Impfzentrum in Bühl strafft immer wieder Vorgehen

Bühl (sga) – In 25 Minuten zum Schutz: Im Kreisimpfzentrum in der Bühler Schwarzwaldhalle werden die einzelnen Stationen immer wieder optimiert. Da wird auch mal die Halle kurzerhand umgebaut.

Hier wird nur aufgezogen, was auch wirklich benötigt wird: Nathalie Wick muss nach jeder Aufbereitung alles genau dokumentieren. Foto: Sarah Gallenberger

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Hier wird nur aufgezogen, was auch wirklich benötigt wird: Nathalie Wick muss nach jeder Aufbereitung alles genau dokumentieren. Foto: Sarah Gallenberger

Um 12 Uhr mittags könnte man meinen, in der Bühler Schwarzwaldhalle sei gerade Pause: Die Stühle im Wartebereich sind nahezu unbesetzt, die Stimmung in dem Kreisimpfzentrum (KIZ) ist ruhig. Doch der Schein trügt. Denn beim Blick hinter die Kulissen fällt auf: Hier kann es sehr wohl etwas stressig werden. Davon sollen die Besucher allerdings nichts mitbekommen.

„Und damit wir das gewährleisten können, optimieren wir immer wieder unsere internen Prozesse“, erklärt Tobias Ulrich. Der Leiter des KIZ legt viel Wert darauf, den Ablauf für die Impflinge so bequem wie möglich zu gestalten: „Dazu gehört auch der ein oder andere Umbau in der Halle.“ Denn einzelne Schritte, so Ulrich, können durchaus gebündelt werden – was beispielsweise mit einer geringeren Wartezeit verbunden ist.

Und warten, das will in den Kreisimpfzentren keiner. „Die Leute haben teilweise sehr lang in der Hotline zur Terminvergabe gesteckt und sind oft sehr nervös“, hat Dr. Carl Hoernecke bei seiner Arbeit vor Ort schon oft beobachtet. Und auch ansonsten scheint der ärztliche Leiter des KIZ mit wachsamen Augen durch die Schwarzwaldhalle zu gehen. Beim Sicherheitsdienst oder dem medizinischen Fachpersonal aufkommende Fragen beantwortet er auch mal zwischendurch – „von langen Wegen bin ich kein Fan“.

Dr. Carl Hoernecke ist der ärztliche Leiter vor Ort. Foto: Sarah Gallenberger

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Dr. Carl Hoernecke ist der ärztliche Leiter vor Ort. Foto: Sarah Gallenberger

Gut gefällt ihm allerdings das aktuelle Vorgehen vor Ort: „Wer sich angemeldet hat, kann direkt zur Registratur, das ist nur selten mit langen Wartezeiten verbunden.“ Um unnötige Menschenansammlungen oder mögliche Verwirrungen auszuschließen, wurden die Seitenwände der Registratur-Kabinen mit einzelnen Lichtern versehen, die selbsterklärend sind: Wenn es grün leuchtet, darf man näher treten und seine persönlichen Daten abgeben. „Das geht hier wirklich schnell. Vor allem dann, wenn die Impflinge gut vorbereitet sind und die Dokumente schon ausgefüllt mitbringen“, so Hoernecke.

Wer möchte, kann danach ein Aufklärungsvideo anschauen – oder eben auch nicht. „Wir verpflichten auch deshalb niemanden dazu, weil viele vorher schon Bescheid wissen“, begründet Ulrich das Vorgehen. Man könne davon ausgehen, dass ein Impfling, der seit Wochen auf den Termin wartet, sich im Vorhinein ausreichend informiere. „Falls nicht, seht das Video dann ja trotzdem zur Verfügung.“

Akkordarbeit hinter den Kulissen

Die meisten Fragen ergeben sich laut Hoernecke allerdings sowieso im individuellen Gespräch mit dem Arzt. Und auch hier haben die Beteiligten einiges getan, um Wartezeiten auf das Minimum zu reduzieren: Während beispielsweise das KIZ im Baden-Badener Kurhaus jeden einzelnen Schritt auch in jeweilige Stationen umsetzt, erfolgen in Bühl das ärztliche Vorgespräch, die Impfung und der dazugehörige Eintrag in den Pass in einem Wisch, und der Bürger kann (nach einer zusätzlichen Ruhezeit) rund 25 Minuten später den Heimweg antreten – für Hoernecke und Ulrich eine Zeitspanne, die durchaus vertretbar ist.

Damit im öffentlichen Bereich ein Besucher nach dem anderen den Stoff injiziert bekommen kann, herrscht hinter den Kulissen Akkordarbeit. „Hier ziehen wir die Spritzen auf, alle einzeln – und nur so viele, wie auch gebraucht werden“, erklärt Markus Meister, der als Leiter der Impfaufbereitung ganz genau weiß, wie mühsam – aber durchaus wichtig – auch der bürokratische Aufwand ist.

Und es ist gar nicht so einfach, den Überblick über die einzelnen Impfstoffe und die Menge der aufgezogenen Spritzen nicht zu verlieren. Deshalb gibt es unzählige Listen mit verschiedenen Farben: Blau für Biontech und Grün für Astrazeneca. „Auch wenn es viele immer noch vermuten: Wir haben am Ende des Tages keine unnötigen Reste, die dann an irgendwelche Personen verspritzt werden“, betont Meister. Auch deshalb nicht, weil immer wieder nachgezählt werde. „Wir wissen zu jedem Zeitpunkt, wie der Bestand ist“, so der Leiter der Impfaufbereitung in der Schwarzwaldhalle. „Hier geht nichts verloren.“

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Erstellt:
6. April 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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