Juniorwahl am ASG in Gernsbach

Gernsbach (stj) – Das Albert-Schweitzer-Gymnasium ist am Montag mit 426 Schülern und 40 Lehrern ins neue Schuljahr gestartet und hat 55 neue Fünftklässler begrüßt.

Ab Montag, 20. September, gibt es am ASG auch wieder ein Mittagsessen in der Mensa. Das Angebot ist für die Schule sehr wichtig, sagt Rektor Stefan Beil, weil viele Gymnasiasten auch nachmittags Unterricht haben. Foto: Nico Fricke/Archiv

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Ab Montag, 20. September, gibt es am ASG auch wieder ein Mittagsessen in der Mensa. Das Angebot ist für die Schule sehr wichtig, sagt Rektor Stefan Beil, weil viele Gymnasiasten auch nachmittags Unterricht haben. Foto: Nico Fricke/Archiv

Trotz der nach wie vor herrschenden Pandemie will das Albert-Schweitzer-Gymnasium im neuen Schuljahr einen Schritt zurück in die alte Normalität wagen. Das bedeutet, dass unter anderem 17 Arbeitsgemeinschaften im Angebot sind, ab kommendem Montag wieder Mensabetrieb herrscht und auch die außerschulischen Angebote wieder Fahrt aufnehmen sollen.

Letzteres sei insbesondere für die sozio-emotionale Ebene der Schüler von großer Bedeutung, erläutert Rektor Stefan Beil im Pressegespräch zum Schuljahresauftakt. Ohne Studienfahrten und Schullandheimaufenthalte, ohne Schulkino-Woche oder Besuche von Kulturveranstaltungen wie der Gernsbacher Puppentheaterwoche sei es schwierig, die Klassengemeinschaft zu stärken. „Wir gehen davon aus, dass das wieder möglich sein wird“, gibt sich Beil optimistisch, dass Corona diesen gemeinschaftlichen Aktivitäten nicht länger dazwischen funkt.

Natürlich werde Prävention weiter groß geschrieben: So müssen sich die nicht geimpften Schüler zweimal die Woche testen lassen, ab 27. September gar dreimal. Auch bereits Geimpfte bekommen dieses Testangebot, für sie ist es aber freiwillig, so Beil. Inzwischen verfügt das Gernsbacher Gymnasium über fünf mobile Luftfiltergeräte, die natürlich längst nicht ausreichen, um jedes Klassenzimmer zu bestücken. Aber: „Die Lüftungsbedingungen bei uns an der Schule sind sehr gut“, versichert Beil. Dies bestätigten die CO2-Messgeräte, die nach dem Stoßlüften alle 20 Minuten wieder gute Werte anzeigten. Von daher gehe man derzeit nicht davon aus, für alle Räume Luftfiltergeräte vorhalten zu müssen. Diese kämen zunächst vor allem in den kritischen Räumen (Lehrerzimmer und Mensa) zum Einsatz.

Lernbrücken für 35 Gymnasiasten

Am Montagnachmittag wurden am ASG 55 Fünftklässler begrüßt. Die Einschulung fand in getrennten Gruppen und in kleinerem Rahmen statt; ein Festakt, wie er vor der Pandemie üblich war, konnte aber wie schon im vergangenen Schuljahr nicht stattfinden, bedauert Beil. Bis auf die zehnte Klasse, die dreizügig ist, sind am ASG aktuell alle Jahrgangsstufen zweizügig. 40 Lehrer und zwei Referendare (mit eigenständigem Lehrauftrag) bilden das Kollegium, das im Frühjahr 2022 durch weitere Referendare aufgestockt werde.

Für einen Teil der Pädagogen läuft das Schuljahr schon seit 30. August, als die Lernbrücken am ASG Einzug hielten. 35 Schüler machten von der Möglichkeit Gebrauch, durch Corona und Homeschooling verursachte Defizite aufzuholen. Sechs Lehrkräfte und eine Studentin kümmerten sich um sie. Es sei nicht einfach gewesen, für dieses Angebot Personal zu finden, zumal die Lernbrücken ja auch vorbereitet werden mussten. „Wir merken einfach, dass die Kollegen ein hartes Jahr hatten“, stellt Beil fest.

Kooperation mit Goethe eine Win-win-Situation

Fortgesetzt wird die Kooperation mit dem Goethe-Gymnasium in Gaggenau, die eine Win-win-Situation für die beiden Murgtal-Gymnasien darstelle. So könne man in der Kursstufe ein reiches Angebot an Leistungsfächern vorhalten, verdeutlicht Beil: Für Bildende Kunst und Musik pendeln Schüler aus Gernsbach nach Gaggenau, für Gemeinschaftskunde nehmen einige den Weg von der Benz- in die Papiermacherstadt auf sich. Erfreulich sei laut Beil auch, dass es am ASG 2021/22 wieder ein großes Angebot an Arbeitsgemeinschaften in Präsenz gebe: Mit 17 AGs bewege man sich dort auf Vor-Corona-Niveau. Das sei auch deshalb möglich, weil es die strikte Kohorten-Trennung aus dem Vorjahr nicht mehr gebe. Dennoch versuche man auch im AG-Bereich, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beizubehalten.

In der Schulentwicklung will das ASG für 2021/22 fünf Punkte in den Vordergrund rücken:
- Digitalisierung: Das 2020 am ASG eingeführte digitale Klassenbuch habe sich laut Beil bewährt und soll fortgeführt werden; selbiges gelte für digitale Plattformen wie Moodle oder Big Blue Button. Prinzipiell stelle sich die Frage, wie man den Unterricht mit diesen „Werkzeugen“ gewinnbringend verbessern könne. Dabei soll auch ein Medien-Curriculum helfen, erklärt der Schulleiter.
- Förderung: Das am ASG unter Federführung von Lehrer Sebastian Arnold entwickelte Förderungskonzept wird durch das Förderprogramm „Lernen mit Rückenwind“ des Kultusministeriums ergänzt. Die Begabtenförderung in den Sprachen werde fortgesetzt.
- Corona-Krise: Man wolle (so weit wie möglich) gerade auch durch außerschulische Angebote versuchen, den durch die Pandemie erschwerten Gemeinschaftssinn am ASG zu stärken: Deshalb ist als erstes am 21. September ein Wandertag für alle geplant.
- Demokratie-Bildung: Neben der Direktwahl der Schülersprecher findet unter der Leitung von Gemeinschaftskundelehrer Michael Wagner am ASG für die Schüler ab Klasse 8 eine Simulation der Bundestagswahl (Juniorwahl) statt.
- MINT-Zertifikat: Das ASG hat sich erneut erfolgreich um das sogenannte MINT-Zertifikat für die Schwerpunktbildung im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beworben. Ein entsprechender Festakt in der „MINT-freundlichen Schule“ findet im November statt.


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