„Irgendeine Prominenz muss drin sein“

Karlsruhe (nl) – Das Kammertheater Karlsruhe will in der nächsten Spielzeit viel Ausgefallenes nachholen und startet mit „Oh Alpenglühn!“. Das vergangenen Jahr war wirtschaftlich „katastrophal“.

Geschäftsführer Bernd Gnann (links) und Intendant Ingmar Otto haben die neue Spielzeit auf der Open-Air-Bühne im Durlacher Schlosspark vorgestellt. Foto: Tom Kohler/Kammertheater

© Tom Kohler

Geschäftsführer Bernd Gnann (links) und Intendant Ingmar Otto haben die neue Spielzeit auf der Open-Air-Bühne im Durlacher Schlosspark vorgestellt. Foto: Tom Kohler/Kammertheater

Nach dem schwierigen letzten Jahr blickt das Kammertheater Karlsruhe für die neue Spielzeit nach vorn. „Endlich wieder was zu gucken!“ heißt das Motto, und es gibt tatsächlich viel zu sehen, weil die 2020 ausgefallenen Premieren nachgeholt werden. Im Schlossgarten Durlach stellten Geschäftsführer Bernd Gnann und Intendant Ingmar Otto das Programm der neuen Spielzeit vor. „Das letzte Jahr war wirtschaftlich katastrophal“, sagt Gnann.

Zur Rettung habe eine große Spende des rund 300 Mitglieder umfassenden Vereins „Freunde des Kammertheaters“ beigetragen. Das Kammertheater ist diesen Sommer viel unterwegs, mit vier Darstellern und drei Open-Air-Stücken.

Schlossgarten Durlach kostenlos nutzbar

Otto und Gnann freuen sich besonders darüber, den Schlossgarten Durlach auch die kommenden fünf Jahre kostenlos als Open-Air-Spielstätte nutzen zu können. Was die Vorfreude auf eine „normale“ Theatersaison in den Spielstätten Kammertheater, K2 in der Kreuzstraße und zusätzlich im Konzerthaus und im Gasthof „Im Schlachthof“ keineswegs schmälert.

Am 17. September kommt als Spielzeiteröffnung endlich „Oh Alpenglühn!“ auf die Bühne. „Glamour, Gaudi und Gesang“ verspricht die musikalische Komödie für zwei. Sie, eine Schlagerdiva, die in den Bergen nach Ruhe sucht. Er, ein glühender Fan, der sie nie wieder weggehen lassen will. Die Musik reicht von Helene Fischer bis Lady Gaga. „Scharfe Brise – Die Rettungsschwimmer vom Titisee“ ist in einem Freibad angesiedelt, das den Bach runter geht, und findet ab dem 7. Oktober im Kammertheater statt. Drei von der Arbeitslosigkeit bedrohte Bademeister müssen sich etwas einfallen lassen und steigen ins Burlesque-Geschäft ein.

Bei der Online-Premiere 2020 hatte „Die Weihnachtsfeier“ großen Erfolg. Dieses Jahr werden ab dem 3. Dezember, hoffentlich vor anwesenden Zuschauern, zwei erbitterte Rivalinnen dazu verdonnert, gemeinsam die Firmen-Weihnachtsfeier zu organisieren.

„Komplexe Väter“ und „Achtsam Morden“

Nadine hat gleich zwei Väter, den biologischen und den, der sie von klein an großgezogen hat. Die Patchworkfamilie funktioniert, bis Nadine ihren Freund vorstellt. Er ist 20 Jahre älter als sie – das geht gar nicht, meinen „Komplexe Väter“. Ab dem 18. Januar stehen in diesem Stück so prominente Darsteller wie Jochen Busse, Hugo Egon Balder und Reiner Heinersdorff in Karlsruhe auf der Bühne.

Ab dem 25. Februar heißt es im K2 „Achtsam Morden“, nach dem gleichnamigen Bestseller. Strafverteidiger Björn, ein erfolgreicher Workaholiker, macht auf den Wunsch seiner Frau ein Achtsamkeitsseminar mit. Ist Achtsamkeit mit dem Strafgesetzbuch vereinbar? Das Stück sei „sehr gutes Schauspielertheater mit schnellen Rollenwechseln, wie gemacht für das K2“, so Ingmar Otto.

„Wir müssen uns breiter aufstellen“

„Irgendeine Prominenz muss drin sein“, verrät Bernd Gnann selbstironisch das Rezept zur Programmgestaltung. „Das perfekte Geheimnis“ hat am 22. April Premiere und ist als Film bekannt. „Dinner für Spinner“, zu sehen ab dem 25. Mai, stammt vom Autor des populären Stückes „Ein Käfig voller Narren“. Die Fernsehstars Tom Gerhardt und Moritz Lindbergh liefern sich darin als naiver Buchhalter und zynischer Verleger ein ganz besonderes Duell. Das Sahnehäubchen kommt zum Schluss.

Lange aufgeschoben, doch ab dem 23. Juni soll es wahr werden: Dieter Hallervorden kommt nach Karlsruhe mit „Gottes Lebenslauf“. Gott ist es im Himmel langweilig, also kommt er auf die Erde und sucht sich einen Job. Bernd Gnann hält das Stück für „sehr berührend und trotzdem sehr sehr lustig“.

„Wir müssen uns breiter aufstellen“, hat Ingmar Otto erkannt. Am 19. Oktober beginnt die neue Reihe „Krebs trifft“ mit dem Sänger und Entertainer Sascha Krebs, der gleich seine Band „The four lobsters“ mitbringt. Thema von Krebs und seinen Gästen ist jeweils eine Band oder ein Star. In der ersten der musikalischen Late Night Shows geht es um Pink Floyd.

Ihr Autor

Nike Luber

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Erstellt:
23. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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