KIZ: 165.000 Impfungen seit Januar in Mittelbaden

Bühl/Baden-Baden (fk) – Zum Ende des Betriebs in den Kreisimpfzentren in Mittelbaden haben die Verantwortlichen Bilanz gezogen. Ab jetzt übernehmen die Hausärzte.

Ist ab Mitte Oktober wieder eine ganz normale Sport- und Veranstaltungshalle: Das Kreisimpfzentrum in der Bühler Schwarzwaldhalle. Foto: Florian Krekel/BT

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Ist ab Mitte Oktober wieder eine ganz normale Sport- und Veranstaltungshalle: Das Kreisimpfzentrum in der Bühler Schwarzwaldhalle. Foto: Florian Krekel/BT

Rund 165.000 Corona-Impfungen haben die Kreisimpfzentren in Bühl und Baden-Baden seit ihrem Start am 22. Januar verabreicht. Am Donnerstagabend um 20 Uhr ging dann mit dem Torschluss des KIZ in der Bühler Schwarzwaldhalle eine der wohl beispiellosesten öffentlichen Impfaktionen zu Ende. Ab sofort sind Corona-Impfungen nur noch bei den Hausärzten möglich.

Bei den Verantwortlichen der KIZ überwiegt die Freude über den Erfolg – zwischen den Zeilen ist aber auch etwas Wehmut zu spüren. Auch weil die Schließung der KIZ im Land im Hinblick auf das Diktum von möglichst niederschwelligen Impfangeboten ein leichter Rückschritt ist. Denn zuletzt war in den KIZ kein Termin mehr benötigt worden, große Wartezeiten wie zum Beginn der Kampagne hatte es nicht mehr gegeben. So hatte das KIZ in Bühl den Organisatoren zufolge zuletzt noch knapp 1.500 Impfungen pro Woche verabreicht. In Spitzenzeiten waren es mehr als 5.400 – und es hätten wohl ohne den anfänglichen Impfstoffmangel noch viel mehr sein können.

Hausärzte denken über eigenes Impfzentrum nach

Das sei eine Leistungsfähigkeit, die in Zukunft durchaus fehlen könnte, sagt denn auch der Ottersdorfer Hausarzt Martin Holzapfel, zugleich Pandemiebeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Gerade mit Blick darauf, dass wohl auch bald Kinder geimpft werden könnten – „was ganz wichtig ist“, so Holzapfel – sei es für einzelne Hausärzte in ihrem normalen Praxisalltag schwer, das alles zu übernehmen. Er sei deshalb aktuell in der Absprache mit Kollegen, ob es nicht doch noch in Mittelbaden – wahrscheinlich in Rastatt – eine stationäre Impfeinrichtung geben könne, die dann allerdings von den Hausärzten betrieben würde.

Verdeutlicht wird die Leistungsfähigkeit der KIZ auch durch den Blick auf die jeweiligen Impfzahlen. So wurden allein in Bühl an 195 Betriebstagen fast 86.000 Impfungen verabreicht. Verimpft wurde dabei zu rund 75 Prozent das Vakzin von Biontech/Pfizer, gefolgt von Astrazeneca (20,5 Prozent), Johnson&Johnson (3,5) und Moderna (1).

Im KIZ im Kurhaus Baden-Baden wurden bis zum letzten Betriebstag am vergangenen Samstag exakt 79.172 Impfungen verabreicht. 39.593 davon waren Erst- und 39.579 Zweitimpfungen, wie die Stadt präzisierend aufschlüsselt. Rekordtag in Baden-Baden war demnach der 12. Juni mit 922 Impfungen an einem Tag. „Wäre anfangs genügend Impfstoff da gewesen, hätten wir aber auch über 1.000 Impfungen pro Tag geschafft“, ist sich Matthias Götz aus dem Betriebsleitungsteam des KIZ auf BT-Anfrage sicher.

Mobile Impfteams legen über 10.000 Kilometer zurück

Geimpft wurde aber nicht nur in den Impfzentren selbst, sondern auch mit mobilen Impfteams. Sie leisteten bis zum 27. September 162 Einsätze, etwa in Pflegeheimen, und verabreichten dabei rund 8.300 Impfungen. Zudem wurden beispielsweise im Landkreis Rastatt im Nachgang bis Mittwoch 29. September in 13 Einrichtungen 870 Auffrischungsimpfungen absolviert. Das Personal der Mobilen Impfteams wurde bis Mitte August von den DRK-Kreisverbänden Bühl/Achern und Rastatt gestellt. Insgesamt legten die knapp 132 ehrenamtlichen Helfer dabei exakt 10.337 Kilometer zurück. Darüber hinaus gab es im Landkreis Rastatt 35 Sonderimpfaktionen an verschiedensten Orten, bei denen den Behörden zufolge rund 8.400 Impfungen verabreicht wurden. „Die KIZ und die mobilen Impfteams waren eine gewaltige Gemeinschaftsleistung. Wir konnten jedem, der sich impfen lassen wollte, ein Angebot machen“, sagte der Erste Landesbeamte Jörg Peter im Rahmen eines Pressegesprächs, bei dem er zugleich mit Blick auf die Ungeimpften eindringlich für ein Umdenken und eine Impfung warb.

Im Landkreis Rastatt liegt die Impfquote der vollständig Geimpften aktuell bei 60,8 Prozent (Stand 29. September). Im Kreis Baden-Baden liegt sie sogar bei 70,8 Prozent – der beste Wert aller Kreise im Land.

Wer sich in den vergangenen Wochen in einem der KIZ die Erstimpfung abgeholt hat, hat einen Zweitimpftermin bei den Hausärzten bekommen. Die jetzt noch übrigen Impfstoffe würden an Hausärzte oder an die Stadtklinik Karlsruhe abgegeben, da von dort aus weiterhin mobile Impfteams in der Region unterwegs seien.


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