Ist Baden-Baden bald ein Risikogebiet?

Rastatt/Baden-Baden (hös) – Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 45,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für den Stadtkreis Baden-Baden hat aufgeschreckt. Ist die Kurstadt bald Risikogebiet?

In Baden-Baden gehen die Zahlen nach oben und die Stadt hat Maßnahmen angekündigt. Symbolfoto: Monika Zeindler-Efler

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In Baden-Baden gehen die Zahlen nach oben und die Stadt hat Maßnahmen angekündigt. Symbolfoto: Monika Zeindler-Efler

Wie das Landessozialministerium Baden-Württemberg am Montagabend mitteilte, stieg der Wert über das Wochenende für den Stadtkreis von 16,3 am 9. Oktober auf die 45,3 am 12. Oktober. Bundesweit gilt: Ab einem Wert von 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gilt eine Region als Risikogebiet – mit weitreichenden Folgen für die Bevölkerung.

Aus dem Landratsamt in Rastatt, das die Zahlen für den Gesundheitsamtsbezirk erfasst, auswertet und veröffentlicht, kommt auf BT-Nachfrage Entwarnung: Der Warnschwellenwert wird nicht einzeln für den Landkreis und den Stadtkreis berechnet. Er wird auf Basis des gesamten Gesundheitsamtsbezirks ermittelt – das heißt: die Zahlen von Landkreis und Stadtkreis werden zusammengerechnet und auf dieser Basis die Inzidenz ermittelt. Der niedrigere Wert im Landkreis zieht damit den Inzidenzwert für den Gesundheitsamtsbezirk herunter. Derzeit liegt man laut Landratsamt mit Stand Dienstag, 13. Oktober, 12 Uhr, für den gesamten Bezirk bei 22,63. Und somit weit entfernt von der 50er-Marke. Auch bis zur Vorwarnstufe von 35 ist derzeit noch Luft.

Entscheidungen fallen situationsabhängig

Und was passiert im Fall der Fälle, wenn der Warnwert gerissen wird?

Bis es so weit ist, sind die jeweiligen Kommunen am Zug. Wenn im gesamten Gesundheitsamtsbezirk der Wert überschritten wird, geht die Zuständigkeit für Maßnahmen an das Gesundheitsamt und somit ans Landratsamt über. „Als Erstes werden dann wohl Vorgaben für Feiern erlassen“, erläutert Jessica Schuldt, Leiterin des Amts für Migration, Integration und Recht und stellvertretende Leiterin des Verwaltungsstabs „Corona“. Alles Weitere werden man dann situationsabhängig sehen. Landkreisweite Schulschließungen seien aber beispielsweise ebenso wenig angedacht wie ein genereller Lockdown, tritt sich entsprechenden Befürchtungen entgegen.

Woher allerdings der hohe Wert kommt, den das Sozialministerium ausweist, dessen Daten immer wieder ein wenig von den hiesigen abweichen, kann man sich derweil in der Rastatter Behörde nicht genau erklären. Hier wird vermutet, dass verschiedene Einwohnerzahlen zu den Abweichungen führen. Im Landratsamt wird auf Basis von Zahlen des Statistischen Landesamts vom 30. Juni gerechnet, im Sozialministerium wird als Basis eine Einwohnerzahl vom 31. Dezember 2019 ausgewiesen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Stephanie Hölzle

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Erstellt:
13. Oktober 2020, 11:44 Uhr
Aktualisiert:
13. Oktober 2020, 12:09 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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