Jugendgipfel nach den Sommerferien

Gernsbach (stj) – Der Gemeinderat stellt 5.000 Euro für einen Jugendgipfel bereit und möchte noch dieses Jahr eine Beteiligungsmöglichkeit für junge Gernsbacher schaffen.

In Gernsbach wird aktuell nicht nur über die Zukunft des Jugendhauses in der Schwarzwaldstraße diskutiert, sondern auch über eine neue Beteiligungsform der jungen Leuten. Foto: Stephan Juch

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In Gernsbach wird aktuell nicht nur über die Zukunft des Jugendhauses in der Schwarzwaldstraße diskutiert, sondern auch über eine neue Beteiligungsform der jungen Leuten. Foto: Stephan Juch

„Wir wollen, dass dieses Jahr ein Beteiligungsmodell für die Gernsbacher Jugendlichen erarbeitet wird.“ Birgit Gerhard-Hentschel machte im Gemeinderat deutlich, dass es der Fraktion der Grünen zu wenig ist, was in der Papiermacherstadt bisher als Partizipationsmöglichkeit für die jungen Bürger geboten wird. Zusammen mit den anderen Fraktionen schlage man deshalb vor, 5.000 Euro zusätzlich in den Haushalt 2021 einzustellen, um damit einen Jugendgipfel nach den Sommerferien zu veranstalten.

Dieser Antrag fand bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme eine große Mehrheit, auch wenn noch geklärt werden muss, wie dieser Jugendgipfel konkret aussehen soll. Thalib Ahmad (CDU) nannte den Vorschlag sehr begrüßenswert und empfahl, vorher eine entsprechende Umfrage durchführen zu lassen. Dabei sollte in einem offenen Diskurs die Frage erörtert werden, wie eine Jugendbeteiligung in Gernsbach konkret aussehen könnte. „Die Beteiligungsmöglichkeit sollte aus der Jugend selbst kommen“, meinte auch Nico Fatebene (SPD), zumal die letzten Formate (Jugendgemeinderat und 8er-Rat) allesamt nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

Fraktionsübergreifende Initiative

„Ich sehe das als guten Anstoß“, freute sich Dr. Irene Schneid-Horn (SPD) auch darüber, dass der Antrag fraktionsübergreifend zustande gekommen war. Uwe Meyer (Freie Bürger) bezeichnete das Thema Jugendbeteiligung als wichtig und plädierte ebenfalls dafür, die 5.000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Das wäre ein starkes Zeichen“, unterstützte Thomas Hentschel (Grüne) – „gerade weil die letzten Versuche der Jugendbeteiligung gescheitert sind“.

Dr. Alexander Hoff (Freie Bürger) sah die Haushaltsberatung als falschen Zeitpunkt für diese Diskussion an, zumal die Stadt das Thema Jugendbeteiligung ohnehin in der nächsten Gemeinderatssitzung am 22. Februar auf der Tagesordnung hat. Zudem solle man nicht so tun, als gäbe es in Gernsbach für Jugendliche gar keine Möglichkeit, sich zu beteiligen, „das stimmt so nicht“. Bestätigung kam von Hauptamtsleiter Thomas Lachnicht: „Wir kommen unseren Pflichtaufgaben nach, auch beim Thema Jugendbeteiligung.“ Hoff warnte auch vor der Begrifflichkeit „die Gernsbacher Jugend“ und fragte gerade im Blick auf die im Gemeinderat vertretenen Parteien: „Welche Jugend ist denn das, die Parteijugend?“

Ihr Autor

BT-Redakteur Stephan Juch

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Erstellt:
10. Februar 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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