In Bühl laufen die Wahlen zum Klimaschutzpreis

Bühl (nad) – Der Countdown zur Vergabe des ersten Klimaschutzpreises der Stadt Bühl läuft: Noch bis zum 10. September können Bürger unter sieben Projekten für ihren persönlichen Favoriten stimmen.

Bürger ab 16 Jahren können ihre Stimme im Rathaus 4 oder im Internet abgeben. Foto: Stadt Bühl

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Bürger ab 16 Jahren können ihre Stimme im Rathaus 4 oder im Internet abgeben. Foto: Stadt Bühl

Wer wird Bühls Klimaheld? Zum ersten Mal verleiht die Stadt Bühl in diesem Jahr einen Klimaschutzpreis im Rahmen des Nachhaltigkeitsfonds. Neben der neunköpfigen Jury dürfen auch die Bürger noch elf Tage lang für ihren Favoriten abstimmen. Sieben Projekte aus Bühl und Umgebung stehen dabei zur Auswahl, über 250 Stimmen haben sie im Internet schon bekommen.

Ab diesem Jahr möchte die Stadt Bühl besonderes Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltschutz jährlich mit dem neu kreierten Klimaschutzpreis anerkennen. Dabei winken den teilnehmenden Projekten Geldpreise zwischen 250 und 2.500 Euro.

Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des 2017 gegründeten Klimabeirats, vergibt fünf Preise; ein sechster Preis wird dem Publikumsliebling mit den meisten Stimmen verliehen. Noch bis zum 10. September können Bürger ab 16 Jahren ihre Stimme online oder im Rathaus 4 abgeben.

Auch kleine Privatprojekte stehen zur Auswahl

Die sieben teilnehmenden Projekte beweisen, dass der Klimaschutz in Bühl gelebt werde, betont der städtische Klimaschutzmanager Martin Andreas in einer Pressemitteilung. Vertreten sind unter anderem kleine Privatprojekte, die zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen und ein umweltfreundlicheres Zuhause schaffen. So wechselte beispielsweise eine Weitenunger Familie vom Heizölkessel zur Holzpelletheizung, mit der sie jetzt jährlich rund acht Tonnen CO2 einspart. In Kappelwindeck können bei einer Familie dank Sonnenergie vom eigenen Dach circa zwei bis drei Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, ein Neusatzer Haushalt tankt sogar mit seinem elektrischen Kleinwagen hauseigenen Strom, der von der Photovoltaikanlage bereitgestellt wird, und erreicht damit einen Autarkiegrad von rund 50 Prozent.

Auch Projekte für die Allgemeinheit, einige davon wurden bereits im BT vorgestellt, stehen zur Auswahl. Unter ihnen der Wildkräutergarten in Eisental, in dem seit 2018 der Eisentäler Heimatverein daran arbeitet, ein vernachlässigtes Wildpflanzenareal am Dorfrand in der Nähe des Kneipp-Beckens in einen Erlebnis- und Wildkräutergarten zu verwandeln. In dem Areal, das als Permakultur angelegt wurde, finden sich mittlerweile über 200 verschiedenen Pflanzenarten, die in unterschiedlichen Bereichen ein Erlebnis für alle Sinne bieten sollen, von Heilkräutern über Wildrosen bis zu Küchenkräutern. Ein Paradies auch für Insekten, zumal Nisthilfen für Wildbienen im Garten angelegt wurden.

Ein Stück weiter auf einem alten Weinberg in Affental gibt es dank Familie Fröhlich und ihrem „Schlaraffental“ einen artenreichen und permakulturell bewirtschafteten Waldgarten, der auf über 6.000 Quadratmetern viel Natur und Lebensraum schafft. Neben heimischem Obst und Gemüse wie Äpfeln oder Kartoffeln wachsen und gedeihen hier auch exotische Pflanzen, beispielsweise Mandeln und Khakis. Die Familie bewirtschaftet ihren Waldgarten natürlich und vermeidet Pestizideinsatz. Sie möchte mit ihrem Garten ein „kleines Paradies für Menschen und Tiere schaffen“, und will den Garten für die Öffentlichkeit zugänglich machen, ob mit Gartenrundgängen oder Kooperationen mit Schulen.

In Vimbuch heißt es seit 2020 „Nimms und Brings – verwenden statt verschwenden“. Familie Schübert hat in ihrem privaten Hof ein Tauschregal errichtet, in das man Gegenstände stellen kann, die man selbst nicht mehr benötigt, aber die zu schade zum Wegwerfen sind. Wer möchte, kann sich auch etwas im Austausch mitnehmen. Täglich rund 50 Tauschwillige nutzen das Angebot der Familie und tragen so dazu bei, dass Konsumgüter wie Dekogegenstände, Kleidung und Geschirr weiter genutzt werden, statt einfach nur im Müll zu landen.

Auch die Bühler Tafel leistet ihren Beitrag zum Klimaschutz, denn dank Spenden konnte sie 2020 in die Jahre gekommene und dementsprechend energieverschwendende Gefriergeräte für neue Anlagen eintauschen. So werden jetzt jährlich circa 1,5 Tonnen CO2 eingespart.

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In Bühl laufen die Wahlen zum Klimaschutzpreis
Dank des Tauschregals von Familie Schübert werden Gegenstände vor der Entsorgung bewahrt. Foto: Martina Fuß/Archiv

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In Bühl laufen die Wahlen zum Klimaschutzpreis
Üppige Vegetation im Wildkräutergarten am Dorfrand von Eisental: Über 200 verschiedene Pflanzenarten wachsen hier. Foto: Lukas Gangl/Archiv

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In Bühl laufen die Wahlen zum Klimaschutzpreis
In Neusatz tankt ein E-Auto hauseigenen Solarstrom. Foto: Stadt Bühl

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Ein „kleines Paradies für Menschen und Tiere“: Das „Schlaraffental“ in den Affentaler Hügeln. Foto: Stadt Bühl

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www.buehl.de/klimaschutz-publikumspreis

Ihr Autor

BT-Volontärin Natalie Dresler

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Erstellt:
31. August 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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Dank des Tauschregals von Familie Schübert werden Gegenstände vor der Entsorgung bewahrt. Foto: Martina Fuß/Archiv

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