Junge Gesangssolisten bei Philharmonie Baden-Baden

Baden-Baden (khf) – Im Kurhaus konzertierten am Sonntag junge Gesangssolisten zusammen mit der Philharmonie Baden-Baden. Sopranistin Laura Kirchgässner überzeugte dabei in Mozarts „Zauberflöte“.

Die junge Sopranistin Laura Kirchgässner bei ihrem souveränen Auftritt mit der Baden-Badener Philharmonie. Foto: Karl-Heinz Fischer

Die junge Sopranistin Laura Kirchgässner bei ihrem souveränen Auftritt mit der Baden-Badener Philharmonie. Foto: Karl-Heinz Fischer

Nicht nur eine faszinierende „Königin der Nacht“ war am Sonntagnachmittag im jüngsten Konzert der Reihe „Rendezvous Classique“ mit der Philharmonie Baden-Baden im Weinbrennersaal des Kurhauses zu hören. Die junge Sopranistin Laura Kirchgässner aus Karlsruhe wurde zu Recht umjubelt für ihren souveränen Auftritt in der Paraderolle aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“, an der auch schon viele Sopranistinnen gescheitert sind.

Laura Kirchgässner bewältigte die unglaublich anspruchsvollen Koloraturen nicht nur mühelos und glanzvoll, sie gab der Arie insgesamt auch die erforderliche Wut und Aggressivität. Als sie zuvor das harmlose populäre Liedchen „Ich bin die Christel von der Post“ aus der Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller gesungen hatte, hätte man ihr eine so mitreißende und hinreißende Königin der Nacht fast nicht zugetraut.

Von Musikhochschulen auf die Bühne

Das Konzert hatte aber noch weitere herausragende Nachwuchssänger zu bieten. Unter dem Titel „Les Solistes d’Europe“ stellte die Philharmonie unter der Leitung von Volker Christ in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Förderverein für Kunst, Medien und Wissenschaft weitere Studierende von Musikhochschulen der Region vor, die bereits am Anfang ihrer Gesangskarrieren stehen. Dabei standen der Bass Ang Du und der Bariton Florian Tavic der Sopranistin Kirchgässner keineswegs nach. Die beiden präsentierten sich zunächst mit Arien aus Gioacchino Rossinis „Barbier von Sevilla“.

Nach der Ouvertüre, die trotz ein paar kleinen Patzern vor allen bei den Bläsern spannungsvoll und mit ansteckender Rossini-Power zu hören war, ließ Ang Du in der Arie des Don Basilio seinen ungemein kraftvollen, kernigen und ausdrucksstarken Bass erschallen.

Nicht weniger volltönig und klar zog danach der Bariton Florian Tavic das Publikum mit der legendären Arie des Figaro in seinen Bann. Wie Moderator Arndt Joosten vermerkt hatte, bewegt sich die Rolle des Figaro in dieser Arie an der Grenze zu Überheblichkeit, Stress und Wahnsinn und genau diesen Charakter brachte Tavic treffsicher zum Ausdruck. Dass er auch machtvoller Dramatik fähig ist, zeigte er in der letzten Arie des Programms, beim Prolog des Tonio aus der Oper „Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo.

Eine sehr schöne Stimme, der man allerdings noch etwas mehr Volumen wünschen kann, zeigte Maria Giuliana Seguino in der Arie „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus der Operette Giuditta von Franz Lehár. Später konnte die Sopranistin in der Arie der Mimi aus „La bohème“ von Giaccomo Puccini sehr viel besser mit ihrem lyrischen Talent überzeugen.

Arien aus Opern von Mozart

Glanzlicht des Konzerts insgesamt war sicherlich ein Block mit Arien aus Opern von Mozart. Neben der Arie der Königin der Nacht war die Zauberflöte nochmals mit der Arie der Pamina vertreten, die von Marie Andrea Ciquin wunderbar einfühlsam gesungen wurde. Ang Du zeigte in der Arie des Leporello aus „Don Giovanni“ neben seinen sängerischen auch seine darstellerischen Fähigkeiten und Florian Tavic begeisterte das Publikum einmal mehr in der Arie des Grafen aus der Hochzeit des Figaro.

Für den ebenso verdienten wie lang anhaltenden Beifall bedankten sich die vier Sänger mit einem Quartett, dem berühmten Trinklied aus „La Traviata“ von Giuseppe Verdi.

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Erstellt:
23. November 2021, 14:00 Uhr
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