KSC: Cueto fällt aus, Gersbeck fraglich

Karlsruhe (BT) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC muss beim Auswärtsspiel am Samstag in Bremen auf Flügelspieler Lucas Cueto verzichten. Am Donnerstag brach zudem Torwart Gersbeck das Training ab.

Plagt sich mit Kniebeschwerden rum, soll aber laut Coach Christian Eichner gegen Bremen das KSC-Tor hüten: Marius Gersbeck (hellblaues Trikot). Foto: Markus Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Plagt sich mit Kniebeschwerden rum, soll aber laut Coach Christian Eichner gegen Bremen das KSC-Tor hüten: Marius Gersbeck (hellblaues Trikot). Foto: Markus Gilliar/GES

Werder Bremen – klingt immer noch nach Bundesliga. Nicht nur in der Abwehr beschäftigt der SVW mit Marco Friedl, Ömer Toprak und Milos Veljkovic erstklassiges Personal. Ein Prunkstück beim Tabellendritten der zweiten Fußball-Bundesliga ist nicht nur die Dreierkette hinten, sondern auch die Doppelspitze: 19 der 39 bisherigen Bremer Saisontreffer gehen auf das Gemeinschaftskonto von Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug. „Die haben in dieser Liga nichts verloren, wenn man ehrlich ist“, sagt Jérôme Gondorf über die Qualität, die er mit dem Karlsruher SC am Samstag (13.30 Uhr) im Weserstadion zu erwarten hat.

Dass er seinem Ex-Club, für den er 21-mal in der Bundesliga spielte, einmal in der zweiten Liga begegnen würde, hätte der KSC-Kapitän Gondorf nach seinem Abgang dort vor dreieinhalb Jahren nicht erwartet. Er rechne damit, dass Werder nur diesen Kurzaufenthalt im Unterhaus aushalten muss. „Sie haben die letzten fünf Spiele gewonnen. Diese Statistik ist Aussage genug. Seit dem Trainerwechsel spielen sie attraktiven Fußball und zeigen unter Ole Werner eine klare Handschrift. Es wird ein hartes Stück Arbeit für uns. Aber wir haben einige Male gezeigt, dass wir auch die Größeren ärgern können“, nennt der 33-Jährige seine Erwartungen. Das Hinspiel im Wildpark, seinerzeit war der ein Vierteljahr später über die Impfpass-Affäre gestolperte Markus Anfang noch Werder-Trainer, ging 0:0 aus.

Gondorf: „Wir werden bereit sein“

Wie sich für die Spieler des KSC die Nachwirkungen ihrer Quarantäne während der englischen Woche bemerkbar machen werden, lässt sich mit Blick auf das am Dienstag folgende Nachholspiel gegen SV Sandhausen und das Treffen mit dem 1. FC Nürnberg vier Tage später auch für Chefcoach Christian Eichner kaum absehen. Dass er wieder Kyoung-Rok Choi und Malik Batmaz nach ihren Verletzungen sowie zum Sandhausen-Spiel erstmals auch der in Bremen noch nicht einsetzbare Rückkehrer Benjamin Goller zur Verfügung stehen wird, lässt ihn die Einsatzzeiten über die Woche besser aufteilen. Allerdings stand am Donnerstagabend auch fest, dass Lucas Cueto wegen eines Ödems im Sprunggelenk für die Partie im Norden ausfallen wird. Marius Gersbeck, der das Training mit Kniebeschwerden abbrach, soll, so Eichners Erwartung, zwischen den Pfosten stehen können.

Vor dem Abflug nach Bremen sagt Gondorf: „Wir werden bereit sein. Nur wie wir reagieren werden in den 90 Minuten auf die Belastung, das kann keiner vorhersagen“, schätzt der Mittelfeldspieler. Das Wichtigste sei, dass EKG, Herzultraschall und Lungenvolumentests danach keine Bedenken aufkommen ließen, findet er. Bei Lazar Mirkovic, dem 19 Jahre alten Innenverteidiger, bestätigte sich der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung, weshalb er auf unbestimmte Zeit pausieren muss.

Wann wird die KSC-Elf müde?

Wie komplex die Trainingssteuerung nach der Quarantäne war, erklärt Athletikcoach Florian Böckler. „Wir hatten zwischenzeitlich eine recht lange Diskussion, weil wir bei den Daten und den Herzfrequenzen gesehen haben, dass die Spieler doch noch deutlich reagieren und in höheren Regionen unterwegs sind als sie das normalerweise in den Einheiten sind. Das ist aber völlig normal, wenn man nach einer Grippe oder einer Bronchitis zurückkommt und das Herz deutlich mehr pumpen muss, um den Sauerstoff in die Regionen zu bringen, wo er gerade gebraucht wird, um den Muskel entsprechend zu versorgen.“ Anfangs, sagt Böckler, sei das ein kritischer Punkt gewesen, „wo ich dachte, es könnte gegen Ende der Woche zum Spiel hin eng werden, um die Spieler auf das Niveau zu bringen, wo wir sie brauchen. Das hat sich in den letzten Trainingstagen aber relativ gut angeglichen.“

Keiner, auch Gondorf nicht, kann absehen, wann sich am Samstag die Müdigkeit in der KSC-Elf so richtig zeigen wird. Minute 60, 70 oder 80 – unklar. Eichner besitzt fünf Wechselmöglichkeiten und wird genau hinschauen, wann und wie zu reagieren ist. Zur Ausgangslage sagt er: „Ich glaube, dass wir jede Woche in der Lage sind, jeden Gegner zu bedrohen.“

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Ihr Autor

René Dankert

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Erstellt:
3. Februar 2022, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 11sec

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