Jahnhalle Gaggenau besteht Luft-Test

Gaggenau (vgk) – Nach erfolgreichem Probelauf sollen Messgeräte auch in anderen städtischen Gebäuden zum Einsatz kommen.

Rudolf Retzler (links) und Matthias Heck von den Stadtwerken Gaggenau. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Rudolf Retzler (links) und Matthias Heck von den Stadtwerken Gaggenau. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Die Geräte sind nur wenig größer als Zigarettenschachteln, dennoch sollen sie helfen, den Unterricht in Corona-Zeiten an Gaggenauer Schulen sicherer zu machen. Unter Beobachtung stand deshalb deren Probelauf am Montagabend bei der Gemeinderatssitzung in der Jahnhalle – unter den wachsamen Augen eines Vertreters der Stadtwerke Gaggenau. Nun sollen die Geräte auch andernorts zum Einsatz kommen.

An den Wänden verteilt waren zu Testzwecken CO2-Messgeräte angebracht. „Die sieben LoRaWAN-Sensoren, die die Messungen aufzeichnen, waren zum ersten Mal im Einsatz“, erläuterte Matthias Heck von den Stadtwerken Gaggenau im BT-Gespräch. Ihr Einsatz diente einem ersten Erkenntnisgewinn. Eine Frage stand dabei ganz vorne: Wie verteilt sich die CO2-Konzentration, wenn sich in einem Saal oder Gebäude längere Zeit Menschen aufhalten? Mittlerweile gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Höhe der CO2-Konzentration in einem Raum Rückschlüsse auf die Qualität der Luft und damit auf die Ansteckungsgefahr durch Viren zulässt. Die Gaggenauer Gemeinderäte brauchen sich jedenfalls keine Sorgen machen: Die Lüftung in der Jahnhalle ist top. Die Auswertungen der Sitzung bei Vollnutzung haben gezeigt, dass die Hallenlüftung so gut arbeitet, dass an dieser Stelle keinerlei Probleme bestehen.

„Die Sensoren sind sehr feinfühlig: Wenn drei Gemeinderatsmitglieder die Halle verließen, fiel der Messwert sofort um 50 Punkte“, beschrieb Heck. Die Messungen an diesem Sitzungsabend begannen mit Werten zwischen 500 und 580 ppm. An keiner Stelle im Saal näherten sie sich kritischen Bereichen an. Erst ab 1.000 ppm (Anteile pro Million) werde ein Ampelsystem Gelb zeigen und „Lüften“ signalisieren, erklärte Heck die Funktionsweise.

Sensoren auch im Bürgersaal

Auch im Bürgersaal und im kleinen Sitzungszimmer im Rathaus sind Sensoren angebracht. Dort zeige es sich deutlich, wie sich das stoßweise regelmäßige Lüften auswirke und welch hohen Nutzen es haben kann. In der Stadtbibliothek wird aufgrund mangelnder Lüftungsmöglichkeiten ein Raumlüfter aufgestellt, wie seitens der Stadt mitgeteilt wird.

„Da auch das Bundesumweltamt in erster Linie das regelmäßige Stoßlüften empfiehlt und den Einsatz von Raumlüftern nur als zusätzliche Unterstützung sieht, halten wir die Anschaffung der extrem teuren Raumluftgeräte für finanziell nicht vertretbar“, heißt es aus dem Rathaus.

Der Anschaffungspreis für ein Messgerät liegt bei 250 Euro. Als erste Gaggenauer Schule durfte gestern der Konrektor der Hans-Thoma-Grundschule, Rudolf Retzler, fünf LoRaWAN-Sensoren unterschiedlicher Bauart mit und ohne Display in Empfang nehmen – als Start eines Pilotprojekts. LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network. Dies ist eine Funktechnologie für die Datenübertragung. Zudem erhält der Schulleiter Zugang zum System, um in die Auswertungen Einsicht nehmen zu können. „Mir ist es wichtig“, so Retzler, „dass die Kolleginnen und Kollegen mit einem Blick einsehen können, wie hoch der CO2-Wert im Klassenzimmer ist.“

Ein Symbol zeigt an, wenn der Wert auf 1.000 ppm steigt, erläuterte Heck. Retzler sagte, dass man bisher gut durch die Corona-Krise gekommen sei. Gleichwohl wünsche er sich Messeinheiten für alle zwölf Klassenräume sowie für Aula, Turnhalle und Mensa.


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