„Johannesforum“ in Bühl soll 2023 realisiert werden

Bühl (sre) – Es gibt Fortschritte bei einem Großprojekt im Zentrum von Bühl: Die evangelische Kirchengemeinde hat eine Zusage von der Landeskirche für das „Johannesforum“ bekommen.

Noch Platz fürs „Johannesforum“: Im Bereich der Freifläche und des Säulengangs zwischen des Gebäudekomplexes soll der Neubau entstehen. Foto: Sarah Reith

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Noch Platz fürs „Johannesforum“: Im Bereich der Freifläche und des Säulengangs zwischen des Gebäudekomplexes soll der Neubau entstehen. Foto: Sarah Reith

Seit rund vier Jahren plant die evangelische Kirchengemeinde Bühl bereits an einem Mammutprojekt: Zwischen den Bestandsgebäuden in der Johannesstraße soll ein lichtdurchfluteter Neubau entstehen, außerdem sind umfangreiche Sanierungen des gesamten Gebäudekomplexes erforderlich. Seit Kurzem ist klar: Es kann gebaut werden. Nach dem OK vonseiten der Landeskirche wird nun der Bauantrag bei der Stadt eingereicht.

Die Genehmigung durch die Landeskirche sei eine wichtige Zäsur, betont Pfarrer Götz Häuser. Und sie war alles andere als selbstverständlich: „Es gibt ein Bau-Moratorium“, erläutert Kirchengemeinderat Werner Venter.

Das bedeutet: Fast alle Bauprojekte sind gestoppt. Laut Kirchengemeinderätin Ute Müller, die zusammen mit Häuser und Ventner die Steuerungsgruppe für das Projekt bildet, wurden im gesamten Bereich der Badischen Landeskirche im vergangenen Jahr insgesamt weniger als eine Handvoll Genehmigungen erteilt – eine davon für das ambitionierte „Johannesforum“ in Bühl. Für die evangelische Kirchengemeinde in der Zwetschgenstadt bedeutet dieses OK auch, dass finanzielle Unterstützung fließen wird.

Wichtiges Ziel: Klimaneutral werden

Die ist dringend nötig: Rund 5,5 Millionen Euro, so Ventners grobe Schätzung, dürften alle Sanierungs- und Bauarbeiten kosten. Auch hier schlagen sich die enormen Kostensteigerungen im Bausektor nieder: Vor rund einem Jahr war noch von 2,5 Millionen Euro die Rede gewesen. Neben der Unterstützung der Landeskirche sind auch schon einige Spenden von Gemeindemitgliedern eingegangen, berichten die Verantwortlichen. Man wird aber wohl noch einige weitere Spenden sammeln müssen, bis es dann losgehen kann.

Ein Problem ist laut Müller auch, dass der Bund Fördermittel für energetische Sanierungen vorerst gestoppt hat: Man hatte fest mit einer solchen Unterstützung gerechnet. Denn ein wichtiges Ziel der Gemeinde ist Häuser zufolge, mit dem Gebäudekomplex klimaneutral oder sogar klimapositiv zu werden. Unter anderem soll künftig eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach Energie liefern.

Geplant ist laut dem Pfarrer, mit dem Projekt in etwa einem Jahr, zur Jahreswende 2022/23, loszulegen. Nun muss erst einmal der Bauantrag durchgehen, dann sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden.

Offenheit zwischen Stadtzentrum und Gemeinde: Die große Fensterfront des Forums soll Durchlässigkeit symbolisieren und ermöglichen. Visualisierung: AID-Architekten, Baden-Baden

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Offenheit zwischen Stadtzentrum und Gemeinde: Die große Fensterfront des Forums soll Durchlässigkeit symbolisieren und ermöglichen. Visualisierung: AID-Architekten, Baden-Baden

Das „Johannesforum“, das an die Stelle der jetzigen Freifläche zwischen den u-förmig angeordneten Gebäuden der Gemeinde rücken soll, ist als Begegnungsraum für alle Generationen gedacht. Entstehen soll ein großer, offener Eingangsbereich mit Kaffeemaschine und Sitzmöglichkeiten, in dem sich Menschen treffen und in dem auch mal Veranstaltungen stattfinden können. Eine Küche soll ebenfalls integriert werden – als Ersatz für die kleine und schlecht erreichbare Küche im Bestand.

Entstehen soll so auch eine Verbindung zwischen Kirche, Gemeinderäumen, Kindergarten und Gemeindebüro. Und, auch das ist laut Häuser ein wichtiges Anliegen: Durch eine große Fensterfront soll Durchlässigkeit nach Außen zur Stadt hin symbolisiert und gelebt werden.

„Großer Sanierungsstau“

Das Sanierungs- und Umbauprojekt umfasst aber noch mehr: So sollen dringend benötigte Gemeinderäume entstehen, indem die frühere Küsterwohnung umgenutzt wird. Auch Inklusion spielt eine große Rolle: Die Toiletten werden vom Keller ins Erdgeschoss verlegt und alle Bereiche barrierefrei erreichbar gemacht. Im Bestand gibt es Häuser zufolge zudem einen „großen Sanierungsstau“, der in diesem Zuge abgearbeitet werden soll: Sanitäre Anlagen, die Küche, Fußböden, Türen und Mobiliar sind in die Jahre gekommen, Gemeindesaal, Kirche und Gemeindebüro sind noch nicht gedämmt. Eine Betonsanierung des Kirchturms ist ebenfalls nötig. Und das Eternit-Dach von Kirche und Gemeindesaal soll erneuert werden.

Veränderungsbedarf gibt es zudem im Kindergarten. Dort fehlt ein Bewegungsraum zum Toben, Turnen und Spielen. Die Sanitäranlagen der Einrichtung entsprechen ebenfalls nicht mehr dem Standard: Derzeit gibt es für die zwei Gruppen mit ungefähr 40 Kindern nur drei Toiletten und Waschbecken – das soll sich ändern. Ein Bild von der aktuellen Situation und den Plänen vermittelt die Gemeinde auch in einem eigens gedrehten Video, das online angesehen werden kann.


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