In Sportstättenstreit könnte Bewegung kommen

Elchesheim-Illingen (HH) – Bei der Jahreshauptversammlung des FV Rot-Weiß Elchesheim deuten sich Ansätze zu einer Wende im Dissens an. Impulse kommen von jungen Aktiven.

Können und Wollen: Bewegt sich der FV Elchesheim vielleicht doch hin zum Sportplatz in Illingen? In der Jahreshauptversammlung klang es nicht ganz ausgeschlossen.  Foto: Helmut Heck

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Können und Wollen: Bewegt sich der FV Elchesheim vielleicht doch hin zum Sportplatz in Illingen? In der Jahreshauptversammlung klang es nicht ganz ausgeschlossen. Foto: Helmut Heck

In ein paar Wochen wird man wissen, ob mit der Jahreshauptversammlung, die der FV Rot-Weiß Elchesheim am Freitag mit rund 60 Teilnehmern in der Festhalle durchführte, eine Wende des Sportstättenstreits eingeleitet wurde, in den sich Verein und Gemeinde verstrickt haben. Anstöße wurden jedenfalls gegeben – und zwar aus den Reihen der Mitglieder.
Zu konstruktiver Bewegung könnte es außerdem durch den Vorsitzenden des Bezirks Baden-Baden im Südbadischen Fußballverband kommen, durch Vito Voncina, der zusammen mit Reiner Nold, dem Jugendwart des Bezirks, die dreistündige Zusammenkunft verfolgte.

Vorsitzender wäre zum Umzug bereit, hat aber Bedingungen

Vorsitzender Dieter Link wiederholte den an die Kommune gerichteten Vorwurf, der vom Gemeinderat gefasste Beschluss zur Umsiedlung nach Illingen würde den Verein Risiken aussetzen, die ein Vereinsvorstand nie akzeptieren könne. Sofern diese beseitigt werden, die Gemeinde zwei sichere Sportplätze garantiere und ein Clubhaus, wäre ein Umzug „kein Problem“, sagte Link. Neu sind solche Aussagen nicht, auch wenn sie im Gewirr des Dauerstreits überraschend klingen. In einem Pressegespräch im September 2018 hatten Link und der sportliche Leiter des RWE, Raimund Schmalbach, schon einmal Bereitschaft signalisiert, bei Erfüllung gewisser Bedingungen umzusiedeln.

In der Folgezeit ergab sich aber häufig der Anschein, als wäre der Umzug keine Option mehr. Deshalb fragte das BT nach der Versammlung bei Link und Schmalbach noch einmal nach, woraufhin beide erklärten, wenn die Plätze in Illingen nachweislich hoch- und druckwassersicher hergestellt und die Erwartungen des Vereins bezüglich eines intakten Clubhauses erfüllt würden, wäre der Umzug möglich.

Bezirksvorsitzender möchte vermitteln

Auf Links Rede folgte in der Versammlung eine lebhafte Reihe von Wortmeldungen mit größtenteils schon zigmal vorgetragener Kritik an der Gemeinde. Vertreter der Gemeinde waren nicht anwesend. Als ein Mitglied fehlende Hilfe durch den Fußballverband beklagte, kam Voncina ins Spiel. Er berichtete, in der Sportstättensache bis Mitte Juni weder vom FV noch von der Gemeinde kontaktiert worden zu sei. Am 16. Juni habe ihn die Verbandszentrale in Freiburg gebeten, aktiv zu werden. Anlass waren seinen Ausführungen zufolge E-Mails aus dem Rathaus bezüglich der Kündigung des Rasenplatzes. Wie das BT vermeldete, wurde mit Voncinas Beistand ein Interimsplatz in Staufenberg gefunden. Zum Streit um einen künftigen Standort in Elchesheim-Illingen machte Voncina klar, dass weder Bezirk noch Verband befugt seien, in etwas „hineinzupfuschen“, was ein Gemeinderat beschlossen habe.

Dann berichtete Voncina, dass er am Nachmittag vor der Versammlung mit Bürgermeister Rolf Spiegelhalder die Plätze in Illingen inspiziert habe. Den Schilderungen zufolge ging es dabei vor allem um den Spielbetrieb der Jugend. Dazu übermittelte Voncina eine Neuigkeit: Die Gemeinde wolle den Illinger Rasenplatz so präparieren, dass er nach der Sommerpause genutzt werden könne. Ein Rollrasen werde es nicht sein, das sei nur eine Idee gewesen, korrigierte der Gast eine Nachricht, die offenbar schon im Ort kursierte. Wenn der Platz bespielbar gemacht sei, werde der Verband Jugendspiele gestatten. Voncina zeigte sich interessiert, darüber hinaus zu helfen. Er erklärte sich bereit, nach Möglichkeit schon diese Woche ein gemeinsames Treffen mit Link und Spiegelhalder zu arrangieren. Er wolle die Sicht des Vereins und der Gemeinde kennenlernen. „Ich kann versuchen zu vermitteln, mehr nicht“, sagte Voncina. Die Versammlung dankte ihm mit Applaus.

Im Zank mit Gemeinde „vergaloppiert“

Zu fortgeschrittener Zeit nahm sich ein Aktiver der jüngeren Jahrgänge, sich selbst als „kleines Licht“ bezeichnend, ein Herz und bemängelte, dass nach dem Umsiedlungsbeschluss des Gemeinderats, der gescheiteren Petition des Vereins und nach dem jüngsten Gerichtsurteil zur Platz-Kündigung nie eine Strategie zu erkennen gewesen sei, wie es weiter gehen soll. Mittlerweile sei es „nicht fünf vor Zwölf, es ist Fünf nach Zwölf“.

Ein zweiter Vertreter der gleichen Altersgruppe vermisste eine „Fehlerkultur“ im Verein. Man solle eingestehen, sich im Zank um die Sportstätte „vergaloppiert“ zu haben. Als „aktiver Kicker“ finde er die Vorstellung eines guten Fußballplatzes mit Flutlicht und einem Festplatz dabei „cool“, ließ der junge Mann Sympathien für einen Umzug auf ein modernisiertes Areal in Illingen erkennen. Gegenüber dem BT bestätigten er und sein Vorredner, man könne sich einen Umzug vorstellen. An dieser Stelle, es war spät geworden, leitete Schmalbach das Ende der Versammlung ein, es könnte sonst „zu hitzig“ werden.


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