TVS besiegt Herrenberg mit 31:24

Baden-Baden (moe) – Die Handballer des TVS Baden-Baden haben die Akteure der SG Herrenberg mit einem 31:24-Sieg aus der Halle gefegt.

•Immer wieder ab durch die Mitte: TVS-Strippenzieher Maximilian Vollmer (am Ball) spielt sich durch seine wiederentdeckte Torgefahr zusehends in den Mittelpunkt. Foto: Frank Seiter

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•Immer wieder ab durch die Mitte: TVS-Strippenzieher Maximilian Vollmer (am Ball) spielt sich durch seine wiederentdeckte Torgefahr zusehends in den Mittelpunkt. Foto: Frank Seiter

Irgendwann war den bemitleidenswerten Gästen schlicht schwindelig vor lauter Gekreuze. Kein Wunder: Der TVS Baden-Baden ließ vor allem in der ersten Hälfte derart schnell und variabel den Handball laufen, dass die Akteure der SG Herrenberg gar nicht recht wussten, wo ihnen der Kopf steht. Auch wenn die Karussellfahrt nach der Pause etwas an Tempo verlor, der 31:24-Sieg der Sandweierer Oberliga-Handballer ist mehr als verdient.

Und selbst ohne Träger einer grün-weißen Vereinsbrille muss man zugeben, dass das Ergebnis die Überlegenheit der Gastgeber nicht ganz widerspiegelt. „Die erste Halbzeit war brutal, vor allem was die Abwehrarbeit betrifft“, sagte Sandro Catak nach dem Erfolg. Dabei musste der TVS-Trainer seine Defensivformation durch den krankheitsbedingten Ausfall von Sebastian Wichmann umbauen. Der seit Wochen bärenstarke Jascha Lehnkering bildete mit Franz Henke und dem neu ins Team gerückten Julian Schlager eine grüne Wand. Zwischenzeitlich musste man Angst haben, dass die Sandweierer den Ball samt Gegner auffressen, so massiv pumpte das Adrenalin durch die verschwitzten Körper der Hausherren. „Das war schon grandios, wie wir Seppo ersetzt haben“, kommentierte Catak die Flexibilität nach dem Ausfall ihres Abwehr-Co-Chefs.

Satte Führung bereits nach 20 Minuten

Wenn hinten die Bälle geklaut oder vom erneut starken Keeper und Teilzeittorschützen Matthias Meßmer gehalten wurden, ging es im Eiltempo nach vorne: Max Mitzel, Christian Fritz und der genesene Jonas Schuster, der wie auch Schlager immer wieder auch durch kreative Anspiele zu überzeugen wusste, unterzogen die 450 Zuschauer in der Rheintalhalle einer veritablen Gegenstoßwellentherapie. Die ergebnistechnische Folge: Nach 20 Minuten lag der TVS mit 11:2 vorn, Herrenberg hatte da schon zwei Auszeiten aufgebraucht. Beim 14:4 (27.) war die Führung sogar erstmals zweistellig. Danach reüssierten die Gäste zwar etwas besser, aber an der klaren 16:7-Halbzeitführung gab es logischerweise nichts zu deuteln.

Wer schon einige Spiele des TVS gesehen hat, weiß, dass hohe Führungen selten ein weiches Ruhekissen sind. Nach einigen Unkonzentriertheiten direkt nach der Pause und zwei schnellen SG-Toren wurde auf der Tribüne bereits wieder geunkt, doch spätestens der wundervolle Kempa-Trick – Schuster servierte, Schlager schlug zu – zum 21:12 (36.) unterstrich die kreative Seriosität, mit der der TVS am gestrigen Abend unterwegs war.

Natürlich gehört zur Wahrheit, dass die Hausherren nicht mehr ganz so konsequent verteidigten, was zwei Gründe hatte: „Uns gingen ein wenig die Kräfte aus“, erklärte Catak, der auch eine gewisse geistige Müdigkeit erkannt hatte: „Das ist das Problem: Wenn man zur Pause derart hoch führt, lässt irgendwann auch der Kopf etwas nach.“ Verloren wurde ebendieser allerdings nie. Auch weil Spielmacher Maximilian Vollmer Gefallen an einer Karriere als Torjäger gefunden hat. So kam die SG nie näher als sieben Tore heran.

TVS Baden-Baden: Meßmer 1, Horn – Vollmer 8, Mitzel 5, Fritz 5/1, Schlager 4, Schuster, Lehnkering je 3, Strüwing 2/1, F. Henke, J. Henke, Seiter, Völker, Seebacher.
SG H2Ku Herrenberg: Rhotert – J. Böhm 6, Zürn 5/3, Roscic 4, Seeger 2, Mosdzien 2/1, Lange, Bonhage, Marquardt, Todt, Stöffler je 1, Bröhl, F. Böhm.
Schiedsrichter: Dirk Baustert/Sebastian von Briel (Freiburg) – Zuschauer: 450 – Zeitstrafen: 4/4.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
15. November 2021, 09:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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