Junge Baden-Badenerinnen sammeln Müll ein

Baden-Baden (co) – Die drei Freundinnen Emma Käckell, Frieda Brenner und Lorena Trui sammeln in Varnhalt weggeworfenen Müll ein. Manchmal auf Einrädern.

Emma Käckell, Frieda Brenner und Lorena Trui (von links) sammeln hinter der Bushaltestelle Müll ein.  Foto: Conny Hecker-Stock

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Emma Käckell, Frieda Brenner und Lorena Trui (von links) sammeln hinter der Bushaltestelle Müll ein. Foto: Conny Hecker-Stock

Emma Käckell, Frieda Brenner und Lorena Trui sind auf ihren Einrädern in besonderer Mission unterwegs: In der Umgebung ihrer Varnhalter Heimat sammeln die engagierten Freundinnen Müll, der von ihren Mitbürgern achtlos weggeworfen wurde. Als sie sich vor einigen Wochen auf ihrem Weg entlang der Yburghalle an herum liegenden Plastiktüten störten, überlegte das befreundete Mädchentrio, „was können wir tun“, erzählt Frieda über ihre Beweggründe. Der Entschluss war rasch gefasst, nicht zu lamentieren, sondern selbst aktiv zu werden und in ihrer Freizeit den Müll aufzusammeln, bevor er noch richtig Schaden in der Umwelt anrichtet. Die Eltern der drei Mädchen sind „mega stolz“ auf die komplette Eigeninitiative ihrer Kinder, sagt Lorenas Papa. Alle wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft in der Varnhalter Weinsteige.

Kanutour auf Fulda hat geprägt

Familie Käckell erzählt von einer nachhaltig prägenden Kanutour mit dem Nachwuchs auf der Fulda, bei der ihr Boot, ein großer Kanadier, förmlich im Müll stecken geblieben war. Auch in Friedas Elternhaus wird seit jeher sorgsam auf die Natur geachtet. So hat ihr Bruder Emil auf besondere Art seinen Geburtstag gefeiert – die Schnitzeljagd wurde in eine Müllsammeltour umfunktioniert, Sieger war, wer am meisten in seinem Müllbeutel hatte.

Schnell ziehen Emma, Lorena und Frieda Einmalhandschuhe an und nehmen jede einen Müllbeutel mit. Alle drei haben das Einradfahren als gemeinsames Hobby entdeckt, ganz unorganisiert, einfach aus Spaß. Emma tanzt und reitet ansonsten gerne, Lorena spielt Gitarre, Frieda Querflöte, und sie turnt mit Leidenschaft. Doch jetzt schwingen sie sich in den Sattel und brausen los, wobei selbst Treppenstufen kein Hindernis darstellen.

Dreck landet im Meer

Rund um die Yburghalle wird zunächst der Müll gecheckt, doch hier ist es relativ sauber. Trotzdem, ein paar Zigarettenkippen, weggeworfenes Papier von Süßigkeiten und kleinere Plastikteile finden sich, nichts entgeht den wachsamen Augen der Müll-Detektivinnen. Sie tun das für eine saubere Umwelt, „es ist doch viel schöner, wenn nicht so viel Dreck rumliegt“, sind sie sich einig. Doch sie denken noch weiter. Frieda und Lorena möchten beruflich „etwas mit Tieren“ machen, Emma könnte sich einen Job als Meeresbiologin vorstellen. „Und wenn hier alles vermüllt ist, kommt der ganze Dreck über die Flüsse bis ins Meer und tötet dort unter anderem Schildkröten“, ereifern sich die Mädchen.

Hundekotbeutel hängen in Baum

Vorbei am Kindergarten sind sie inzwischen am Altglascontainer angekommen, und dort werden sie so richtig fündig. Viel Plastik liegt hier herum, ein Kochtopfdeckel, Sektkorken, immer wieder Schnurteile, Strohhalme, Plastiklöffel, Batterien und vieles mehr. „Durch die Handschuhe geht es mit dem Anfassen, aber manche Sachen sind trotzdem voll eklig“, zuckt Emma die Schultern. Es ärgert die Freundinnen, immer wieder Beutel mit Hundekot im Gelände zu finden, die teils sogar in die Bäume geworfen werden, obwohl direkt neben der Entnahmestelle ein Abfallbehälter steht.

Rund um die Bushaltestelle finden sie öfter große Tüten mit Döner-Abfällen im Gras, neben Plastik und Papier. Es gibt also noch viel zu tun bei den geplanten weiteren Aktionen der neun- und zehnjährigen Mädchen, deren Grundschullehrerinnen in ihren jeweiligen Klassen auf ihre Aktion aufmerksam gemacht haben. Das Trio hofft nun auf Nachahmer im Sinn der Umwelt.

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Erstellt:
5. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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