KSC: Eichner-Ärger über zu leichte Fehler

Karlsruhe (fal) – Kämpferisch konnte der Karlsruher SC auch am Samstag beim 2:2 in Fürth überzeugen, spielerisch sieht Trainer Christian Eichner aber noch Luft nach oben.

Erzielt die zwischenzeitliche 2:1-Führung für die Badener: Marco Thiede (links, schwarzes Trikot). Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

Erzielt die zwischenzeitliche 2:1-Führung für die Badener: Marco Thiede (links, schwarzes Trikot). Foto: Helge Prang/GES

Nach fünf Spielen binnen 16 Tagen gewährte Christian Eichner seinen Schützlingen erst einmal eines: ein tiefes Durchatmen. Am Sonntag und Montag hatten die Wildparkprofis trainingsfrei. Obwohl der 2:2-Teilerfolg bei der Spvgg Greuther Fürth am Samstag als recht glücklich zu bezeichnen war, zollte der KSC-Coach seiner Mannschaft großen Respekt, auch und nicht zuletzt für Einsatzwille und Leidenschaft in den vier Spielen davor. Fußballerisch hingegen ließen die Blau-Weißen sowohl nach ihrer 14-tägigen Quarantäne (6. bis 20. April) als auch in Fürth bei ihrem Trainer viele Wünsche offen – vor allem im Spiel nach vorne.

„Ruhe an der Kugel“ fehlt

Schon seit geraumer Zeit bemängelt Eichner, dass seine Spieler im letzten Drittel vor dem gegnerischen Kasten oft die falschen Entscheidungen treffen. Im Ronhof kam der KSC kaum in diesen Entscheidungsbereich. Dazu hätte es laut Eichner nach der überraschenden Führung durch einen Kopfball von Philipp Hofmann (4.) „mehr Genauigkeit, mehr Zielstrebigkeit“ bedurft, um ähnlich wie beim 1:0 „Bälle einfacher in die gegnerische Box“ zu bringen und damit seinen Torjäger (elf Treffer) besser zu füttern. In den Strafraum der gastgebenden Spielvereinigung aber drangen die Gäste eigentlich nur noch einmal ein – bei ihrer zweiten Führung durch Marco Thiede (36.).

Ansonsten kamen die Badener über weite Strecken der eher einseitigen Partie kaum noch aus ihrer Hälfte heraus. Das war einerseits auf die spielerische Klasse der Hausherren zurückzuführen. Andererseits fehlte dem KSC aber auch „die Ruhe an der Kugel“, wie Eichner feststellte: „Wenn wir den Ball mal hatten, war er viel zu schnell und zu einfach wieder weg.“ Die Gründe hierfür: Fehlpässe, technische Fehler, verlorene Zweikämpfe – „läppische Ballverluste“ (Eichner) eben. Die Folgen: Der KSC kam nicht mehr aus der Verteidigung heraus, bekam den Puls nicht mehr runter und und sah sich so zwangsläufig gegnerischen Torchancen ausgesetzt.

KSC erneut unangenehmer Gegner

Dabei waren die Fürther Tore keineswegs auf den Kräfteverschleiß der Karlsruher zurückzuführen. Beim 1:1 ließ Christoph Kobald nach einer Ecke den Norweger Havard Nielsen entwischen und unbehindert volley einwuchten (26.). Dem 2:2 der Kleeblätter ging, ähnlich wie in Düsseldorf durch Philip Heise, ein dummes Elfmeterfoul von KSC-Kapitän Jerôme Gondorf an seinem Kollegen Branimir Hrgota voraus, das der Schwede selbst mit seinem 14. Saisontreffer bestrafte (70.). „Solche Fehler darf man sich einfach nicht erlauben“, machte Eichner seinem Ärger Luft.

Und dennoch stellte der KSC einmal mehr unter Beweis, dass er ein unangenehmer Gast sein kann und „schwer zu schlagen“ ist. Erst recht, wenn ihm Fortuna ein bisschen zur Seite steht – wie bei jenem Handelfmeter für Greuther Fürth, den Schiedsrichter Robert Schröder zunächst pfiff, nach dem Studium der Fernsehbilder aber zurücknahm (74.).

„Die Handregel ist bis heute nicht ausgereift“, kommentierte Eichner die für ihn und seine Mannschaft vielleicht bangsten Minuten in Fürth und freute sich, „dass der Videobeweis zum ersten Mal auf unserer Seite war.“

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Erstellt:
10. Mai 2021, 16:18 Uhr
Lesedauer:
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