Innovation im Zeichen der Fledermaus

Rastatt (dm) – Auf dem Areal des ehemaligen Rastatter Traditionsunternehmens Weimer ist wieder Leben eingezogen. Das Verwaltungsgebäude hat die Rastatter TE² GmbH erworben, im ersten OG ist das Unternehmen BAT Solutions eingezogen.

Das frühere Weimer-Verwaltungsgebäude ist in neuen Händen. Foto: F. Vetter

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Das frühere Weimer-Verwaltungsgebäude ist in neuen Händen. Foto: F. Vetter

Die Rastatter TE² war 1993 in Bietigheim gegründet worden und siedelte 1994 nach Rastatt um. Der Betrieb mit seinen mittlerweile rund 20 Mitarbeitern sieht seinen Schwerpunkt vor allem im Handel mit IT-Komponenten, -Komplettsystemen und im IT-Service. Das ehemalige Weimer-Verwaltungsgebäude nutzt TE² im Unter- und Erdgeschoss. Eine Etage ist an BAT Solutions vermietet.

Dessen Firmenlogo ziert eine Fledermaus: Das noch neue Unternehmen forscht indes nicht in Sachen fliegender Säugetiere. BAT (Englisch: Fledermaus) steht hier als Abkürzung für Bildung, Arbeit, Technik. Das Unternehmen unterstützt mittelständische Betriebe in punkto Innovation, vermittelt Wissen um neue Technologien und betreibt ein Zentrum, an dem Studierende in Kooperation mit mittelständischen Firmen ihre Abschlussarbeiten umsetzen können.

Beratung, Begleitung und Wissensvermittlung

Das Unternehmen mag neu sein, die Köpfe, die dahinter stecken, haben indes Erfahrung auf dem Gebiet. Geschäftsführerin Dr. Maja Jeretin-Kopf war zuvor wissenschaftliche Leiterin des „Institutes of Materials and Processes“ an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft; dort war David Sternkopf, nun Leiter Innovationsförderung bei BAT Solutions, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dr. Hannes Schwager, nun Forschungsreferent, war an der TU Dresden und Uni Göttingen in interdisziplinären Forschungsprojekten im Bereich Bionik tätig. Schon damals gehörte zu ihren Aufgaben, Anträge auf Fördermittel für Innovationsprojekte zu erstellen. Im Frühjahr 2019 fiel dann der Beschluss, auf dem Gebiet eine eigene Firma zu gründen.

Beratung und Begleitung bei Forschungsprojekten und Fördermittelanträgen ist das eine Standbein von BAT Solutions. Viele mittelständische Firmen sträubten sich, hochrisikoreiche Projekte zur Produktentwicklung anzugehen, bei denen man nicht wisse, ob die angestrebte Innovation am Ende auch funktioniere, betont Sternkopf. Einen neuartigen Motor entwickeln zum Beispiel: Wie geht man dabei vor? Hier helfe BAT Solutions bei der Abwicklung – nicht nur mit der Einwerbung staatlicher Fördermittel, sondern auch mit eigenem Know-how. Die Kunden kämen aus der Medizintechnik, aus Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau, der Luftfahrttechnik oder der Verpackungsindustrie – und zwar weit über die Region hinaus.

Forschungs- und Entwicklungszentrum

Die Firma nehme sich Problemen an, die dem Mittelstand zu schaffen machen, wenn es um neue Technologien, Digitalisierung und Veränderungen geht, fasst Maja Jeretin-Kopf zusammen. Dazu gehört auch die Weitergabe von Wissen. Das ist Jeretin-Kopfs Spezialgebiet als habilitierte Technikdidaktikerin. Neben Publikationen stehen daher Veranstaltungen und Tagungen für „Macher und Entscheider aus der Wirtschaft“ im Programm. Beispiel Industrie 4.0: Der Wandel sei schnell und tiefgreifend, doch es gebe kein allgemeingültiges Konzept, das auf alle Unternehmen angewandt werden könnte. Beratung gibt es entweder in den Firmen vor Ort oder bald auch Im Steingerüst 30 selbst. Anfang März ist zum Beispiel der Metallverband Deutschland zu Gast.

Unter der Leitung des Forschungsreferenten Schwager entsteht in Rastatt zudem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das die Partnerunternehmen bei deren innovativen Projekten unterstützt. In diesem Zusammenhang wird derzeit ein „House of young Engineers“ aufgebaut, ein Bildungs-, Arbeits- und Technologiezentrum, das Studierenden Einblicke in die angewandte Forschung ermöglicht. Unternehmen im Schwarzwald zum Beispiel suchten händeringend Studenten, diese aber wollen nicht unbedingt dort ihren Abschluss machen. Bei Bedarf können sie das in Kooperation mit der Firma in den Räumen von BAT Solutions in Rastatt tun. Durch die gegenseitige Vernetzung ergebe sich hohes Synergiepotenzial – Studierende können künftige Arbeitgeber, Unternehmen den Nachwuchs kennenlernen. Die verkehrliche Anbindung des Standorts im Steingerüst sei hierfür geradezu ideal. Insgesamt entstehen dort 17 Arbeitsplätze. Gestartet ist man nun im noch nicht ganz fertigen, angemieteten Domizil, dessen Räume Namen tragen wie Denkfabrik, Hubraum und Kraftwerk.

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Erstellt:
28. Februar 2020, 07:30 Uhr
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