Indoor Meeting Karlsruhe: Tests und Transponder

Karlsruhe (fal) – Ende Januar steigt das erste Leichtathletikevent des Jahres – das Indoor Meeting Karlsruhe. Natürlich unter besonderen Auflagen und Hygienekonzepten, aber auch mit Gesa Krause.

„Super hungrig“: Mittelstrecken-Ass Gesa Felicitas Krause (vorne) freut sich, dass sie Ende Januar in der Europahalle wieder „performen“ kann. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

„Super hungrig“: Mittelstrecken-Ass Gesa Felicitas Krause (vorne) freut sich, dass sie Ende Januar in der Europahalle wieder „performen“ kann. Foto: Helge Prang/GES

Ob unter freiem Himmel oder in der Halle und mit behördlicher Genehmigung: Viele professionell betriebene Sportarten trotzen Corona auch derzeit – im verschärften und erweiterten Lockdown. Klar: nicht immer und überall erfolgreich. Am 29. Januar kehrt nun auch die Leichtathletik in die Öffentlichkeit zurück – mit dem traditionellen Indoor Meeting in Karlsruhe.

„Wer, wenn nicht wir?“, fragte Meetingdirektor Martin Wacker bei der Online-Pressekonferenz zum Stand der Dinge in Sachen „Leichtathletik der Weltklasse“ in der Fächerstadt, könnte nach einer monatelangen nationalen und internationalen Wettkampfpause erstmals wieder sozusagen die Stoppuhr beziehungsweise das Maßband in die Hand nehmen? Schließlich findet die traditionsreiche Veranstaltung seit 1985 zum 36. Mal statt – ohne Unterbrechung. Und Wacker zitierte den ehemaligen deutschen Innenminister Thomas de Maizière: „Die Spitze braucht die Breite, die Breite braucht aber auch die Spitze.“ Und Karlsruhes Sport-Bürgermeister Dr. Martin Lenz sagte: „Wir wollen ein Licht am Ende des Tunnels anzünden.“

Leere Ränge, aber Livestream

Zum Auftakt der sechsten Auflage der „World Athletics Indoor Tour“, die nach dem Rückzug New Yorks nur noch fünf Stationen umfasst (9. Februar: Liévin/Frankreich, 13. Februar: Boston/USA, 17. Februar Torun/Polen, 20. Februar: Madrid/Spanien) wirft die (Leichtathletik)-Welt natürlich ein kritisches Auge auf die Karlsruher Europahalle, wohin das Meeting nach sechs Jahren in der Messe zurückkehrt. Schließlich erwartet Sportdirektor Alain Blondel 120 bis 130 Athleten aus etwa 40 Ländern – darunter 25 bis 30 aus Deutschland.

Die treten zwar vor leeren Rängen, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit an, sind aber im Livestream (SWR.de) sowie auch im TV zu sehen und werden auch virtuell angefeuert. Die Veranstalter werden eine entsprechende Atmosphäre simulieren, versprach Martin Wacker. „Alle sehnen sich danach, ins Wettkampfgeschehen zurückkehren zu können“, sagte die aus dem Trainingslager in Kenia zugeschaltete Mittelstreckenläuferin Gesa Felicitas Krause bei der Pressekonferenz. Sie sei „super hungrig“. Es sei einfach nur toll, dass dieses Meeting stattfinden und sie wieder „performen“ könne.

Wichtigste Voraussetzung dafür ist natürlich ein ausgeklügeltes Gesundheits-, Hygiene- und Sicherheitskonzept, für das ein großer Kreis von Experten zusammengestellt wurde. Die Teilnehmer müssen bei ihrem Eintreffen einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist, und werden dann in das System vor Ort integriert. „Die ganze Veranstaltung soll in einer infektionsfreien Umgebung stattfinden“, sagt der dafür verantwortliche Thomas Saur. Das Meeting-Hotel in Ettlingen wurde extra „hochgefahren“ und steht der Veranstaltung exklusiv zur Verfügung.

Zugänge mittels Transponder überwacht

Das Quartier, die Europahalle, die Trainings- und Aufwärmanlagen – etwa das Carl-Kaufmann-Stadion – sowie die Wege zu und zwischen den einzelnen „Veranstaltungszonen“ können, datenschutzkonform, mittels Transponder überwacht und – im Ernstfall – die Bewegungen der Beteiligten nachvollzogen werden.

Durch die Rückkehr in die 2015 wegen Brandschutzauflagen für Großveranstaltungen geschlossene Europahalle im Vergleich zur Messe in Rheinstetten sparen die Organisatoren natürlich enorme Aufbaukosten, beispielsweise für Tribünen und die Laufbahn. Der Veranstaltungsetat konnte deshalb um etwa 25 Prozent gesenkt werden – von etwa einer Million auf 730.000 Euro. In dem neuen Ansatz sind außerdem schon die Kosten für den „Sport in der City“ enthalten, eine Spitzensportveranstaltung auf dem Karlsruher Marktplatz im kommenden Sommer mit den Disziplinen Weit- und Stabhochsprung.

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Erstellt:
19. Januar 2021, 06:00 Uhr
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