Juniorwahl am ASG Gernsbach: FDP und Grüne stark

Gernsbach (stj) – Kai Whittaker wäre auch als Direktkandidat in den Bundestag eingezogen, wenn es nach dem politischen Willen der Acht- bis Zwölftklässler am Albert-Schweitzer-Gymnasium ginge.

So sieht das Zweitstimmen-Ergebnis aus, das bei der Juniorwahl der Acht- bis Zwölftklässler am ASG ausgezählt wurde. Grafik: Jasmin Vogt (Quelle: ASG)

© jv

So sieht das Zweitstimmen-Ergebnis aus, das bei der Juniorwahl der Acht- bis Zwölftklässler am ASG ausgezählt wurde. Grafik: Jasmin Vogt (Quelle: ASG)

Das dürfte den Christdemokraten freuen. Anders sieht es hingegen bei den Zweitstimmen aus: Da kommt die CDU bei der Juniorwahl am ASG noch stärker unter die Räder als dies bei der echten Wahl der Fall gewesen ist.

Drei Tage vor der echten Wahl haben 90,4 Prozent der wahlberechtigten Schüler am Gernsbacher Gymnasium ihre Stimme abgegeben und bei der Simulation der Bundestagswahl diese so realitätsgetreu wie möglich nachgestellt. Die Ergebnisse des Projekts, das unter Federführung von neun Schülern der Kursstufe 1 (elfte Klasse) aus dem Leistungsfach Gemeinschaftskunde und ihrem Lehrer Michael Wagner organisiert wurde, sind durchaus beachtlich.

Tierschutzpartei im Bundestag, AfD raus

So schaffte es die Tierschutzpartei über die Fünf-Prozent-Hürde, während die AfD den Einzug ins Parlament knapp verpasst hätte. Ein Zweier-Bündnis aus Grünen, die mit 29,8 Prozent der Stimmen stärkste Kraft wurden, und FDP (20,4 Prozent) könnte den 20. Deutschen Bundestag in einer Koalition unter Kanzlerin Annalena Baerbock anführen. 7,7 Prozent gab es nur für CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, Olaf Scholz von der SPD kam immerhin auf 20 Prozent.

Während Erst- und Zweitstimmen für die Sozialdemokraten am ASG nur um drei Prozent auseinanderliegen, klafft bei den Christdemokraten eine riesige Lücke von 18,3 Prozent. Ein klares Indiz dafür, dass Whittaker als Person für den hiesigen Wahlkreis Rastatt die Gymnasiasten durchaus anspricht, seine Partei und deren Führungspersonal auf Bundesebene offenbar nicht.

Dass die Grünen bei den jungen Leuten insgesamt stärker abschneiden als bei der echten Wahl, überrascht kaum; dass die Freien Demokraten so viele Stimmen bei der Juniorwahl einheimsten, deckt sich mit den bundesweiten Analysen der echten Wahl: Unter Erstwählern ist es Umfragen zufolge nämlich die FDP, die am besten abschneidet – 23 Prozent sollen für die Liberalen gestimmt haben, direkt darauf folgen die Grünen mit 22 Prozent.

Handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung

Die Juniorwahl ist ein handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung an weiterführenden Schulen und möchte das Erleben und Erlernen von Demokratie ermöglichen. Der fundierte Meinungsbildungsprozess, das Üben, Entscheidungen zu treffen, und sich eine eigene Meinung zu bilden stehen dabei im Vordergrund. Am ASG findet sie regelmäßig für Schüler ab der achten Klasse statt, weil dann Gemeinschaftskunde auf dem Stundenplan steht.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.