Innenverdichtung an komplizierter Stelle

Von Stephan Juch

Loffenau (stj) – In Loffenau gibt es eine Bauvoranfrage für ein Wohnhaus im Reiterweg 16. Der Gemeinderat gibt grundsätzlich grünes Licht, macht aber einige Anregungen für diese komplizierte Stelle.

Innenverdichtung an komplizierter Stelle

Ein Einfamilienwohnhaus mit Keller (samt integrierter Garage) und zwei Vollgeschossen soll auf diesem Grundstück im Reiterweg entstehen. Foto: Stephan Juch

Für das Grundstück Reiterweg 16 liegt bei der Verwaltung eine Bauvoranfrage auf dem Schreibtisch. Matthias Bohn, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, stellte das Vorhaben jetzt dem Gemeinderat vor. Demnach soll dort ein Einfamilienwohnhaus mit Keller (samt integrierter Garage) und zwei Vollgeschossen entstehen.

Man befindet sich dort im Innenbereich, einen Bebauungsplan gibt es nicht, weshalb Paragraf 34 Baugesetzbuch anzuwenden ist, erläuterte Bohn. Eine Bebauung ist demnach zulässig, wenn sie sich nach Art und Maß der Bebauung, der Bauweise und der überbauten Grundstücksfläche in die umliegende Bebauung einfügt. Das heißt, das geplante Gebäude muss vom Baustil, der Größe und der Anordnung auf dem Grundstück zur Straße in das Umfeld passen. Das sei beim Vorhaben im Reiterweg 16 der Fall, weshalb man hier keine Gründe sehe, das kommunale Einvernehmen nicht zu erteilen.

Bürgermeister Markus Burger nannte es schade, dass mit dem Gebäude die Aussicht nach Nord-Nord-West verbaut werde, schließlich werbe Loffenau damit auch für seine Wanderwege. Aber: „Es gibt kein Recht auf eine uneingeschränkte Aussicht.“ Das Grundstück sei von der Topografie schwierig, weil der Reiterweg an dieser Stelle am steilsten sei. Aus städtebaulicher Sicht sei das Vorhaben aber zu genehmigen.

Das sahen auch die Gemeinderatsfraktionen so. Bertram Herb (CDU) stellte fest, dass der Planer „das Optimale für den Bauherrn rausgeholt habe; aber wir müssen schauen, dass wir das Optimale für Loffenau rausholen“. Deshalb machte der Christdemokrat mit Blick auf die seiner Meinung nach problematische Zufahrt vom Kirchhaldenpfad her den Vorschlag, Zufahrt und Zugang zum Haus über den Reiterweg zu regeln. Auch sollte der Keller auf das Garagenniveau um circa einen Meter tiefer gelegt werden, um die Gesamthöhe des Gebäudes entsprechend abzusenken.

Schöne Aussicht wird verbaut – ein Nachteil für die Werbewirksamkeit der Gemeinde?

Wolfgang Reik (SPD) sprach von einer „Interessenkollision“ zwischen dem Wunsch, weitere Wohnhäuser zu ermöglichen und gleichzeitig schöne Aussichten auf die Gemeinde zu erhalten. Baurechtlich gebe es aber keinen Grund, das Vorhaben komplett zu untersagen. Auch der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten verwies auf die schwierige Zufahrt vom Kirchhaldenpfad, von dort her könne er sich lediglich einen fußläufigen Zugang zum Anwesen vorstellen.

Angesichts dieser „sensiblen Geschichte“ hätte sich Reik gewünscht, die Örtlichkeit vorab mit dem Bauausschuss in Augenschein genommen und vor Ort beraten zu haben. Seine Fraktionskollegin Manuela Nuber ist nicht einverstanden mit dem Vorhaben und sprach gar von einem „Schildbürgerstreich“. Man hätte das bedenken müssen, dass diese schöne Aussicht eventuell zugebaut werden könnte und entsprechend vorbeugen können, so Nuber.

Der Gemeinderat vertagte schließlich die Entscheidung auf Vorschlag von Bürgermeister Burger. Er werde die Anregungen mit dem Bauherrn und dem Baurechtsamt im Landratsamt diskutieren, ehe ein Beschluss – eventuell im Umlaufverfahren – erfolgt.