Jetzt doch mobiles Impfteam in Rastatt

Rastatt (ema) – Ein mobiles Impfteam kommt am 19. Juni in Rastatt zum Einsatz. Premiere ist im Dörfel.

Ein mobiles Impfteam kommt jetzt auch nach Rastatt. Premiere ist am 19. Juni in der Sporthalle der August-Renner-Realschule. Foto: av

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Ein mobiles Impfteam kommt jetzt auch nach Rastatt. Premiere ist am 19. Juni in der Sporthalle der August-Renner-Realschule. Foto: av

Jetzt also doch: Die Stadtverwaltung wird mobile Impfteams einsetzen, um die Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Auftakt ist am Samstag, 19. Juni, in der Sporthalle der August-Renner-Realschule. Dort soll Bewohnern des Dörfels durch ein Team des Kreisimpfzentrums Bühl der Schutz gegen das Coronavirus verabreicht werden.
Zuletzt hatte sich OB Hans Jürgen Pütsch auf Nachfrage im Gemeinderat noch skeptisch geäußert, dass eine solche Aktion in Rastatt möglich sei – vor allem mit Blick auf fehlenden Impfstoff. Dass jetzt doch mobile Impfteams zum Zuge kommen können, ist der Teilnahme Rastatts an einem Sonderprogramm des Landes zu verdanken, wie die städtische Pressestelle auf BT-Nachfrage erklärte. In den Blick genommen werden dabei Stadtviertel und Quartiere, in denen besonders viele Menschen Sozialhilfe beziehen und auf engem Raum zusammenleben, wodurch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht. „Die Aktion im Dörfel wollen wir als Modell nutzen, um Erfahrungen zu sammeln“, heißt es aus dem Rathaus. „Wenn das gut klappt und das Kreisimpfzentrum das mobile Impfteam und vor allem weitere Impfdosen zur Verfügung stellen kann, sind weitere Aktionen in sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen denkbar.“ Gedacht wird dabei an den Stadtteil Bahnhof/Industrie. Darüber hinaus hat der OB Kontakt mit Hausärzten aufgenommen, um für Initiativen der Mediziner zu werben.

200 Anmeldungen

Die bisherige Resonanz auf das Angebot im Dörfel bezeichnet die Verwaltung als „gut“. Bereits 200 Anmeldungen seien eingegangen; 70 Personen stünden auf der Warteliste. Die Bevölkerung war über ein Faltblatt sowie direkte Ansprache über Gemeinwesenarbeit, Schulsozialarbeit, Schule, Ärzte, Kitas und Vereine informiert worden. Die Stadtverwaltung unterstützt das mobile Impfteam des Landkreises mit der Organisation der Räume, technischen Infrastruktur, Erfassung der Impfwilligen sowie der Besucherlenkung. Dabei werden die städtischen Mitarbeiter von Ehrenamtlichen unterstützt.

Insgesamt 500 Impfdosen (Biontech/Pfizer) stehen zur Verfügung. Sollten noch Kapazitäten frei sein, will man auch Bürger, die nicht im Dörfel wohnen, versorgen. Anmeldungen sind noch bis Dienstag bei Sozialarbeiterin Brigitte Oser unter (0 72 22) 972 92 20 möglich.

Unterdessen bleibt die Stadtverwaltung wegen der anhaltend hohen Sieben-Tage-Inzidenz im Stadtgebiet unter Druck. Am Donnerstag stieg der Wert sogar über 100, gestern dann wurde 84,1 gemeldet – immer noch deutlich mehr als sonst in Mittelbaden. Die Infektionslage in Rastatt sei in dieser Woche erneut mit dem Gesundheitsamt erörtert worden, teilt die städtische Pressestelle mit. „Weiterhin sind keine klaren Infektionstreiber oder Ursachen für die erhöhten Werte in Rastatt feststellbar. Über Ansteckungsorte oder -gelegenheiten kann daher nur spekuliert werden“, findet man im Rathaus die gewohnten Erklärungen. Die Wohnorte der Infizierten würden sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen – mit einer Dominanz in den dichter besiedelten Gebieten der Innenstadt. Die Verwaltung appelliert deshalb an die Bürger, „eigenverantwortlich die bestehenden Kontakt- und Abstandsregeln einzuhalten“. Diese Botschaft versuche man über viele Kanäle an die Menschen zu bringen (Presse, Internet, direkte Ansprache, persönliches OB-Schreiben, mehrsprachige Infozettel). Verwiesen wird außerdem auf eines der größten Testangebote in der Region, die Impfaktionen in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften sowie am 19. Juni im Dörfel. Bei den Kontrollen wolle man aktuell verstärkt sich öffnende Bereiche wie Gastronomie/Einzelhandel in den Blick nehmen,


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