KSC-Coach Eichner blickt in die Zukunft

Karlsruhe (ket) – Bereits nach dem zweiten Spiel seit dem Ende der Quarantäezeit muss KSC-Trainer Eichner vor dem Spiel gegen den Hamburger SV Bastelarbeit leisten: Hofmann, Choi und Heise fallen aus.

Das nächste Talent aus dem KSC-Nachwuchsleistungszentrum: Dejan Galjen schnupperte gegen Erzgebirge Aue erstmals Profiluft. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

Das nächste Talent aus dem KSC-Nachwuchsleistungszentrum: Dejan Galjen schnupperte gegen Erzgebirge Aue erstmals Profiluft. Foto: Helge Prang/GES

Was die nächsten Tage anbelangt, hatte Christian Eichner schon gleich am Montagabend einen Plan, zumindest im Groben. Am Dienstag würde Regeneration auf dem Plan stehen, am Mittwoch der Flug nach Hamburg, am Donnerstag dann das dortige Spiel gegen den Hamburger SV.

Was die Details der Reise in den Norden anbelangt, konnte der Trainer des Karlsruher SC weniger konkret werden. Natürlich, zumindest diesbezüglich war sich Eichner sicher, werde man auch im Volksparkstadion wieder eine Mannschaft aufbieten, die alles gibt, vor allem ihr Herz. Aus welchen seiner Spieler sich diese Mannschaft letztendlich zusammensetzen wird, vermochte der KSC-Coach am Dienstag freilich noch nicht zu sagen.

Fröde und Bormuth weiter in Isolation

Das hatte in diesem Fall keineswegs mit dem vor Spielen durchaus üblichen taktischen Aufstellungsgeplänkel zu tun, sondern schlicht damit, dass Eichner selbst nicht mit Bestimmtheit wusste, welcher seiner Profis fit genug für den Hamburg-Trip sein würde. Das mit einem 0:0 zu Ende gegangene Spiel gegen Erzgebirge Aue, das zweite nach der zweiwöchigen Quarantäne-Pause der Badener, hatte doch eine ziemliche Schneise in den Kader der Blau-Weißen geschlagen. So hatten Mittelfeld-Wusler Kyoung-Rok Choi (Muskelfaserriss in der Wade) und Torjäger Philip Hofmann (Innenbandverletzung im Knie) vorzeitig das Feld verlassen müssen, Linksverteidiger Philip Heise wiederum hatte seine fünfte Gelbe Karte kassiert. Alle drei werden am Donnerstagabend (18.30 Uhr) nicht mit von der Partie sein. Weiterhin in coronabedingter Isolation zu Hause bleiben müssen auch Robin Bormuth und Lukas Fröde, die Kontakt mit dem coronainfizierten Zeugwart Thorsten Merkel hatten. Auch Merkel wird beim Hamburg-Ausflug fehlen, ebenso wie Teammanager Burkhard Reich, der laut BT-Informationen zwischenzeitlich ebenfalls positiv getestet wurde.

Was seinen Kader für die Partie am Donnerstag anbelangt, hat Eichner diesmal also eine ganz schöne Bastelarbeit vor sich. Erneut wird er wohl auf das ein oder andere Teilchen aus dem eigenen Nachwuchs setzen. Schon gegen Würzburg beschenkte er Tim Breithaupt (19) mit dessen ersten Startelfeinsatz bei den Profis. Am Montag gegen Aue kam der gleichaltrige Dejan Galjen ab Minute 70 gar zu seinem Profidebüt.

Eichner bezeichnete es hernach als „toll“, auf solche Talente aus dem eigenen Stall zurückgreifen zu können. Er wies aber auch auf die Defizite hin, die im Spiel der Jungen naturgemäß noch stecken und derzeit den Unterschied machen zu einer erfahrenen Truppe wie jener aus Aue. Gerade in Sachen Professionalität und was die Klarheit im Passspiel im letzten Drittel anbelangt, hätten sich seine Jungs am Montag „eine Scheibe von diesen Typen auf der anderen Seite abschneiden“ können. Umso mehr müsse man die Jungs unterstützen, „weil sie aktuell immer wichtiger werden bei uns“. Entsprechend gelte es diesbezüglich „schleunigst zuzulegen, um im nächsten Jahr Ähnliches erreichen zu können“.

Plädoyer und Warnung

Ein richtiges Plädoyer für die Jugend hat Eichner da gehalten – und gleichsam eine versteckte Warnung abgegeben, mit dem Hinweis nämlich, dass jeder im Verein sich bewusst sein müsse, „was notwendig ist, damit der KSC nächstes Jahr eine ähnlich gute Rolle spielen wird“.

Die Botschaft, die sich dahinter mehr oder weniger versteckte und die nicht zuletzt an die Herren im Präsidium gerichtet gewesen sein dürfte: Die eigene Jugend zu integrieren ist gut und schön. Nur mit Talenten geht es aber auch nicht.

Dass sich ein Trainer rund vier Wochen vor Saisonende derart zu den Zukunftsaussichten seiner Mannschaft äußert, ist allemal legitim. Zumal so manches Fragezeichen im KSC-Kader für die nächste Runde steckt, unter anderem müssten, zumindest Stand heute, die ausgeliehenen Philip Heise (Norwich City) und Benjamin Goller (Werder Bremen) zu ihren Vereinen zurück, auch der Vertrag mit Kyoung-Rok Choi liefe aus. Nur aus dem eigenen Talentschuppen wären ihre Abgänge kaum zu kompensieren.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
27. April 2021, 17:07 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 55sec

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