„Iss mich!“ in Karlsruhe: Ausstellungsspaß für die Jugend

Karlsruhe (cl) – „Iss mich!“ steht herausfordernd über der Ausstellung der Jungen Kunsthalle Karlsruhe: Gemälde und Plastiken von Früchten und Gemüse sind bei der interaktiven Schau zu sehen.

„Iss mich!“: Bilder von Obst und Gemüse in der Kunst zeigt die Junge Kunsthalle im Karlsruher Hauptgebäude.  Foto: Konrad Goes/Kunsthalle

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„Iss mich!“: Bilder von Obst und Gemüse in der Kunst zeigt die Junge Kunsthalle im Karlsruher Hauptgebäude. Foto: Konrad Goes/Kunsthalle

Parallel zur großen Ausstellung „Inventing Nature“ mit den Pflanzen in der Kunst zeigt die Kunsthalle Karlsruhe auch Obst und Gemüse in Malerei wie Skulptur und dazu einen kleinen Laden. „Iss mich!“ steht hier herausfordernd über der Schau mit Gemälden von reifen Früchten, knackigem Gemüse und exotischen Speisefolgen aus aller Welt.

Es ist die letzte große Ausstellung der Jungen Kunsthalle, die sich dieses Mal bis 31. Oktober im historischen Hauptgebäude breitgemacht hat – so lange bis die Kunsthalle sanierungsbedingt für viele Jahre schließen wird. Nebenan im angestammten Gebäude der Jungen Kunsthalle steht parallel dazu die Museumspädagogik auf dem Plan mit einem Ferienprogramm.

Die Eat Art – Kunst rund ums Essen – ist ja seit den 1960er Jahren eine Kunstrichtung für sich, einer ihrer Vertreter, Daniel Spoerri, hat sogar die Kochkunst als Kunstrichtung gesehen. Immerhin gibt es in der Ausstellung „Iss mich!“ Rezeptvorschläge an der Wand. Und das große Gemälde von Peter Uka dreht sich um die Zubereitung von Speisen in Afrika, gemalt im Stil eines großen Genre-Bilds schnippeln darauf Frauen in bunten Gewändern Gemüse.

Ferienprogramm sucht nach „Lieblingsbildern“

Die Zutaten gibt es am Eingang der Schau: Ralph Fleck hat sich in seiner Stillleben“-Serie der 1990er Jahre auf pastose Weise dem Sellerie gewidmet. Ralf Klements Paprika macht davor eine gute Figur. Humorvoll wird die Gartenerdbeere namens „Mieze Schindler“ in Szene gesetzt, nebst schön gestalteten Mangos oder Papayas, und dem Gesicht mit den grünen Gurkenscheiben auf den Augen.

Frank Bauers „Abendmahl“, ein fotorealistisches Großformat in Öl auf Leinwand, knüpft an die große Tradition christlicher Kunst an – zeigt aber das Fest mit Familie oder Freunden schon in seiner Vergänglichkeit. Die asiatischen Essgewohnheiten zeigt die Baden-Badener Künstlerin So-Jin Kim, gebürtig aus Südkorea, von ihr stammen auch frisch geerntete, knackige heimische Äpfel in Malerei. Auch von Rainer Braxmeier, Karl Manfred Rennertz und Gabi Streile sind Werke dabei.

Die Aufforderung „Iss mich!“ klingt aber nicht nur verlockend, auch der Co2-Fußabdruck ist den Künstlern und Ausstellungsmachern bei der Gestaltung der Schau wichtig gewesen. Der Kunstgedanke hat Ressourcenschonendes im Blick. Dazu gehört auch die Hochbeet-Aktion in der Innenstadt von Karlsruhe, die an weltweit aufgekommene Urban-Gardening-Aspekte in den Großstädten anknüpft. Und an einer interaktiven Station können sich junge Leute beteiligen. Morgigen Sonntag steht das „Iss mich!“-Ferienprogramm der Kunsthalle unter dem Motto „Lieblingsbilder“ (um 14 Uhr). Laut Kunsthalle geht die Kunstvermittlerin Andrea Schendekehl mit den jungen Besuchern auf die Suche nach ihrem Lieblingsbild.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
22. August 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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