfer des DRK Bühl/Achern und Rastatt stehen bereit. Während in der „Zeltstraße“ die eigentliche Impfprozedur abläuft, akquirieren DRK-Helfer vor den beiden Eingängen Impfwillige; die Marktleitung weist mit Durchsagen auf das Impfangebot hin.

Keine Anmeldung erforderlich

Für „Impfen to go“ bedarf es keiner Anmeldung. Und so kommen auch Kauflandkunden in den Genuss eines Covid-19-Schutzes, die das am Samstagmorgen wohl noch nicht für möglich gehalten hatten. Wie die Geschwister Michelle und Dennis Becht und ihr Freund Dennis Bergfort. „Wir wollten eigentlich nur einkaufen und wurden dann von einem Rot-Kreuzler angesprochen. Eine Impfung wollten wir ohnehin, es war für uns als Bäcker aber nicht so einfach, einen Termin zu bekommen“, freut sich Michelle Becht nach ihrer Erst-Impfung. Nun seien sie happy und erleichtert, strahlen die drei unter ihren Mund-Nasenschutzmasken. Eine Mitarbeiterin des Imbissstands am Seiteneingang nutzt eine Pause, um sich impfen zulassen. Es sei eine gute Aktion, betont sie. Nicht alle Kunden sehen das so: ganz im Gegenteil, manche reagieren ungehalten und lassen erkennen, dass neben Vorbehalten weiterhin Verschwörungsmythen kursieren. „Warum soll ich mich gegen etwas impfen lassen, dass es gar nicht gibt?“, habe ein Corona-Leugner gefragt, berichtet eine DRK-Helferin. Einer der Verschwörungsgläubigen bezog sich gar auf die Menschenversuche der Nazis.

„Es gibt aber auch ganz Liebe“, betont DRK-Helferin Heike Reuel. Manche hätten freudestrahlend verkündet, dass sie bereits zweimal geimpft seien und viel Glück gewünscht.

Möglichst viele sollen zum Impfen bewegt werden

Das „Impfen to go“ des KIZ ist eingebettet in die von der Landesregierung angestoßenen Aktionswoche „Dran bleiben BW“, die noch bis Mittwoch andauert, sagt Dominik Zoller vom KIZ. „Wir wollen auch weiterhin Sonderaktionen anbieten. Es geht darum, möglichst niederschwellige Impfangebote zu machen“, betont er. Keine Voranmeldung und Vorlage des Impfpasses: Das soll es eben auch spontan Impfwilligen ermöglichen, eines der Vakzine zu erhalten. Außerdem will das KIZ die Logistik bei solchen Aktionen wie am Samstag gering halten. Die Geimpften bekommen eine Bescheinigung und können sich dann in der Apotheke einen digitalen Impfnachweis erstellen, oder die Impfung beim Hausarzt in den Impfausweis eintragen lassen so Zoller. Die neuen Wege gehe das Impfzentrum, um möglichst viele Menschen zu einer Schutzimpfung zu bewegen, erklärt er. Als Beispiel nennt er das After-Work-Angebot des Kreisimpfzentrums in Bühl. Die samstägliche Aktion nennt Zoller gelungen und einen guten Auftakt für weitere. Der letzte Kurzentschlossene sei noch gekommen, als das Team schon am Abbauen war. „Neben der reinen Anzahl an Impfungen sehen wir als wichtig an, Präsenz zu zeigen und das Thema Impfen verstärkt in den Fokus zu rücken“, betont er gegenüber dem BT. Die Zweitimpfung für die Samstag-Impflinge ist am 1. September in der Rastatter Reithalle. Dort wird auch am kommenden Mittwoch ab 17 Uhr wieder erstgeimpft. Am Donnerstag ist im Rossi-Haus von 8 bis 16 Uhr ohne Anmeldung Impfen für jedermann.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.