KSC: Daniel Gordon ersetzt den verletzten Bormuth

Karlsruhe (rap) – Im Spiel gegen Werder Bremen springt der 36-jährige U-17-Trainer Daniel Gordon in der KSC-Innenverteidiger für Robin Bormuth ein. Der fällt verletzungsbedingt für einige Wochen aus.

Gibt gegen Bremen sein Startelfdebüt in dieser Saison: Abwehrrecke Daniel Gordon. Foto: Uli Deck/dpa

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Gibt gegen Bremen sein Startelfdebüt in dieser Saison: Abwehrrecke Daniel Gordon. Foto: Uli Deck/dpa

Daniel Gordon denkt bereits an die Zeit nach seiner Fußball-Karriere. Wie auf dem Platz agiert der Routinier auch bei der Karriere nach der Karriere mit Köpfchen. Seit einigen Tagen hospitiert der 36-Jährige bei der U 17 des Karlsruher SC, leitet Einheiten beim Nachwuchs. Am Samstag Mittag aber stellt Gordon keine Hütchen auf, sondern wird sich in Zweikämpfe werfen, Diagonalbälle schlagen und im Luftkampf – seine absolute Kernkompetenz – seine 194 Zentimeter gekonnt ausspielen.

Gegen den angeschlagenen SV Werder Bremen (Tabellenplatz elf) mutiert der gebürtige Dortmunder wieder einmal vom wichtigen Kabinenspieler, der für jeden Spaß zu haben ist, aber zugleich auch ein offenes Ohr für die jungen Talente hat, zum Startelfspieler. Gegen den Bundesligaabsteiger aus dem Norden soll „Gordi“ neben Christoph Kobald in der Innenverteidigung dafür sorgen, dass die KSC-Defensive (ein Gegentor nach drei Ligaspielen) weiter das Prunkstück der Badener ist. Der Auftrag von Trainer Christian Eichner ist keinesfalls nur auf die 90 Minuten am Samstag ausgelegt. Denn Robin Bormuth, der etatmäßige Abwehrchef der Blau-Weißen, fällt mit einem Jochbeinbruch, den er sich bei der Nullnummer in Sandhausen zugezogen hatte, noch die nächsten Wochen aus.

Auch mit 36 Jahren noch ein Musterprofi

Plötzlich ist Gordon also gefragt. Wieder einmal. Keineswegs eine neue Situation für den Deutsch-Jamaikaner. Bereits in der vergangenen Saison musste Gordon im Spätherbst seiner Karriere früh in der Innenverteidigung aushelfen. Eine Ampelkarte von Kobald beim wilden 3:4-Ritt gegen Darmstadt spülte Karlsruhes Nummer 3 einen Spieltag später beim Gastspiel am Hamburger Millerntor (3:0-Sieg) eher unverhofft in die Startelf. Und dort blieb er auch – fünf weitere Partien. Gegen den SC Paderborn erzielte der Abwehrrecke gar den 1:0-Siegtreffer.

Gordon überzeugte bei seinen Einsätzen, weshalb Eichner auch jetzt wieder voll und ganz auf seinen Routinier setzt. „Ich wünsche ihm ein gutes Spiel und erhoffe mir, dass er an die Einsätze anknüpfen kann, die er letztes Jahr im Spätherbst hatte und auch in Hamburg. Wenn er das annähernd wieder auf den Platz bekommt, werden wir sehr viel Freude haben mit ihm“, prophezeit der 38-jährige KSC-Coach für die Partie am Samstag. Schließlich kann sich Eichner jeden Tag ein Bild von Gordon machen. Auch mit seinen 36 Lenzen ist er noch ein Musterprofi. „Gordi ist ein Spieler, der einfach jeden Tag versucht, seine 100-prozentige Leistung zu bringen, der jeden Tag für eine sehr, sehr gute Atmosphäre und auch Reibung im Training sorgt“, sagt Eichner.

Konkurrenzkampf auf den Flügelpositionen

Welche Qualitäten Gordon in die Mannschaft einbringen kann, ist klar: jede Menge Erfahrung (335 Spiele in Liga eins, zwei und drei), eine gewisse Schlitzohrigkeit und ein überragendes Kopfballspiel – sowohl defensiv, als auch offensiv. Eichner adelte Gordon in der vergangenen Saison nach dem Auswärtsspiel beim HSV gar als „besten Kopfballspieler der Liga. Die Mannschaft weiß, was für ein Spielertypus auf den Platz kommt“.

Ansonsten dürfte Eichner seine erste Elf gegen die Werder-Wundertüte kaum verändern. Die Besetzung der Viererkette (Heise, Kobald, Gordon, Jung) und des zentralen Mittelfelds (Wanitzek, Gondorf, Choi) dürfte klar sein. Allein, wen der KSC-Coach auf den Flügeln aufbieten wird, ist ungewiss. Erhalten die Neuzugänge Fabio Kaufmann und Lucas Cueto den Vorzug? Plant er mit Rückkehrer Fabian Schleusener? Oder setzt „Eiche“ auf den eigenen Nachwuchs mit Malik Batmaz und Dominik Kother? Der KSC-Coach hat die Qual der Wahl: „Auf einigen Positionen herrscht ein gewisser Konkurrenzkampf.“

Im Sturmzentrum aber nicht – da ist der Torschütze vom Dienst, Philipp Hofmann, gesetzt. Auf der Suche nach einem Stürmer klingelte der SV Werder diese Woche auch im Wildpark durch. Während KSC-Sportchef Oliver Kreuzer dies als „unmoralisch“ empfand, moderierte Eichner das beinahe nordisch kühl: „Wir gehen damit mittlerweile routiniert um. Es gab von uns eine freundliche Antwort, weil wir freundliche Menschen sind.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
21. August 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 58sec

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