In Loffenau schließt die letzte Bäckerei

Loffenau (vgk) – Nach mehr als 100 Jahren schließt die Bäckerei Laupp in Loffenau ihre Pforten. In guter Erinnerung bleibt auch der Tatort-Dreh mit Kommissar Bienzle.

Abschied: Die Mitarbeiter Sabine Gräßle, Reinhold Dotter und Claudia Lunghard sowie Rita und Günter Laupp (von links) begrüßen am 9. Januar letztmals Kunden im „Hecke Bäcke“. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Abschied: Die Mitarbeiter Sabine Gräßle, Reinhold Dotter und Claudia Lunghard sowie Rita und Günter Laupp (von links) begrüßen am 9. Januar letztmals Kunden im „Hecke Bäcke“. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Nach mehr als 100 Jahren bleibt zukünftig der Backofen in der Bäckerei Laupp in Loffenau für immer kalt. Bis zum 31. Dezember konnten die Kunden noch Backwaren bestellen, die bis zum 9. Januar in den Verkauf kommen. Mit diesen letzten Verkaufstagen endet die Ära „Hecke Bäcke“ in der Schulgasse.

Nochmals richtig rund ging es an diesen letzten Tagen für die Mitarbeiter des Bäckereifachbetriebs. Dazu gehören Reinhold Dotter, der schon seit fast vier Jahrzehnten mit an Bord der Backstube ist, und die Verkäuferinnen Sabine Gräßle und Claudia Lunghard. Die Kunden gaben sich jedenfalls die Klinke in die Hand.

Vor 38 Jahren, 1983, übernahm Bäckermeister Günter Laupp gemeinsam mit seiner Frau Rita den Familienbetrieb von seinen Eltern Berta und Albert Laupp. Die Initiative zur Betriebsgründung hatte 1908 Großvater Friedrich Hecker ergriffen. Am heutigen Samstag verabschieden sich die Familie und das Team in den wohlverdienten Ruhestand. „Wir freuen uns wirklich auf das, was dann kommt“, meinte Rita Laupp im BT-Gespräch.

Die Nächte und das frühe Aufstehen in knapp vier Jahrzehnten der Tätigkeit, die der Bäckermeister in seiner Backstube verbrachte, bleiben ungezählt. Genauso wie die Anzahl der bis zum Schluss von Hand geformten und auf traditionelle Weise hergestellten Brötchen, Brote, Kuchen und Kleingebäck für Kunden, Vereinsfeste, Gastronomen und Firmen. Viele nette Gespräche entwickelten sich zwischen Brotregal, Theke und Kundschaft. „Mit der Schließung endet ein großes Stück Loffenauer Geschichte“, bedauerte Bürgermeister Markus Burger, der die Bäckerei von Kindheitstagen an kennt.

Kulisse für „Bienzle und der Tod im Teig“

Zu bundesweiter Berühmtheit kam der Loffenauer Fachbetrieb durch den Tatort „Bienzle und der Tod im Teig“ mit Dietz-Werner Steck in der Hauptrolle als Kommissar Ernst Bienzle. Dieser findet auf der Rückfahrt von einer Tagung den Bäckermeister tot mit dem Kopf im Brotteig steckend. Zum Glück war diese Szene nur Fiktion.

Es war die 525. Tatortfolge, gedreht vom Südwestrundfunk; Regie führte Hartmut Griesmayr. Zum ersten Mal flimmerte der Tatort am Sonntag, 2. März 2003, über den Bildschirm.

Die Tage der Dreharbeiten waren sehr anstrengend, erinnert sich die Ehefrau des Bäckermeisters. Diese begannen zumeist um 11 Uhr und dauerten im Allgemeinen bis 1 Uhr nachts. „Anfänglich hatten wir noch geöffnet, doch dann entschlossen wir uns dazu, das Backen und Verkaufen bis zum Enden der Filmaufnahmen einzustellen“, erzählt Laupp.

Wie es der Zufall so will, stand zu diesem Zeitpunkt die Wohnung über der Backstube leer. In dieser konnten sich die Schauspieler ausruhen sowie das eine oder andere Nickerchen machen und sich von der Bäckereibesitzerin verwöhnen lassen. „Denen hat es bei uns richtig gut gefallen und alle Beteiligten waren auch sehr nett“, erinnert sich die Geschäftsfrau gerne an die Dreharbeiten zurück.


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