Jugendbuchautorin liest in Baden-Baden

Baden-Baden (up) – Stephanie Quitterer hat ihr preisgekröntes Jugendbuch „Weltverbesserer für Anfänger“ in der Baden-Badener Stadtbibliothek vorgestellt. Mit den Zuhörern war sie dabei auf Augenhöhe.

Nach ihrer Lesung in der Stadtbibliothek signiert Stephanie Quitterer die Bücher ihrer jungen Zuhörer.  Foto: Ulrich Philipp

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Nach ihrer Lesung in der Stadtbibliothek signiert Stephanie Quitterer die Bücher ihrer jungen Zuhörer. Foto: Ulrich Philipp

Im Gartenhaus der Stadtbibliothek hat am Montag erstmals seit eineinhalb Jahren wieder eine Autorenlesung stattgefunden. Aus Berlin war die Schriftstellerin Stephanie Quitterer an die Oos gekommen, um ihr preisgekröntes Jugendbuch „Weltverbesserer für Anfänger“ vorzustellen.
Ihre Zuhörer waren neben einigen Erwachsenen fast alles Jugendliche, die gerade im Rahmen des Ferienprojektes „Total Digital – Jugend im Rebland“ einen Film drehen und sich von der Autorin Anregungen holen wollten. Deren Buch handelt von einer Schulklasse, die an einem Wettbewerb für soziales Engagement teilnimmt. Die Schülerinnen und Schüler beschließen, die Bewohnern des örtlichen Pflegeheims zu besuchen, und ihnen ihre Zeit zu schenken.

Die Jugendlichen sind dabei alles andere als eine verschworene Klassengemeinschaft und haben ihre Probleme, auch miteinander. Quitterer zeichnete fesselnd die unterschiedlichsten Charaktere des Buches nach. Zum Beispiel den Heimbewohner Schnidelbach, der „sein Leben als Held verbracht hat“, weil er als U-Boot-Fahrer abwechselnd im Krieg und in Gefangenschaft war. Oder einer der Schüler, der vor allem durch Selbstverliebtheit glänzt und, während er sich über seinen Scheitel streicht, erklärt: „Ich wüsste nicht, was es dabei zu verbessern gäbe.“

Autorin hatte „Angst vor fremden Menschen“

Quitterer war bei ihrer Lesung mit ihren jugendlichen Zuhörern immer auf Augenhöhe, es wurde deutlich, dass sie sich gut in sie hineinversetzen konnte. Die Gedanken und Wünsche, aber auch die Nöte dieser Generation scheint sie wirklich gut zu kennen, wohl auch, weil sie ehrenamtlich als Gesprächspartnerin bei einem Sorgentelefon für Jugendliche tätig ist.

Ihr Anliegen war es, ihren Zuhörern Mut zu machen, deshalb kam sie auch auf ihr erstes Buch zu sprechen, das den Titel „Hausbesuche“ trägt. Sie sei damals gerade von Bayern nach Berlin gezogen und habe „wahnsinnige Angst vor fremden Menschen“ gehabt. Deshalb habe sie beschlossen, 200 ihrer Nachbarn persönlich kennenzulernen, berichtete sie. Für jeden von ihnen backte sie einen Kuchen, klingelte und hoffte, eingelassen zu werden. In vielen Fällen habe dies geklappt, wenn es auch immer wieder Menschen gegeben habe, die sie abgewiesen hätten.

So sei sie in die verschiedensten Wohnungen gekommen, in Designer- genauso wie in Messi-Wohnungen. Einmal sei in einer Wohnung nur noch ein Strandkorb gestanden, weil ein Ehepartner ausgezogen und nur diesen zurückgelassen habe. „Gute Dinge können entstehen, wenn man seine Hemmungen überwindet und losgeht“, sagte sie.

Die Teilnehmer des Jugendprojektes bekamen ein Exemplar des Buches geschenkt, für jeden nahm sich Quitterer Zeit für eine ausführliche Widmung. „Ich will euch ermutigen, die Projekte, die in eurem Kopf herumschwirren, umzusetzen. Lasst euch davon auch durch 20 Neins nicht abschrecken!“, gab sie den Kindern und Jugendlichen – und vielleicht auch einigen Erwachsenen – mit auf den Weg.

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Erstellt:
18. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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