„Inzwischen sehr diszipliniert“

Malsch (ar) – Nur noch allein, zu zweit oder mit den direkten Mitbewohnern auf die Straße. Seit dem Wochenende gelten in Malsch verschärfte Regeln zur Eindämmung des Coronavirus’. Laut Bürgermeistzer Elmar Himmel halten sich „über 95 Prozent“ der Einwohner daran.

Etwa 95 Prozent der Malscher halten sich an die Auflagen, meldet Bürgermeister Elmar Himmel. Foto. A. Gangl

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Etwa 95 Prozent der Malscher halten sich an die Auflagen, meldet Bürgermeister Elmar Himmel. Foto. A. Gangl

So langsam würden sich alle Gedanken machen und die Ernsthaftigkeit der Situation in Anbetracht der Ausbreitung des Corona-Virus erkennen, sagte Bürgermeister Elmar Himmel am Montag im Gespräch mit dem BT. In Malsch hatten der Rathauschef und seine Verwaltung am Freitag in einer Allgemeinverfügung ein Betretungsverbot für öffentliche Orte mit gewissen Ausnahmen erlassen, noch bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag die Maßnahmen der Bundesregierung verkündete
Wirrungen entstanden indes, weil die Malscher Verfügung in Punkt 1 das Betreten öffentlicher Orte wie Straßen, Wege oder Plätze untersagt – und erst in Ziffer f von Punkt 2 dann ausführt, dass man von diesem Verbot ausgenommen ist, wenn man allein, zu zweit oder mit den im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen unterwegs ist. In der Corona-Verordnung des Landes vom 17. März wurde noch ein Verweilen auf öffentlichen Plätzen und im öffentlichen Straßenraum für Gruppen von mehr als drei Personen untersagt.

Am 14. März hatte im Rathaus Malsch der Krisenstab seine Arbeit aufgenommen. In einem Video-Interview bat Bürgermeister Himmel die Bevölkerung eindringlich darum, die von der Landesregierung erlassenen Vorschriften einzuhalten, doch trotz allen getroffenen Maßnahmen waren immer noch zahlreiche Menschen unterwegs. Die erste bestätigte Infektion mit dem Corona-Virus in Malsch wurde am 13. März gemeldet. Bis 17. März lagen drei Meldungen vor, doch die Zahlen haben sich auf zwölf gemeldete Infektionen am 23. März erhöht.

Skateranlage mit Sand und Kies dichtgemacht

Da sich im gesamten Landkreis Karlsruhe die Zahlen der Infektionen erhöhte, hatte die Landkreisverwaltung für alle 32 Landkreiskommunen eine Allgemeinverfügung erarbeitet, die inzwischen von 20 Kommunen angewandt wird. Malsch war eine dieser Kommunen. Grundsätzlich ist ein Abstand von mindestens 1,50 Meter zwischen den Personen einzuhalten.

„Schon am Freitag, aber auch am vergangenen Wochenende haben sich die Malscher Bürgerinnen und Bürger daran gehalten“, sagte Elmar Himmel und sprach von über 95 Prozent der Bevölkerung, die dem Aufruf gefolgt seien. Aus den Rückmeldungen sei ersichtlich, dass viele die Anordnung positiv begrüßt hätten, so Himmel. Lediglich auf einigen Spielplätzen seien die Absperrungen missachtet worden. Wenig Verständnis hätten einige Jugendliche auch für die abgesperrte Skateranlage in Malsch gezeigt. Doch damit ist nun ein Ende, denn die Gemeinde Malsch ließ am Freitag die Bahn mit Sand und Kies zuschütten.

„Die Menschen sind inzwischen sehr diszipliniert und treten nur einzeln in das Geschäft“, berichtete die Verkäuferin einer Malscher Bäckerei. Auch vor dem Bioladen in der Hauptstraße wartete geduldig ein Kunde, bis ihm der Zutritt erlaubt wurde.

www.corona-malsch.de

Ihr Autor

Anne-Rose Gangl

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Erstellt:
23. März 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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