Jubiläum: Bardusch wäscht seit 150 Jahren

Ettlingen (tas) – Der Ettlinger Textildienstleister Bardusch kommt bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise. Die breite Aufstellung des Unternehmens hilt dabei.

Bardusch-Mitarbeiterin bei der Arbeit: Das Ettlinger Unternehmen unterhält mehr als 30 Wäschereien in Europa. Foto: Bardusch

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Bardusch-Mitarbeiterin bei der Arbeit: Das Ettlinger Unternehmen unterhält mehr als 30 Wäschereien in Europa. Foto: Bardusch

In der Wäscherei des Textildienstleisters Bardusch am Heimatstandort in Ettlingen herrscht geschäftiges Treiben. Jede Menge schmutzige Handtücher müssen noch vor dem Weg in die Trommel sauber zusammengelegt werden, damit sie sich beim Waschvorgang nicht verknoten. Obwohl das Zusammenlegen der 40 Meter langen Stoffbahnen von Maschinen übernommen wird, müssen sie doch von Mitarbeitern bestückt werden.

So wie an dieser Station sieht es in der gesamten Wäscherei aus: Viele Maschinen, aber auch jede Menge Menschen, die die Feinarbeiten übernehmen. Insgesamt sind es 450 Beschäftigte in der Ettlinger Keimzelle des Unternehmens. Sie kümmern sich darum, dass die Beschäftigten in Industriebetrieben, Handel, Handwerk, Kliniken, Pflegeheimen, Gastronomie oder Hotellerie immer frische Arbeitskleidung oder Bett- und Tischwäsche haben.

Aus schmutzig mach sauber: Das Geschäftsmodell des Textildienstleisters Bardusch feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Ein Jahr, in dem nichts ist, wie es früher einmal war. „In der Pandemie müssen wir sehr flexibel sein, um die Kreisläufe richtig zu managen“, beschreibt der Ettlinger Niederlassungsleiter Kevin Scafati. Denn die Lockdowns in dem für Bardusch wichtigen Hotel- und Gastgewerbe haben ihre Spuren hinterlassen. Von heute auf morgen fiel hier das Geschäft fast komplett weg, und auch die Kliniken hatten aufgrund der Pandemielage ein anderes Orderverhalten als im Normalbetrieb.

In der fünften Unternehmer-Generation


Unter dem Strich komme Bardusch mit einem Umsatzrückgang von 4,7 Prozent im vergangenen Jahr auf 314 Millionen Euro aber noch vergleichsweise gut weg, sagt Geschäftsführer Oliver Kuck. Die breite Aufstellung habe dafür gesorgt, dass Ausfälle an anderer Stelle – Lebensmittelproduktion, Gesundheitswesen, Pharmaindustrie – teilweise kompensiert werden konnten. „Die Pandemie hat gezeigt, dass das Thema Hygiene aktueller denn je ist. Deshalb sehen wir in unserer Branche noch großes Potenzial.“

Eine gute Zukunft erwarten Kuck und sein Geschäftsführungs-Kollege Andreas Holzer auch im Bereich des Reinraums. Hier geht es darum, die Berufskleidung für Mitarbeiter in der Elektronik- und Optikindustrie, im Bereich Pharma und Biotechnologie partikelfrei zu halten. Ziel: Die im Reinraum hergestellten Produkte sollen vor jeglichen Umwelteinflüssen geschützt werden.

Das 1871 gegründete Familienunternehmen befindet sich derzeit in der fünften Unternehmer-Generation. Gesellschafter sind Christina Stephanie Bardusch-Haupt und ihr Bruder Carl-Matthias Bardusch. Ihre Vorfahrin Caroline Bardusch hatte das Unternehmen einst als Ein-Frau-Betrieb gegründet und die Hemden der Angehörigen des Militärs gewaschen. In den 1960er-Jahren konzentrierte sich das Unternehmen dann auf die gewerbliche Textil-Vermietung.

Heute betreibt Bardusch mehr als 30 Wäschereien in Europa, die meisten von ihnen sind über ganz Deutschland verteilt. Insgesamt kümmern sich 3.500 Beschäftigte um rund 420 Tonnen Wäsche – täglich. Wachsen – in normalen Zeiten etwa drei bis vier Prozent pro Jahr – will Bardusch in Zukunft nicht nur organisch, sondern auch über mögliche Zukäufe. Ziel sei aber, sagt Geschäftsführer Holzer: „Überschaubar und flexibel genug bleiben, um weiterhin flexibel auf die Kundenwünsche reagieren zu können.“


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