„Impfrallyes“ an Schulen geplant

Stuttgart (bjhw) – Nur eine von 4.500 Schulen im Land ist nach Angaben des Sozialministeriums derzeit coronabedingt geschlossen. Derzeit sind lediglich 0,73 Prozent der Schüler positiv getestet.

Knapp 44 Prozent der unter 18-Jährigen sind zweimal geimpft. Foto: Fabian Sommer/dpa

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Knapp 44 Prozent der unter 18-Jährigen sind zweimal geimpft. Foto: Fabian Sommer/dpa

Die Kultusminister der Länder haben ihre Position bekräftigt, Schulen in der Pandemie möglichst nicht mehr zuzumachen. Die Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch die Ampel-Regierung lassen großflächige Schließungen ohnehin nicht zu, lokal bleiben sie aber erlaubt.

Bundesweit ist nach den bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag vorgelegten Zahlen an 140 Standorten gegenwärtig coronabedingt kein Präsenzunterricht möglich, in Baden-Württemberg dagegen ist nur eine einzige der rund 4.500 Schulen ganz geschlossen. Außerdem werden in der KMK „niedrigschwellige Impfangebote“ für Eltern und Kinder geprüft. Das Land will an 13 Standorten eine „modellhafte Impfrallye“ starten.

Ab wann können Schüler unter zwölf Jahren geimpft werden?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat angekündigt, Corona-Impfungen bei Kindern mit Vorerkrankungen sowie mit Kontakt zu Risikopatienten jetzt grundsätzlich zu empfehlen. Bisher konnten Fünf- bis Zwölfjährige schon in begründeten Einzelfällen geimpft werden. Außerdem sollen auch Familien mit „individuellem Wunsch“ zum Zuge kommen. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) erwartet die erste Impfstoff-Lieferung am kommenden Montag. Der Bund habe rund 300.000 Kinderimpfdosen für den 13. Dezember zugesagt, eine weitere Lieferung soll im Januar folgen. „Darauf verlassen wir uns“, so Lucha. Kinderärzte könnten noch vor Weihnachten starten.

In welchen Schulen wird geimpft?
Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz schlug vor, die Tage vor Weihnachten für eine „Impfrallye“ zu nutzen, um „Kinder und ihre Familien sicher und gesund über die Feiertage zu bringen“. Ausdrücklich solle auch an Grundschulen geimpft werden. Schwarz und der Bildungsexperte der Fraktion, Thomas Poreski, hätten sich vorstellen können, dass Baden-Württemberg eine Vorreiter-Rolle unter den Ländern übernimmt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) reagierte skeptisch und wies Kultus- sowie Sozialministerium an, den Vorschlag zu prüfen. Zeitnah, sagt eine Sprecherin Luchas auf BT-Anfrage, würden die 13 Schulstandorte bekannt gegeben, um die Möglichkeiten einer solchen Rallye zu erproben. Grundschulen seien aber nicht darunter. Schüler über zwölf könnten bereits seit August geimpft werden. Nach Angaben des Sozialministeriums sind schon zahlreiche Aktionen an Schulen mit mobilen Impfteams organisiert worden. Das Landesgesundheitsamt erfasst die Impfquoten auch nach Altersgruppen: Aktuell sind knapp 44 Prozent der unter 18-Jährigen zweimal geimpft und 51 Prozent einmal.

Sind weitere Schulschließungen zu befürchten?
An 133 von insgesamt knapp 2.200 der von Corona betroffenen Schulen im Land sind 172 Klassen nach einer Infektion oder dem Verdacht auf eine Infektion vorübergehend nicht im Präsenzbetrieb. „Nur zur Relation“, so ein Sprecher des Kultusministeriums weiter, „in Baden-Württemberg gibt es insgesamt ungefähr 67.500 Klassen und rund 4.500 Schulen.“ Gemeldet seien 10.685 auf Covid-19 positiv getestete Schülerinnen und Schüler, was einen Anteil von 0,73 Prozent der gesamten Schülerschaft bedeute, 11.186 Schüler befänden sich in Quarantäne, „und das entspricht 0,76 Prozent aller Schüler im Land“.

Wie ist die Lage unter Lehrkräften?
Auch darüber führt das Kultusministerium eine tagesgenaue Statistik: Aus allen Schulen wurden 667 positiv getestete Lehrkräfte gemeldet. Das sind 0,48 Prozent. 490 Lehrer oder 0,36 Prozent befinden sich in Quarantäne.

Ihr Autor

BT-Korrespondentin Brigitte J. Henkel-Waidhofer

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Erstellt:
9. Dezember 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

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