Interkulturelle Küche: Live-Cooking im Bühler „Gecco“

Bühl (urs) – Geschmack von Heimat verbreitete das Live-Cooking am Samstag im „Gecco“: Die 17-jährige Razan Alkang und ihre Mutter Ibtisam zeigten im Rahmen der Interkulturellen Wochen ihre Backkunst.

Die 17-jährige Razan (rechts im Bild) backt für ihr Leben gern. Beim Live-Cooking durfte jedes neugierige Schleckermäulchen von den Qataefs naschen.  Foto: Ursula Klöpfer

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Die 17-jährige Razan (rechts im Bild) backt für ihr Leben gern. Beim Live-Cooking durfte jedes neugierige Schleckermäulchen von den Qataefs naschen. Foto: Ursula Klöpfer

10 Uhr am Samstag im „Gecco-Café und Geschenke-Store“ in der Bühler Hauptstraße: Die 17-jährige Razan Alkang steht am Herd. Sie ist eine junge Frau mit einem freundlichen Lächeln. Ihr Lieblingstier ist die Katze, und wenn sie die Schule abgeschlossen hat, würde sie gerne Design studieren. Das ist ihr Ding, das macht ihr Spaß. Als sie 2016 mit ihrer Familie nach Deutschland kam, lagen solche Pläne noch in weiter Ferne. Heute spricht sie fehlerfrei Deutsch. Ist glücklich hier.
Als das „Bühler Café International“ im vergangenen Jahr die Idee zu einem Koch- und Lesebuch hatte, war Razan gleich mit dabei. So entstand ein lebendiges, wunderschön bebildertes Werk mit dem Titel „Probier’ mal, wie’s bei mir zuhause schmeckt“, das auf eine kulinarische und kulturelle Reise durch die Heimatländer Kinder der unterschiedlichsten Nationen einlädt. Seit seiner Veröffentlichung im Oktober 2020 hat das Buch viel Aufmerksamkeit erfahren. Am Samstag konnte das Werk am Stand des Café International auf dem Bühler Wochenmarkt erworben werden. Das Live-Cooking fand im Rahmen der Interkulturellen Wochen im „Gecco“ statt.

Liebevoll backte die Schülerin dort mit ihrer Mutter Ibtisam Qataefs. Was ist denn das genau? Dazu wird der Teig in der Pfanne zu kleinen runden Kreisen ausgebacken. Es riecht und schmeckt köstlich.

Die Kunden, die auch wegen dieses Koch-Events hereinschneien, probieren gerne. In der Heimat von Razan wird diese Süßigkeit an Ramadan und am Zuckerfest gegessen. Die Füllung besteht aus Mascarpone, Pistazien und wird mit Zuckersirup übergossen. Der Sirup wird natürlich selbst hergestellt und enthält Rosenwasser.

„Begegnung auf Augenhöhe“

Christine Schmelzle, Projektleitung „Servicestelle Interkulturelle Begegnung“ beim DRK Kreisverband Bühl-Achern ist auch vor Ort. Mit der Resonanz auf die Veranstaltungen der Interkulturellen Wochen zeigt sie sich sehr zufrieden. Vor allem die Lesung mit Ali Can im Friedrichsbau habe viele Menschen beeindruckt.

Das Live-Cooking im „Gecco“, im öffentlichen Raum, in Zusammenarbeit mit den Inhabern Lutz Raeck und Britta Schukat, war ihr eine Herzensangelegenheit. „Hier können sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen, die leckeren Qataef probieren und dabei ganz ungezwungen ins Gespräch kommen“, sagt Schmelzle. „Im normalen Leben ist so eine ungezwungene Atmosphäre eher selten.“ Bis heute ist das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Zugewanderten ein Ziel der Interkulturellen Wochen. Gerade durch Begegnungen und Kontakte im persönlichen Bereich solle ein besseres gegenseitiges Verständnis zum Abbau von Vorurteilen entwickelt werden.

Wer Razan Alkang und ihre Mutter mit Freunden, Verwandten und der Laufkundschaft des Bühler Geschenke-Stores die Pfanne schwingen sah und dabei in ihre strahlenden Augen blickte, der spürte mit jeder Faser seines Herzens, dass Bühl in Sachen Integration auf jeden Fall auf einem guten Weg ist.

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Erstellt:
10. Oktober 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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