KSC: Angriff bleibt Problemzone

Karlsruhe (ruf) – Für den Karlsruher SC geht es derzeit Schlag auf Schlag. Nach der Partie beim HSV am Donnerstag ist die Eichner-Elf am Montag bei Fortuna Düsseldorf gefordert – wieder mit Hofmann.

Nach seiner Verletzungspause am Donnerstag in Hamburg ist Philipp Hofmann (vorne) am Montagabend in Düsseldorf wieder mit von der Partie. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

© GES/Marvin Ibo Güngör

Nach seiner Verletzungspause am Donnerstag in Hamburg ist Philipp Hofmann (vorne) am Montagabend in Düsseldorf wieder mit von der Partie. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

Einen Sieg und eine Niederlage hat der Karlsruher SC in den letzten acht Ligaspielen zustande gebracht – und gleich sechs Unentschieden, das letzte davon beim 1:1 am Donnerstag beim HSV. Eine Bilanz, die je nach Gusto des Betrachters als „Einbruch“ charakterisiert wurde – oder aber als Beweis dafür, dass sich eine Mannschaft, die vor der Saison den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben hatte, zurecht in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt hat.

Zur zweiten Interpretation neigt naturgemäß Trainer Christian Eichner, der nach dem starken Auftritt im Norden auch wenig Grund hatte, mit seiner Mannschaft ins Gericht zu gehen. Trotz des Fehlens zahlreicher Stammspieler waren die Badener beim Hamburger Starensemble über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft gewesen. Bei einem Sieg im Nachholspiel am Montag in Düsseldorf (20.30 Uhr) hätte der KSC den Sprung auf Platz sechs geschafft. „An unserer Bilanz der letzten acht Spiele sieht man einerseits, dass wir extrem schwer zu schlagen sind“, findet Eichner. „Man sieht aber auch, dass unsere Probleme auf den letzten 20 Metern liegen.“

Guèye kein gleichwertiger Hofmann-Ersatz

Auch im Volksparkstadion traten die Badener rund um den gegnerischen Strafraum bisweilen zu zögerlich auf. Was zum einen daran liegt, dass Eichner seinen Auftrag, junge Spieler zu entwickeln und mit entsprechenden Einsatzzeiten auszustatten, ernst nimmt. Dass von Malik Batmaz (21), Dejan Galjen (19) oder Dominik Kother (22), die gegen den HSV zum Einsatz kamen, (noch) nicht die gleiche Kaltschnäuzigkeit zu erwarten ist wie von gestandenen Profis, ist einkalkuliert. Ein größeres Problem wurde hingegen in Hamburg erneut offensichtlich. Immer dann, wenn Philipp Hofmann ausfällt, entsteht im System mit nur einer Spitze automatisch ein Qualitätsproblem. Babacar Guèye, und darauf weist Eichner immer wieder hin, hat in der öffentlichen Wahrnehmung auch deshalb einen schweren Stand, weil es ungerecht ist, ihn mit einem der besten Stürmer der Liga zu vergleichen. Doch seine Defizite sind zu zahlreich, um eine Alternative im Angriff werden zu können. Als einzige Spitze im 4-3-2-1-System wäre es seine Aufgabe, hohe Bälle auf nachrückende Spieler abzulegen. Doch das scheitert oft daran, dass er meist schon das erste Kopfballduell verliert. Zudem hat Guèye auch deshalb weit weniger Torchancen pro Einsatz, weil seine Laufwege oft nicht mit den Plänen der Kollegen übereinstimmen.

Heise kehrt nach Gelbsperre zurück

„Um Spiele zu gewinnen, werden wir im vorderen Bereich zulegen müssen“, hat Eichner am Sonntag gesagt. Man kann das als Appell an die Offensive verstehen, am Montagabend konsequenter den Abschluss zu suchen. Man versteht den Trainer aber auch sicher nicht völlig falsch, wenn man herausliest, dass er nichts dagegen hätte, von Sportdirektor Oliver Kreuzer in der kommenden Saison ein, zwei personelle Alternativen mehr zur Verfügung gestellt zu bekommen. Immerhin: Nach seiner leichten Innenbandverletzung, die einen Einsatz in Hamburg unmöglich machte, ist Hofmann am Monag wieder einsatzfähig. Auch Linksverteidiger Philip Heise kehrt nach seiner Gelbsperre zurück. Neben Lukas Fröde, Dirk Carlson und Robin Bormuth fehlt hingegen auch Benjamin Goller, dem das Knie zu schaffen macht.

Ähnlich wie der HSV sei auch die Fortuna, die „mit den besten Kader der Liga“ habe, zum Siegen verdammt, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren, meint Eichner. „Dass der Gegner in einer Drucksituation ist, wird aber nicht reichen, um Punkte nach Karlsruhe mitzunehmen. Wir müssen ihn immer wieder daran erinnern.“

Etwas einsilbiger wurde Eichner, als er auf die von der DFL verhängte Geldstrafe für den KSC angesprochen wurde. Die soll im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen und eine Sanktion dafür sein, dass beim KSC angeblich ein zu laxer Umgang mit den Hygienevorschriften die jüngsten Corona-Infektionen begünstigt habe. Das scheint Eichner anders zu sehen. Schließlich sei man zehn Monate ohne jede Infektion geblieben. Und zum anderen sei nachgewiesen, dass die jüngsten Ansteckungen nicht im Mannschaftskreis, sondern „von außen“ an die Spieler herangetragen wurden.

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Erstellt:
2. Mai 2021, 22:30 Uhr
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