In Kuppenheim geht’s im Süden weiter

Kuppenheim (sawe) – In der Kuppenheimer Ortsdurchfahrt ist ab Frühjahr die nächste Großbaustelle geplant: Dann soll der südliche Teil der Friedrichstraße für rund 1,8 Millionen Euro saniert werden.

Die Sanierungsarbeiten der nördlichen Friedrichstraße sollen im November beendet werden können. Foto: Frank Vetter

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Die Sanierungsarbeiten der nördlichen Friedrichstraße sollen im November beendet werden können. Foto: Frank Vetter

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt L67 im Norden Kuppenheims geht weiter voran: Die Arbeiten ab dem Einmündungsbereich Wilhelmstraße bis zum Verkehrsknotenpunkt Fritz-Minhardt-Straße sollen im November abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr gibt es dann die nächste Großbaustelle im südlichen Teil der Friedrichstraße. Der Kuppenheimer Gemeinderat hat die Planung für das 370 Meter lange Straßenstück zwischen Friedhof und Ringstraße am Montagabend einstimmig gebilligt. Baustart soll im Frühjahr 2022 sein.
Ursprünglich hatte das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe als Baulastträger nur eine Deckensanierung vorgesehen, doch auf Anregung der Stadt Kuppenheim wird nun der gesamte Straßenraum neu konzipiert, da die Fahrbahn in dem Bereich sehr breit ist. Kuppenheim übernimmt federführend die Planung und Durchführung der Maßnahme, die sich auf nun insgesamt 1,8 Millionen Euro summiert. Davon trägt das Regierungspräsidium 1,17 Millionen Euro, die Stadt Kuppenheim 640.000 Euro. Das RP kommt für den kompletten Rückbau der bestehenden Fahrbahn inklusive Busbuchten, Fahrbahnfläche, Rinnenplatten sowie deren Neuherstellung auf, die Knöpflestadt für den Rückbau der bestehenden Gehwege inklusive Bordsteine sowie die Neuherstellung der Gehwege, Parkbuchten und Bepflanzungen.

Radschutzstreifen und neue Bäume

Entsprechend der Planung, die Stefan Keßler, Leiter des Fachbereichs Bauen, am Montagabend im Gremium vorstellte, sollen Radschutzstreifen ausgewiesen, Längsparkplätze mit Baumstandorten entlang der Fahrbahn geschaffen und die Bushaltestelle barrierefrei gestaltet werden. Konkret bedeut dies: Die zehn Meter breite Fahrbahn wird auf acht Meter verschmälert, beidseitig werden je 1,75 Meter breite Radschutzstreifen angelegt. Bei den 20 neuen Längsparkplätzen entlang des Fahrbahnrands wird zusätzlich ein 50 Zentimeter bereiter Sicherheitstrennstreifen zwischen den Parkplätzen und den Radschutzstreifen auf der Fahrbahn vorgesehen, sodass die Fahrbahn zwischen den Bordsteinen bis auf neun Meter aufgeweitet wird. Die Gehwege sind in der Regel zwei Meter breit und verschmälern sich lediglich bei Zwangspunkten wie etwa Treppenanlagen auf bis zu 1,50 Meter. Es werden insgesamt zehn neue Bäume entlang der Fahrbahn gepflanzt. Die Baumstandorte zwischen der Heinrich-Geiler-Straße und der Kolpingstraße bleiben erhalten, jene zwischen Kolping- und Ringstraße müssen allerdings wegen der Linienführung der Fahrbahn und Ausweisung von Parkplätzen durch neue Bäume sowie beidseitige Baumbeete ersetzt werden.

Bushaltestelle wird barrierefrei

Die Bushaltestelle im Bereich des Klinikums Mittelbadens „Haus Fichtental“ wird als barrierefreie Haltestelle in Form eines Haltekaps (der Bus hält auf der Fahrbahn) mit umgebaut. Dadurch werde die Ortsdurchfahrt weiter unattraktiv. Auf einer Länge von 18 Metern wird ein Busbordstein mit 18 Zentimeter Anschlag am Fahrbahnrand eingebaut. Zudem werden Haltestelle und auch die Fußgängerampel mit einem Blindenleitsystem ausgestattet.

Mit der Straßensanierung und -umgestaltung ergeben sich Möglichkeiten, wirtschaftliche Synergien für die Verlegung der Ver- und Entsorgungsleitungen zu nutzen. Die Eneregio will Stromleitungen austauschen, Wasserleitungen erneuern und neue Hausanschlussleitungen bis zur Grundstücksgrenze legen. Der Gemeinderat hat daher die Erneuerung von Hausanschlussleitungen (etwa rund 75.000 Euro Kosten) und eine erforderliche Aufdimensionierung des Mischwasserkanals (100.000 bis 150.000 Euro Kosten im ersten Bauabschnitt) beschlossen. Die Kanaltrasse, die teilweise quer unterhalb von Privatgrundstücken verläuft, wird künftig verlegt. Die notwendigen Mittel dafür werden in den nächsten Haushaltsjahren bereitgestellt.

Mußler: Deutliche Verbesserung

Für den Vollausbau wird eine Vollsperrung erforderlich. Die Bauzeit wird mit über einem Jahr angesetzt, bis zum Winter sollen jedoch die Großbaumaßnahmen „durch sein“. Bürgermeister Karsten Mußler sprach von einer deutlichen Verbesserung für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer. Die Planung sei ausgewogen und berücksichtige auch das Thema Parken. Aufgenommen wurde zudem eine Anregung aus dem Gemeinderat, die Radfahrstreifen im Kreuzungsbereich rot zu markieren.

Wie am Sitzungsabend weiter zu erfahren war, hat die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises jetzt auch eine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer im neu überplanten Bereich der Friedrichstraße Süd in Aussicht gestellt, nachdem sich die gesetzlichen Regelungen der Lärmwerte, abhängig von den Verkehrszahlen, 2020 geändert haben. Die Stadt Kuppenheim begrüßt dies, da dann in der Friedrichstraße durchgängig Tempo 30 gelten würde. Bisher sind auf dem Abschnitt zwischen Ortseingang und Ringstraße tagsüber (bis 22 Uhr) noch Tempo 50 erlaubt. In Kuppenheim rollen täglich 10.000 Fahrzeuge durch den Ort, der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt bei 3,6 Prozent. Da die Zahlen noch aus dem Jahr 2015 stammen, müssen die Lärmwerte aufgrund von aktuellen Verkehrszahlen für den Antrag auf Tempo-Limit neu berechnet werden.


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