Interesse an weiteren Paulownia-Plantagen

Bietigheim (as) – Seit 2018 gibt es großflächige Edelholz-Plantagen bei Bietigheim – ein Investmentprojekt. Der Betreiber berichtet von Erfolgen und möchte gerne weitere Paulownia-Plantagen betreiben.

„Alles in Ordnung“ auf den Paulownia-Plantagen rund um Bietigheim, sagt Wolfgang Goese vom Projekt „Treeme“. Foto: Frank Vetter

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„Alles in Ordnung“ auf den Paulownia-Plantagen rund um Bietigheim, sagt Wolfgang Goese vom Projekt „Treeme“. Foto: Frank Vetter

Seit 2018 wachsen auf 62 Hektar rund um Bietigheim Paulownia-Bäume zur Edelholzgewinnung (das BT berichtete). Aufmerksame BT-Leser sorgten sich allerdings in jüngster Zeit, was mit den auch als Blauglockenbäume bekannten Gewächsen passiert sei, weil die Flächen weitgehend leer wirkten. „Die treiben jetzt erst wieder aus“, beruhigt Wolfgang Goese. Im Oktober verlören die Paulownia-Bäume ihre großen, samtartigen Blätter, die meist ab Mai wieder austreiben.

Bäume als Investmentobjekte

Er ist Geschäftsführer der Green Wood International AG (GWI) mit Sitz in der Schweiz, die Erlösbeteiligungsansprüche an Paulownia-Bäumen verkauft und das Projekt „Treeme“ darüber finanziert. Bäume als Investmentobjekte sozusagen. Die Flächen hat Green Wood von Hermann und Marco Schmitt vom gleichnamigen, ehemaligen Spargelhof und anderen privaten Eigentümern gepachtet.

Rund 30 verschieden große Parzellen wurden auf Bietigheimer Gemarkung 2018 mit insgesamt 20.000 Paulownien bepflanzt, nachdem das Projekt vom Landwirtschaftsamt des Landkreises genehmigt worden war. Auch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg war involviert. Zum einen gab die Veränderung des Landschaftsbilds durch die bis zu 15 Meter hohen Bäume zu denken. Es galt auch zu prüfen, ob die Paulownia invasiv sind, sich also bedenklich ausbreiten könnten. Denn auf der Bietigheimer Plantage wird eine spezielle Paulownia-Züchtung aus China angebaut, die bislang in Europa nicht vorkommt. In Zeiten des Klimawandels sei auch die hohe Bindung von CO2 durch die großblättrigen Bäume interessant, heißt es auf der Homepage der Firma. 92,8 Kilo CO2 speichere jeder Baum pro Jahr, ist dort nachzulesen – bestätigt vom Prüfinstitut SGS, das im Auftrag von GWI die CO2-Bindung der Bäume zertifiziert.

Nachdem Schäden für die heimische Flora und Fauna ausgeschlossen werden konnten, gab es grünes Licht für das Projekt. Als Ausgleichsmaßnahmen mussten Nistmöglichkeiten für Lerchen und Blühstreifen außerhalb der bepflanzten Flächen geschaffen werden.

Klima und Flächen „ideal“

„Klima und Flächen rund um Bietigheim sind ideal“, sagt Goese, deshalb würde die Firma gerne auch auf weiteren 43 Hektar, die Schmitt einst von der Gemeinde Bietigheim gepachtet hatte, Paulownia zur Edelholzgewinnung anbauen. Genehmigt sei der Anbau auf diesen Flächen bereits, sagt Goese, „für dieses Genehmigungsverfahren haben wir auch bezahlt“. Allerdings gebe es Gegenwind aus dem Gemeinderat. Deshalb sei geplant, dass er „Treeme“ dieses Jahr im Bietigheimer Rat vorstellt und noch einmal für das Anliegen der Firma wirbt.

Deren Konzept sieht laut Homepage vor, dass die Bäume nach zwölf Jahren geerntet und für Möbel,- Instrumenten- oder Surfbrettbau vermarktet werden. Die GWI will mit Hilfe der Ernte ihrer Plantagen einen Markt für Paulownia-Edelholz in Europa aufbauen.

Anfang 2020 seien nach Hagelschäden im Vorjahr zahlreiche Bäume in Bietigheim bis auf die Wurzel zurückgeschnitten worden, informiert Goese weiter. Die Bäume seien 2020 infolge der großen Trockenheit „verhalten“ gewachsen, sagte er in einer Videobotschaft über das Bietigheimer Projekt vom Dezember 2020. Bis vier Meter nach unten sei der Boden extrem trocken, hoffte er darin weiter, dass die Pufferspeicher sich über den Winter wieder auffüllen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
17. Juni 2021, 14:30 Uhr
Lesedauer:
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