Ja zum „Vincenti-Grünzug“ in Baden-Baden

Baden-Baden (hez) – Der umstrittene Weg wird nun doch gebaut: Der Bauausschuss der Kurstadt gibt grünes Licht für den „Vincenti-Grünzug“ zwischen Stephanienstraße und Vincentistraße.

Dieser Plan zeigt den Verlauf der Wegeverbindung zwischen Stephanienstraße (links) und Vincentistraße (oben rechts). Foto: Stadt Baden-Baden/BHM Planungsgesellschaft

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Dieser Plan zeigt den Verlauf der Wegeverbindung zwischen Stephanienstraße (links) und Vincentistraße (oben rechts). Foto: Stadt Baden-Baden/BHM Planungsgesellschaft

Bereits zum zweiten Mal befasste sich der Bauausschuss am Donnerstag mit dem „Vincenti-Grünzug“ als Wegeverbindung zwischen Stephanien- und Vincentistraße – und wieder gab es kontroverse Debatten. Aber eine Entscheidung hat man diesmal auch getroffen: Der Weg wird gebaut.

Die „grüne Achse“ soll besonders für Menschen aus dem Bereich des Annabergs eine angenehm zu begehende Verbindung zur Innenstadt schaffen. Als sich allerdings der Bauausschuss im November damit befasste, hagelte es Kritik. Vermisst wurde die Barrierefreiheit, befürchtet wurde eine Störung des Kaltuftstroms, geargwöhnt wurde, dass nur die Bewohner der Anlage auf dem Vincenti-Areal, die gerade entsteht, davon profitieren könnten. Die weitere Beratung hat man damals vertagt.

Jetzt stand das Thema erneut auf der Tagesordnung, und Gartenamtsleiter Markus Brunsing ging sehr ausführlich auf die Hintergründe des Projekts und die geäußerten Bedenken ein. Er betonte, dass das gesamte Konzept öffentlicher Wege auf dem Areal schon Bestandteil des 2014 beschlossenen Bebauungsplans sei.

Diverse kleine Treppen favorisiert

Da ein beachtlicher Höhenunterschied zu überwinden ist – am oberen Abschluss des Weges gibt es den größten Geländesprung mit nochmals sieben Metern – favorisiert das Gartenamt die „relativ komfortable“ Lösung mit diversen kleinen Treppen. Wenn aus Gründen der Barrierefreiheit auf Treppen verzichtet werden soll, dann bleibe nur eine Rampenlösung. Dies führe aber im oberen Bereich zu Steigungen von bis zu 16 Prozent – steiler als in der Hard- und in der Scheibenstraße – und erfordere erhebliche Rampenbauwerke.

Klimatisch gebe es keine Probleme durch den Wegebau, betonte Brunsing. Auf dem Gelände werde ohnehin ein größerer Bereich für Hangabwinde freigehalten, was von dem Grünzug nicht beeinträchtigt werde. Der Bauherr des Vincenti-Areals beteilige sich an dem Wegebau, da die untere Hälfte als Feuerwehrzufahrt vorgesehen ist. Die Gebäude selbst hätten eigene Wegeanschlüsse zu den Straßen, dafür werde der Grünzug nicht gebraucht.

Wolfgang Niedermeyer (FBB) forderte, zunächst nur die Feuerwehrzufahrt zu realisieren. Über den weiteren Weg solle man erst im Rahmen der Klärung eines Gesamtkonzepts entscheiden. Dieser Ansicht war auch Ursula Opitz (Grüne), die nicht verhehlte, dass es ihr widerstrebe, der Planung zuzustimmen.

FDP: Treppenanlage passt zur Stadt

Stadtrat Klaus Bloedt-Werner (CDU) bezeichnete es als „Schildbürgerstreich“, wenn man hier nur einen Torso hinterlasse. Der Grünzug sei eine Aufwertung, die Treppenlösung sehe er als sinnvoll an. Diese Meinung vertrat auch sein Fraktionskollege Hansjürgen Schnurr. Man solle die schon lange beschlossene Planung umsetzen. Wenn dies jetzt nicht geschehe, dann müsste bei einer späteren Realisierung des kompletten Wegs das Gelände erneut aufgegraben werden.

Die vorgesehene Treppenanlage passe durchaus zu Baden-Baden, sagte René Lohs (FDP). Kurt Jülg von den Freien Wählern forderte, den Weg gleich bis nach oben durchzuziehen. Schließlich wurde die Verwaltungsplanung bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung mit klarer Mehrheit akzeptiert.

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Erstellt:
20. Dezember 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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