In Scheune in Kartung wird aus Altem Neues

Sinzheim (nie) – Kerstin Nutsch möchte in der Tiefenauerstraße eine Upcycling-Werkstatt einrichten. Für das Kleinprojekt hat die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden eine Förderung zugesprochen.

Hereinspaziert: So sieht es im Inneren der Scheune momentan aus. Kerstin Nutsch möchte den Raum für Kurse und viele weitere Ideen nutzen und baut ihn daher um. Foto: Nina Ernst

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Hereinspaziert: So sieht es im Inneren der Scheune momentan aus. Kerstin Nutsch möchte den Raum für Kurse und viele weitere Ideen nutzen und baut ihn daher um. Foto: Nina Ernst

„Die Liebe zur Natur war schon immer da“, sagt Kerstin Nutsch in ihrem schönen, alten und gleichzeitig neuen Haus in Kartung. Noch nicht da ist dagegen die sogenannte Upcycling-Werkstatt in der Scheune direkt am Wohngebäude. Die Pläne, um die Werkstatt aber aufblühen zu lassen, die stehen schon.

Und so ganz stimmt das mit dem noch nicht bestehenden Arbeitsraum auch nicht – denn im gesamten Gebäude in der Tiefenauerstraße ist die Vergangenheit des alten Bauernhauses greifbar. Vor fast neun Jahren haben sich Kerstin Nutsch und ihr Ehemann Philipp an diese „Lebensaufgabe“, wie sie es nennt, gemacht: Sie kauften das Haus, renovierten rund drei Jahre lang und hauchten dabei scheinbar alten Materialien, die nicht mehr den heutigen Wohnstandards genügten, neues Leben ein. So besteht beispielsweise ihre Veranda aus herausgebrochenen Hölzern des ehemaligen Wohnbereichs. Aus Alt mach Neu, Upcycling eben, lautet also schon lange die Devise der Nutschs.

Liebe zur Natur und Umwelt

Für Kerstin Nutsch sei die Liebe zur Natur und zur Umwelt eine Berufung – und die Möglichkeiten, die dadurch geboten werden, die will sie anderen Menschen zugänglich machen. So soll in der rund 35 Quadratmeter großen Scheune eine Werkstatt zur Herstellung von Dekoartikeln und Raum für Verkauf und Kurse entstehen. Gearbeitet werden soll laut Kerstin Nutsch hauptsächlich mit Naturmaterialien wie Holz und Steine, gebrauchten Dingen wie Milchtüten sowie Flohmarktartikeln. Diesen Beitrag zur Nachhaltigkeit hat auch die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden erkannt und kürzlich dem Kleinprojekt eine Förderung zugesprochen. „Bei der Zusage habe ich einen Luftsprung gemacht“, verbildlicht Kerstin Nutsch ihre Freude. Doch: Auch ohne die Leader-Fördermittel hätte sie ihr Vorhaben umgesetzt, versichert sie.

Das alte Scheunentor wird einer Glasfront weichen. Das Holz wird Familie Nutsch aber sicher wiederverwerten. Foto: Nina Ernst

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Das alte Scheunentor wird einer Glasfront weichen. Das Holz wird Familie Nutsch aber sicher wiederverwerten. Foto: Nina Ernst

Durch den Zuschuss habe sie jetzt aber die Option, bessere Gerätschaften anzuschaffen, die sie in der Werkstatt verwenden will. Angedacht sind nämlich Bastelkurse, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene – und da braucht es eben Dinge wie Akkubohrer oder Heißluftpistolen. Das gesamte Förderbudget von etwa 20.000 Euro werde sie wohl nicht benötigen, denn wie schon im Wohnhaus selbst, wollen sie und ihr Mann in der Scheune das allermeiste selbst machen. Philipp Nutsch sei momentan an den Planungen, wie man den Raum am besten nutzen könne. Fest steht schon, dass es eine Fußbodenheizung geben wird und das große Scheunentor durch eine Glasfront ersetzt wird. Die 43-Jährige, die in Baden-Baden geboren ist, hofft darauf, im Sommer dann ihre Ideen an den Mann zu bringen.

Flexible Nutzung

Und vor Ideen sprudelt Kerstin Nutsch nur so. In jedem Fall soll die Scheune so gestaltet werden, dass sie flexibel nutzbar ist: Eben für Bastelangebote, vielleicht auch im Rahmen eines Ferienprogramms, für Basare, für kleine Events, sprich Kurse rund ums Dekorieren oder in Sachen ätherische Öle. „So etwas muss wachsen und wir müssen natürlich erst einmal schauen, wie es angenommen wird“, ist Kerstin Nutsch sehr vorfreudig und zurückhaltend zugleich. Aber Interessenten kann sie sich wohl sicher sein, schon bei einem kleinen, privaten Basar um Weihnachten herum und einem Stand an der Kartunger Schule schlug ihr große Neugierde entgegen.

Kerstin Nutsch hat auch das Gefühl, dass Corona bei vielen Menschen ein Umdenken bewirkt hat in Sachen Umweltbewusstsein – und so setzt sie auf die Klientel, die sich die Natur in die Wohnung holen wollen und Augen für Details haben. Und sie denkt groß: „Wenn jeder ein bisschen was tut, dann können wir schon ganz viel schaffen.“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
20. Februar 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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