Jonas Weber fordert konkrete Perspektive für FKB

Rheinmünster/Stuttgart (for) – Der Landtagsabgeordnete Jonas Weber hat Verkehrsminister Winfried Hermann in einem Schreiben zu einer verbindlichen Aussage zur Zukunft des Baden-Airports aufgefordert.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Weber sorgt sich um die Zukunft des FKB. Um den Flughafen klimafreundlicher auszurichten, brauche es Planungssicherheit. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Der SPD-Landtagsabgeordnete Weber sorgt sich um die Zukunft des FKB. Um den Flughafen klimafreundlicher auszurichten, brauche es Planungssicherheit. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Wie es künftig mit dem Baden-Airport weitergeht, steht laut dem SPD-Landtagsabgeordneten Jonas Weber weiter in den Sternen. In einem Brief an das baden-württembergische Verkehrsministerium bittet er Verkehrsminister Winfried Hermann nun darum, endlich Klarheit zu schaffen. „Die Menschen und die Wirtschaft in der Region wollen wissen, ob der Baden-Airpark mittel- und langfristig noch eine Zukunft hat“, schreibt Weber an Hermann.

An Neuausrichtung arbeiten, statt Unklarheit verbreiten

„Ob aus Stuttgart, Karlsruhe oder dem Kreistag Rastatt – es gibt immer wieder Überlegungen von Kommunalpolitikern, den Baden-Airport infrage zu stellen“, sagt Weber gegenüber dem BT. Gleichzeitig gebe es Vorbereitungen einer Neuausrichtung des Flugverkehrs. „Mir persönlich ist es wichtig, dass an dieser Neuausrichtung gearbeitet wird, statt Unklarheit zu verbreiten“, betont der Rastatter Sozialdemokrat.

Bereits im Mai sorgte ein Artikel der „Stuttgarter Zeitung“ für Aufregung, wonach Teile von Stuttgarter Gemeinderatsfraktionen einen Ausstieg der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) beim Baden-Airpark befürworteten. Berichten zufolge waren Forderungen von Abgeordneten mehrerer Parteien (hauptsächlich Grüne, aber vereinzelt auch CDU und andere) aufgekommen, dass sich die FSG als Hauptgesellschafterin des Baden-Airparks zurückziehen und der Regionalflughafen in Rheinmünster aus Klimaschutzgründen schließen sollte.

Enorme wirtschaftliche und touristische Bedeutung

Zwar sei dieses Thema in den vergangenen Wochen wieder etwas in den Hintergrund gerückt, aber „wenn mehrere Vertreter der größten Regierungspartei offen über eine Schließung sprechen, dann muss ich schon annehmen, dass dies eine ernste Sache ist“, meint Weber und fügt hinzu: „Als Abgeordneter aus Rastatt weiß ich um die enorme wirtschaftliche und touristische Bedeutung des Baden-Airports und des angeschlossenen Gewerbeparks für die gesamte Region Mittelbaden, die Technologieregion Karlsruhe und das Exportland Baden-Württemberg.“

In seinem aktuellen Schreiben an Hermann bezieht sich Weber unter anderem auf die Antworten des Verkehrsministers auf den Antrag der FDP zur Zukunft des Luftverkehrsstandorts Baden-Württemberg (Landtagsdrucksache 17/72). Darin wurde auch der Standort Baden-Airpark angesprochen. Zwar sei der Drucksache zu entnehmen, dass eine Schließung des Baden-Airports „zumindest vorerst kein Thema ist“. Weber fordert vom Verkehrsministerium aber dennoch eine verbindliche Aussage dazu, ob das Defossilisierungs- beziehungsweise Dekarbonisierungskonzept des Flughafens Stuttgart auch eine Zukunftsperspektive für den Flughafen Karlsruhe/Baden (FKB) sein kann.

Klare und dauerhafte Zusage für Umbau notwendig

Derzeit gebe es hinsichtlich klimaneutraler Luftfahrt zwei große Fragen, so Weber. Zum einen, ob es überhaupt ausreichend Anlagen gibt, die Strom zu erneuerbaren Kraftstoffen umwandeln, und zum anderen, wie die Flughäfen bei der Modernisierung unterstützt werden. „Mit Blick auf den Klimawandel und die Einhaltung der Klimaziele stehe ich konsequent für eine moderne Luftfahrt“, betont Weber. „Der Umbau der Luftfahrt muss jedoch von allen engagiert und beherzt angegangen werden. Daher braucht es jetzt eine klare und dauerhafte Zusage, damit der Umbau auch am Standort Baden-Airpark gelingen kann“, fordert Weber und fügt hinzu: „Weil er gelingen muss.“ Deshalb habe er den Verkehrsminister nach den konkreten Schritten des Umbaus am Standort gefragt – insbesondere, weil die Diskussion um ein Verbot von Kurzstreckenflügen nach wie vor anhält.

Airpark-Geschäftsführer Uwe Kotzan will sich gegenüber dem BT vorerst noch nicht zu dem Brief von Jonas Weber äußern. „Ich möchte das Thema rund um die Zukunftsfrage des Baden-Airports nicht wegdrücken, aber ich möchte Verkehrsminister Hermann noch einige Tage Zeit geben, um auf das Schreiben von Herrn Weber zu reagieren“, so Kotzan.


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