„Impfen, was geht“

Elchesheim-Illingen (fuv) – Die Nachfrage ist groß, aber zum Schluss sind 40 Impfdosen übrig: Am Mittwoch fand die erste Impfaktion der Hausärztinnen im Bürgerhaus Elchesheim-Illingen statt.

Erster „Kunde“: Hans Moritz erhält im Bürgerhaus Elchesheim-Illingen von Nadine Zepf die ersehnte Booster-Impfung. Foto: Frank Vetter

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Erster „Kunde“: Hans Moritz erhält im Bürgerhaus Elchesheim-Illingen von Nadine Zepf die ersehnte Booster-Impfung. Foto: Frank Vetter

Unter der Überschrift „Elchesheim-Illingen krempelt die #Ärmel hoch“ bot die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den beiden ortsansässigen Ärztinnen Dr. Susanne Markant und Dr. Susanne Schmidt am Mittwoch eine Impfaktion im Bürgerhaus an. Die Nachfrage war groß.
Hans Moritz aus Elchesheim-Illingen steht seit 10 Uhr vor dem Bürgerhaus, das um 12 Uhr seine Pforten öffnet, und wartet auf seine Booster-Impfung. Die beiden ersten Dosen hat er im damaligen Kreisimpfzentrum in Bühl erhalten, erzählt er. Moritz, wie auch die Umstehenden in der zunächst nicht sehr langen Warteschlange, begrüßen es, dass es wieder das lokale Impfzentrum gibt.

Reihe der Wartenden wächst rasant

Bei winterlichen Temperaturen wächst die Reihe der Wartenden recht schnell an; um 12 Uhr sind es bereits über 100 Impfwillige. Knapp 300 Dosen des Vakzins von Biontech stehen zur Verfügung. Die ortsansässigen Hausärztinnen Susanne Markant und Susanne Schmidt bieten Erst-, Zweit- und die Drittimpfung an. Seit dem 7. April, dem ersten Impftag im Bürgerhaus, haben sie inzwischen mehr als 2.600 Impfungen verabreicht, erzählt Schmidt. Nach den Sommerferien habe die Nachfrage sehr stark nachgelassen. Insofern habe sie die Schließung der Impfzentren nicht überrascht, blickt sie zurück. Erstaunt jedoch ist sie über die rasante und bedrohliche Entwicklung der Infektionszahlen. Auch mit den vielen Impfgegnern habe sie nicht gerechnet. „Impfen, was geht“ sei nun die Devise, appelliert die Medizinerin eindringlich.

Wunsch nach mehr Anerkennung

13 Helfer sorgen im Bürgerhaus für einen reibungslosen Ablauf. Die Mitarbeiterinnen der Arztpraxen sind mit dabei, aber auch Verwandte und ein Nachbar. Er misst die Körpertemperatur der Impflinge. „Nachbarschaftshilfe“, sagt er und lacht. Die medizinische Fachangestellte Nadine Zepf erzählt, dass sie seit fast zwei Jahren mit Corona befasst ist. Erst das Testen, dann die Impfaktionen. Es sei eine große Belastung für das Personal der Arztpraxen. Sie hat drei Kinder. Ihr Mann arbeite seit einem Jahr ausschließlich Spätschicht. „Ich komme um 13 aus der Praxis, dann geht mein Mann arbeiten. Dazu kamen Samstage im Bürgerhaus. Wir sehen uns nur selten“, berichtet sie. Aber: „Ich liebe meinen Job. Wir wünschen uns halt etwas mehr Anerkennung“, sagt sie und gibt Hans Moritz die erste Spritze des Tages. Am Ende hat das Team 260 Impfungen verabreicht.

Am 4. Dezember von 9 bis 12 Uhr gibt es in Elchesheim-Illingen eine weitere Impfaktion der beiden Hausärztinnen im Bürgerhaus, bei der die Impfstoffe von Biontech und Moderna verabreicht werden.

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Erstellt:
25. November 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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