KSC: Derby beim Schlusslicht aus Sandhausen

Karlsruhe (rap) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC will seinen Saisonstart in Liga zwei mit dem dritten Sieg in Serie vergolden: Die Eichner-Elf gastiert am Samstagmittag beim SV Sandhausen.

„Wir haben in vielen Bereichen noch Luft nach oben“: KSC-Trainer Christian Eichner. Foto: Uli Deck/dpa

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„Wir haben in vielen Bereichen noch Luft nach oben“: KSC-Trainer Christian Eichner. Foto: Uli Deck/dpa

Mit der Vergangenheit hält sich Christian Eichner nicht groß auf. So ein Rückblick kostet schließlich Zeit. Und gerade die ist im Fußballgeschäft ein rares Gut. Der Trainer des Karlsruher SC lebt im Hier und Jetzt und schaut – wenn überhaupt – nur in die allernächste Zukunft. Und die lautet: dritter Spieltag in Liga zwei, Derby beim SV Sandhausen.

„Mir ist relativ wurscht, was letztes Jahr war, weil es letztes Jahr war“, sagt Eichner. Doch vor knapp einem Jahr trafen die beiden Vereine ebenfalls aufeinander. Es war der 4. Spieltag der Saison 2020/21. Der KSC empfing den SVS als punkt- und torloses Schlusslicht, die Sandhäuser dagegen standen auf Rang vier. Was folgte, war der Befreiungsschlag (3:0-Sieg) für die Blau-Weißen und der Startschuss für eine famose Saison, die letztlich auf dem sechsten Platz endete. Der SVS dagegen geriet in eine gewaltige Abwärtsspirale, rettete sich erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg.

Nun, zehn Monate später, treffen die beiden badischen Mannschaften wieder aufeinander, nun am dritten Spieltag: Der KSC grüßt von der Tabellenspitze, Sandhausen ist Inhaber der Roten Laterne. Verkehrte Vorzeichen.

Eichner: „Einfach das nächste Ligaspiel“

„Es scheint“, sagte Eichner am Donnerstagmittag bei der Online-PK vor dem Derby am Smastag, „dass so etwas immer irgendwie eine Konsequenz für dieses Jahr besitzt. Aber die hat es für meine Mannschaft und fürs Trainerteam nullkommanull. Es ist einfach das nächste Ligaspiel.“ Und die ersten beiden davon absolvierten die Wildparkprofis mit Bravour: 3:1-Sieg bei Hansa Rostock, 3:0-Erfolg gegen Darmstadt, garniert mit dem Pokalsieg beim Regionalligisten Sportfreunde Lotte (4:1). Der KSC ist also blendend aus den Startlöchern gekommen, wird mit gehörig Selbstvertrauen ins 47 Kilometer entfernte Sandhausen fahren. Gewarnt dürften die Blau-Weißen dennoch sein, eben aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres.

Gerade in Liga zwei ist das mit der Favoritenrolle eben so eine Sache. Gerade in einer Liga, in der Fußball immer noch mehr gekämpft statt gespielt wird. Das weiß auch Eichner: „Diese Bezeichnung gibt es in dieser Liga nicht wirklich. Wir haben in vielen Bereichen noch Luft nach oben. Wir haben keinen Grund, irgendwelche Mannschaften zu unterschätzen.“ Dass der KSC in diesen oberen Tabellenregionen hausiert, ist das Ergebnis von harter und konsequenter Arbeit, viel Leidenschaft, Laufbereitschaft und Wille. Obendrein hat Eichner der Mannschaft eine fußballerische Note verpasst. „Wir befinden uns auf einem ordentlichen Weg“, sagt der KSC-Coach dazu. Sechs Punkte und der Einzug in die zweite Pokalrunde sei die „eine Wahrheit“, so Eichner, es gehe aber wieder darum, die „Sinne zu schärfen. Am Samstag geht’s wieder von vorne los“. Was der 38-Jährige durch die Zeilen sagen möchte: Ruft der KSC sein Leistungsmaximum nicht ab, wird es gegen jeden Gegner in dieser Liga schwer zu punkten.

„Sehr robuste“ Mannschaft wartet auf den KSC

Auch gegen einen Tabellenletzten, der bereits am dritten Spieltag mit dem Rücken zur Wand steht. Gegen eine „sehr robuste“ Mannschaft, die über die Zweikampfhärte und eine ungemeine Physis kommt. Viele Luftduelle erwartet Eichner obendrein. „Wir müssen am Samstag beseelt sein, gut zu verteidigen, mit einer großen Freude die eigene Box zu schützen. Damit meine ich nicht, dass wir mit Mann und Maus am eigenen Sechzehner parken. Wir müssen bereit sein, alles zu investieren“, so der Übungsleiter. Es gelte, den KSC-Fußball auf den Platz zu bekommen, „unsere Art und Weise durchzudrücken, um den Spielverlauf auf unsere Seite zu ziehen“.

Gelingt dies, dürfte die Gegenwart für Christian Eichner ohnehin viel zu schön sein, um noch irgendeinen Gedanken an die Vergangenheit zu verschwenden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
12. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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