Jockey Bauyrzhan Murzabayev hat den Titel sicher

Iffezheim (jso/kgö) – Wetten auf das Jockey-Championat von Bauyrzhan Murzabayev werden mitunter bereits vor Saisonende im Dezember ausgezahlt. Grund ist sein uneinholbarer Vorsprung von 41 Siegen.

Goldene Armbinde als Dauer-Accessoire: Jockey-Champion Bauyrzhan Murzabayev. Foto: Marc Rühl

Goldene Armbinde als Dauer-Accessoire: Jockey-Champion Bauyrzhan Murzabayev. Foto: Marc Rühl

Es ist das Gleiche passiert wie vor einem Jahr: Der Online-Buchmacher „pferdewetten.de“ in Düsseldorf zahlt die Wetten auf das Jockey-Championat von Bauyrzhan Murzabayev schon jetzt und nicht erst am Ende der Saison im Dezember aus. Der Grund ist dessen uneinholbarer Vorsprung von 41 Siegen vor Andrasch Starke (40 Siege) und dem 17-jährigen Leon Wolff mit 34 ersten Plätzen. Es ist die Realität: Selbst wenn er sofort aufhören würde zu reiten, könnte er die dritte Meisterschaft hintereinander nicht mehr verlieren.

Dabei ist es noch nicht lange her, da wusste mit dem Namen Bauyrzhan Murzabayev im deutschen Galopprennsport kaum jemand etwas anzufangen. Für alle Berichterstatter war sein Name ein Albtraum, mittlerweile hat man sich daran gewöhnt, weil er so oft vorkommt. Und den Vornamen des 28-Jährigen kennt hierzulande jeder Rennbahnbesucher. Schon 81 Mal hat er in dieser Saison tapfer auf dem Geläuf die immer gleichen Fragen der Moderatoren beantwortet. Mittlerweile ist ihm die deutsche Sprache nicht mehr so fremd wie noch vor einem Jahr. Dafür hat sein Wechsel nach Köln gesorgt. Zu Saisonbeginn verließ er Andreas Wöhler in Gütersloh und begann am Schiergen-Stall in Köln-Weidenpesch. Für beide eine gute Lösung; Schiergen kämpft mit guten Chancen gegen Markus Klug um das Trainer-Championat 2021.

Trainer: „Er macht einfach wenig Fehler“

Was aber ist das Geheimnis des Manns aus Kasachstan, der die Öffentlichkeit eher meidet? Der Trainer Axel Kleinkorres (62) lebt und arbeitet seit 45 Jahren mit Trab- und Galopprennpferden und hat Hunderte von Jockeys erlebt: „Er reitet mit einem besonderen Gefühl für jedes Pferd. Es ist erstaunlich, wie schnell er sich auch auf für ihn völlig fremde Pferde sofort einstellt.“ Aber es gibt noch andere Kriterien: „Er bereitet sich auf jedes Rennen gründlich vor, kennt jedes Pferd, jeden Gegner und findet meist sofort eine gute Lage. Selten ist er eingeklemmt oder die Bude ist dicht. Er macht einfach wenig Fehler.“

Der aus der Slowakei stammende Jockey Jozef Bojko (50) hatte am Wöhler-Stall täglich mit ihm zu tun. „Es war angenehm mit ihm. Er ist bodenständig, sehr sozial. Wir haben uns in tschechischer Sprache unterhalten.“ Ob in der Jockey-Szene auch Neid aufkommt wegen seiner Überlegenheit? Bojko antwortet diplomatisch: „Da geht jeder anders mit um.“ Er selbst wohl eher gelassen. Murzabayev war vor der Rolle als Dominator der deutschen Szene keineswegs ein Nobody, doch die Bekanntheit beschränkte sich auf Osteuropa. Der in Hoppegarten tätige Trainer und Ex-Jockey Jan Korpas sah ihn schon vor vielen Jahren in Tschechien und ihm war klar: „Der bleibt nicht mehr lange hier.“

Karriere beginnt als Pferdepfleger in Tschechien

Als Murzabayev dann 2016 nach Deutschland kam, hatte er schon 200 Rennen in vier Ländern gewonnen. Seine Heimat ist die Zwei-Millionenstadt Almaty im Süden von Kasachstan. Seine Karriere begann als Pferdepfleger und Arbeitsreiter beim russischen Trainer Arslan-Girej Schawujev in Tschechien. Den ersten Ritt im Rennen absolvierte er am 20. Mai 2012 in Prag auf dem zweijährigen Iave Con für Trainer Igor Endeltsev. Am 14. Juli 2012 folgte in Lysa mit Zapadak der erste Sieg. Schließlich als vorläufige Krönung der erste Sieg im tschechischen Derby am 23. Juni 2016 mit Gontachar. 2016 kam er nach Hoppegarten.

An das Tragen der goldenen Armbinde als Führender im Jockey-Championat hat er sich längst gewöhnt. Eines der nächsten Ziele ist der erste Sieg in einem Gruppe-I-Rennen. Im Vorjahr saß er im Großen Preis von Baden im Sattel von Torquator Tasso, der Dritter wurde. Dabei unterlief ihm einer der bei ihm seltenen Regelverstöße. Er benutzte die Peitsche zu oft und wurde für 14 Renntage gesperrt.

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Erstellt:
31. August 2021, 22:00 Uhr
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